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"Ich bin und war immer Erfinder": Landesehrung für Wilhelm Klepsch

Wilhelm und Ingrid Klepsch mit Wilfried Haslauer. LMZ/Neumayr
Wilhelm und Ingrid Klepsch mit Wilfried Haslauer.

Sie gehört zu den erfolgreichsten Familienunternehmen Österreichs: Die Klepsch-Group mit der Firma Senoplast am Standort Piesendorf (Pinzgau) und insgesamt mehr als 840 Mitarbeitern weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen 1956 von Wilhelm Klepsch, der am Freitag seinen 80er feierte. "Wilhelm Klepsch ist einer der herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten unseres Landes", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), der zum runden Geburtstag das Ehrenzeichen des Landes verlieh.

"Der Pioniergeist hat mich nie losgelassen, ich war und bin Erfinder", so Wilhelm Klepsch, Senoplast-Gründer und Erschaffer zahlreicher industrieller Kunststofferzeugnisse. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kam seine Familie in den Pinzgau, als Flüchtlinge, wie Klepsch erzählt.

Unternehmergeist vom Vater geerbt

Sein Vater Rudolf gründete die Zell-Metall, Wilhelm Klepsch studierte an der Montanuniversität in Leoben, entwarf als Pionier schon früh Slalom-Stangen für die Skifahrer, begann in Kaprun mit einem Fünf-Mann-Betrieb, engagierte sich in der Gemeindepolitik und war vielen anderen Unternehmen durch seinen Erfindergeist oft eine Nasenlänge voraus.

Doch kein Missionar

"Eigentlich wollte ich Missionar werden", so Klepsch, der als 17-Jähriger bei den Zisterziensern im Kloster lebte. Dies hat ihn auch nachhaltig geprägt: "Ich habe dort Respekt gelernt - vor allen Menschen, denn wir sind alle gleich." Dieses Credo hat Klepsch auch als Firmenchef immer gelebt – mit den Betriebsräten hat er immer an einem Strang gezogen. "Denn nur gemeinsam ist der Erfolg einer Firma möglich", betont der Jubilar.

Wagemutig, geschäftstüchtig, verantwortungsbewusst

Qualität, Innovation und Umweltbewusstsein sind die Eckpfeiler der Unternehmensstrategie der Klepsch-Group sowie der Firma Senoplast mit insgesamt rund 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Piesendorf. "Wilhelm Klepsch hat die Geschicke des heimischen Familienunternehmens seit mehr als 45 Jahren maßgeblich mitbestimmt – und das nicht nur mit imponierenden Wirtschaftsdaten der Unternehmensgruppe sondern auch mit hohem Verantwortungsbewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz sowie und vor allem seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber", betont Landeshauptmann Haslauer. "Der unternehmerische Wagemut, die Geschäftstüchtigkeit, der Weitblick und vor allem auch die Treue zum Wirtschaftsstandort Salzburg verdienen größten Respekt und Anerkennung", so Haslauer weiter.

Vom Familienbetrieb zum Global Player

Das Unternehmen, das qualitativ hochwertige Kunststoffe produziert, entwickelte sich über die Jahre hinweg von einem einfachen Produktionsbetrieb zu einem Global Player. Gegründet wurde Senoplast 1956 von Wilhelm Klepsch. 1978 wurde SENOSAN als Markenname eingeführt, weitere Niederlassungen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien folgen. 1979 wurde der Standort in Piesendorf eröffnet, im Jahr 2000 folgte Senoplast Mexiko und im Jahr 2004 etwa die Eröffnung eines Verkaufsbüros in Moskau.

Generationenwechsel vor fünf Jahren

Im Jahr 2013 erfolgte der Generationenwechsel bei Senoplast. Wilhelm Klepsch übergab die Geschäftsführung an seinen Sohn Günter und zog sich in den Aufsichtsrat zurück, dessen Vorsitz er übernahm. Durch die Firmenübergabe innerhalb der Familie ist eine kontinuierliche Weiterführung der bisherigen Erfolgsgeschichte gewährleistet.

Vom Flüchtling zum Top-Unternehmer

Wilhelm Klepsch wurde am 20. Juli 1938 in Aussig an der Elbe in der Tschechischen Republik geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Familie im Zuge der Vertreibung der Deutschstämmigen nach Österreich. 1951 legte sein Vater durch die Gründung der Zell-Metall GmbH in Zell am See den Grundstein für das heutige Imperium der Klepsch-Gruppe. Wilhelm Klepsch ist seit 1965 mit Ingrid verheiratet, Vater zweier Söhne sowie einer Tochter und hat fünf Enkelkinder.

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