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Krankenhaus Mittersill: „Niedergang auf Raten“ oder Konzept für die Zukunft?

Schnelle Entscheidungen für Investitionen stehen in Mittersill wohl nicht an. Neumayr/Archiv
Schnelle Entscheidungen für Investitionen stehen in Mittersill wohl nicht an.

Die Aufregung um das Krankenhaus Mittersill hört nicht auf. Schon am Mittwoch machte die Nachricht von einem möglichen Aus die Runde. Nun wurde der offenbar dringend notwendige Ausbau der OP-Räume verschoben, die Spitäler Zell am See sollen dazu in die Landeskliniken Salzburg eingegliedert werden. Hier lest ihr, was das für die Zukunft bedeutet.

Seit Jahren wird über zwei neue Operationssäle für die Klinik Mittersill verhandelt. Eigentlich waren die auch schon beschlossene Sache. 2015 wurde der Bau im Salzburger Landtag beschlossen. Seit Jänner sollten die Planungen eigentlich abgeschlossen sein, meint der Pinzgauer Nationalrat Walter Bacher (SPÖ) gegenüber SALZBURG24. Doch statt einem Baustart später im Jahr seht der OP-Neubau gerade still, die Mittel fehlen. Und es wird über eine Zusammenlegungen der Krankenhäuser Zell am See und Mittersill mit den Salzburger Landeskliniken diskutiert. Aber alles der Reihe nach.

Bacher sieht langsamen Niedergang in Mittersill

Der Neubau der Operationssäle sei für den Betrieb im Krankenhaus Mittersill essentiell, erklärte Bacher. Dazu habe gerade vergangene Woche wieder ein Arzt gekündigt. Die Mediziner würden hinschmeißen, weil ihnen in Mittersill die Perspektive fehle, so der Nationalrat weiter. „Wenn Stöckl für den Weiterbetrieb ist, muss er die Gelder freigeben. Dafür ist er verantwortlich“, spielt Bacher den Ball an den verantwortlichen Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) weiter. Wenn nichts getan werde, sei das ein „Sterben auf Raten“ für die Klinik in Mittersill, findet Bacher klare Worte.

Zell am See will offenbar Tauernkliniken loswerden

Das mit dem Geld ist so eine Sache. Die Investitionen in die Operationsräume wurden gestoppt, weil über eine Übernahme der Tauernkliniken Zell am See und Mittersill durch die Salzburger Landeskliniken (SALK) verhandelt wird. Allerdings sei das nicht die Idee von Stöckl gewesen, erklärt Harald Haidenberger, der Büroleiter des Gesundheitslandesrats, gegenüber S24. Die Stadt Zell am See wolle als Eigentümerin nach knapp zwei Jahren die Tauernkliniken an die SALK abtreten, die finanzielle Belastung sei zu hoch gewesen. Eine mögliche Übernahme will man im Ressort von Stöckl aber genau prüfen, „wir kaufen nicht die Katze im Sack“, so Haidenberger. Die Verhandlungen sind demnach über das ganze Jahr angesetzt.

Investitionen im Krankenhaus Mittersill in Aussicht

Stöckl stellt für Mittersill aber durchaus Investitionen in Aussicht. Sollten die Landeskliniken die beiden Krankenhäuser in Mittersill und Zell am See übernehmen, werde man ein Gesamtkonzept ausarbeiten. Man wolle so verhindern, jetzt die Operationsräume zu bauen und im Nachhinein draufzukommen, dass alles zu klein ist, sagt Haidenberger. Mit einem kompletten Konzept sollen dann aber Neuerungen angegangen werden.

Weitergehen soll es im Krankenhaus Mittersill also auf jeden Fall. Nach einer schnellen Entscheidung über Investitionen sieht es derzeit aber nicht aus.

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(Quelle: S24)

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