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Kaprun macht das Rennen um Verbund-Anteile an den Gletscherbahnen

Kaprun hat das Rennen um den Kauf der Anteile der Verbund AG an den Gletscherbahnen auf das Kitzsteinhorn gemacht. Am Mittwoch wurde der Vertrag über 45 Prozent der Aktien der Gletscherbahnen Kaprun AG (GBK) zwischen einem örtlichen Bieterkonsortium und der Verbund AG unterzeichnet.

"Das ist ein großer Tag für Kaprun und für die Region", kommentierte Norbert Karlsböck, Bürgermeister von Kaprun und GBK-Vorstand, am Nachmittag bei einem Pressegespräch die Übernahme des Aktienpakets.

Stillschweigen über Kaufpreis

Über den Kaufpreis für die 27.000 Aktien wurde Stillschweigen vereinbart. In den Büchern des Verbund steht die Beteiligung mit 18,4 Mio. Euro. "In Kaprun geht eine 50-jährige Ära der Zusammenarbeit zu Ende. Es startet aber eine neue Ära der Selbstbestimmung für die Region im Bereich des Kitzsteinhorns", sagte Karlsböck. Die Übernahme des Aktienpakets durch ein Kapruner Bieterkonsortium sei ein Projekt, das von allen Parteien, der Bevölkerung und der Wirtschaft mitgetragen werde. Im Bieterkonsortium sind die Kapruner Tourismusholding GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der Kapruner Wirtschaftstreuhand GmbH des örtlichen Vizebürgermeisters und Steuerberaters Erich Riedlsperger, die Gemeinde Kaprun, der örtliche Tourismusverband und die Liftgesellschaft vertreten.

Kaprun über Verbund-Anteile "glücklich"

"Wir sind stolz, dass wir mit den Aktien heimfahren können", sagte auch Riedlsperger. Das Bieterverfahren habe sich überraschend ergeben, die Fristen wären sehr sportlich gewesen. Umso glücklicher sei man in Kaprun, dass der Kauf der Verbund-Anteile gelungen sei. "Es war ein logischer Schritt", sagte Karlsböck. Der Verbund habe sechs Angebote vorliegen gehabt, berichtete er. Christoph Bründl, Obmann des Tourismusverbands, sprach von einem "einmaligen Schulterschluss". "Die Seilbahnen sind wie der Blutkreislauf des Tourismus im Winter wie im Sommer. Es war wichtig, dass wir uns diesen Blutkreislauf sichern", meinte Gottfried Nindl, Aufsichtsratsvorsitzender der Kapruner Lifte- und Promotionsgesellschaft. Nach dem Kauf der Anteile sind die GBK in regionalen Händen. Künftig wird die Gemeinde rund 40 Prozent, die Kapruner Tourismusholding rund 30 Prozent halten. Tourismusverband und Liftgesellschaft verfügen jeweils über rund zehn Prozent der Anteile. Die Eigentümer wollen in den nächsten Jahre neue Projekte umsetzen. So soll die seit langem diskutierte Verbindung zwischen den Liften am Kitzsteinhorn und jenen am Maiskogel in den nächsten fünf Jahren realisiert werden. Dabei geht es um ein Investitionsvolumen von 40 bis 50 Mio. Euro.

"Sehen viel Potential"

Die GBK hatten im vergangenen Geschäftsjahr rund 914.000 Beförderungen, der Umsatz lag bei 29 Mio. Euro, sagte Karlsböck. Rund 80 Prozent des Geschäfts werden im Winter gemacht, der Sommer mit einem Anteil von rund 20 Prozent wächst allerdings seit Jahren. "Wir sehen sehr viel Potenzial für den Sommer, besonders auf internationalen Herkunftsmärkten", meinte Karlsböck zur Geschäftsentwicklung. (APA)
(Quelle: S24)

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