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Lawinenabgang am Hohen Sonnblick: Tourengeher schwer verletzt

Die Rettung der beiden verunglückten Tourengeher am Hohen Sonnblick gestaltete sich schwierig. LPD Salzburg
Die Rettung der beiden verunglückten Tourengeher am Hohen Sonnblick gestaltete sich schwierig.

Am Hohen Sonnblick (3.106 Meter) im Raurisertal (Pinzgau) sind am Sonntagmorgen zwei Skitourengeher von einer Lawine überrascht worden. Ein Tourengeher wurde in der Rechten Nordwandrinne auf etwa 2.600 Metern Seehöhe von der Lawine teilverschüttet und verletzt. Sein Begleiter erlitt schwere Verletzungen am Oberschenkel, sagte Bergrettungssprecherin Maria Riedler zur APA.

Die beiden Österreicher stiegen von Kolm Saigum, Gemeinde Rauris, über die rechte Nordwandrinne zum Hohen Sonnblick auf. Um 07.40 Uhr auf einer Seehöhe von zirka 2.700 Metern wurden die beiden im Aufstieg Bergsteiger von einer Lawine aus dem felsigen Steilgelände oberhalb der Rinne (Selbstauslösung durch den Temperaturanstieg) erfasst und 300 Höhenmeter hinunter mitgerissen. Ein Bergsteiger erlitt dabei eine schwere Oberschenkelverletzung und lag bei Stillstand an der Oberfläche der Lawine. Sein 45-jähriger Bergkamerad wurde durch die Lawine fast ganz verschüttet und lag aufrecht in den Schneemassen zirka 100 Meter unterhalb seines Freundes. Es ragte lediglich sein Kopf aus der Lawine.

Beschreibung der Tourengeher/LPD Salzburg Salzburg24
Beschreibung der Tourengeher/LPD Salzburg

Raurisertal: Schwer Verletzter alarmiert Bergrettung

Der Mann, der nicht unter die Schneemassen geriet, alarmierte trotz schwerer Oberschenkelverletzung die Bergrettung, die seit 8.00 Uhr im Einsatz stand. Er hatte Rufverbindung aber keine Sichtverbindung zu seinem Freund und konnte ihm wegen seiner schweren Verletzung nicht zu Hilfe kommen. Beide Bergsteiger waren für die Besteigung der Steilrinne gut ausgerüstet.

Doch die Bergung der beiden Österreicher gestaltete sich schwierig: Der starke Fönsturm auf dem Sonnblick mache den Rettungseinsatz in der steilen Rinne auch für die Bergretter gefährlich, sagte Riedler, die Lawinengefahr war weiterhin sehr hoch.

Schwieriger Rettungseinsatz am Sonnblick

Der teilweise verschüttete Mann konnte von einem Rettungshubschrauber geborgen und erstversorgt werden. Ein zweiter Hubschrauber versuchte weiter, so nahe wie möglich in die Rinne zu fliegen, sagte Riedler. Der eingesetzte Polizeihubschrauber konnte schlussendlich zwei Alpinpolizisten und anschließend zehn Bergrettungskräfte zirka 300 Höhenmeter unterhalb der Unfallstelle absetzen. Nach Eintreffen der Einsatzkräfte wurden die Verletzten vom Polizeihubschrauber ins Tal nach Kolm Saigurn geflogen und von dort mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Schwarzach gebracht.
Am Einsatz waren laut Polizei 15 Mann der Bergrettung (Ortstelle Rauris und Kaprun), zwei Alpinpolizisten, Polizeihubschrauber Libelle Salzburg und der Rettungshubschrauber Alpin Heli 6 beteiligt.

Auch in den anderen Rinnen des Sonnblicks seien heute viele Tourengeher unterwegs gewesen, sagte Riedler. Die Lawinengefahr ist derzeit sehr hoch. Doch viele Hochtourengeher würden sich schwertun diese einzuschätzen, da der Lawinenwarndienst Salzburg bereits vor drei Wochen seine tagesaktuellen Berichte und Warnhinweise eingestellt hat.

(APA/SALZBURG"$)

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 26.09.2021 um 10:09 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/lawinenabgang-am-hohen-sonnblick-tourengeher-schwer-verletzt-52205518

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