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Lend: Unfallursache ist geklärt

Die Ursache für den Arbeitsunfall in der Salzburger Aluminium AG (SAG) in Lend im Salzburger Pinzgau, bei dem am vorigen Donnerstag zwei Arbeiter in einem Vorwärm-Ofen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, ist geklärt.

Ein Arbeitskollege hatte irrtümlich die Tür geschlossen und den Heizvorgang gestartet, weil es keinerlei Hinweise gab, dass sich jemand in der Kammer aufhalten könnte, wie die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Salzburg ergaben.

Arbeiter sagte erneut bei der Polizei aus

In der Nacht auf Samstag meldete sich ein SAG-Mitarbeiter, ein sogenannter Ofenwerker, bei der Polizei, weil er noch einmal zum Unfall von Donnerstag aussagen wollte. Dabei stellte sich heraus, dass er unwissend das Unglück ausgelöst hatte. Der Mann hatte am Donnerstag in der Früh im Werk III bemerkt, dass sich beim Vorwärm-Ofen 1 eine Metallplatte gelöst hatte. Er entfernte diese mit dem Stapler aus dem Inneren, stellte sie daneben ab und meldete den Schaden, während er die übrigen Öfen schloss und damit die Aufheizphase einleitete. In der Folge beauftragte der Schichtführer einen 56-jährigen langjährigen Mitarbeiter des Unternehmens aus dem Pongau sowie einen 49-jährigen Leiharbeiter aus dem Lungau, die Platte zu reparieren, "ein genauer Zeitpunkt war nicht vereinbart", zitierte am Montag Polizei-Sprecher Anton Schentz gegenüber der APA aus dem Erhebungsbericht der Kriminalisten. Etwa um 9.00 Uhr kam der Ofenwerker erneut zum Ofen 1. Die kaputte Metallplatte stand immer noch daneben. Da er weder Menschen noch Werkzeug in der Nähe sah und auch keine Meldung erhalten hatte, dass sich jemand im Ofen befindet, schloss er vom Hubstapler aus per Fernbedienung die 28 Zentimeter dicke Schiebetüre und leitete das Aufheizen ein.

Sicherheitsstufen wurden von den beiden Arbeiten nicht aktiviert

Laut einer Stellungnahme des Unternehmens, die der APA vorliegt, war aus unbekanntem Grund keine der vier Sicherheitsstufen aktiviert worden, die vor Betreten einer Wärmekammer vorgeschrieben sind: So muss erstens die Kammer komplett elektrisch abgeschalten und am Schlüsselschalter ein Vorhängeschloss angebracht sein; zweitens muss der Betrieb auf "manuell" geschalten sein, womit er nicht von außen per Fernbedienung aktiviert werden kann; drittens müssen Wartungsarbeiten generell deutlich sichtbar - etwa mit Warnhinweisen oder Schildern - gekennzeichnet sein, und viertens muss das Wartungsteam einen Bolzen anbringen, der das vollständige Schließen der Türe und damit das Anfahren des Einschaltmechanismus verhindert. Da die beiden Männer keinerlei Werkzeug bei sich hatten, geht die Polizei davon aus, dass sie gar nicht zur Reparatur in den Ofen gestiegen waren, sondern nur kurz, um den Schaden zunächst zu begutachten. Offenbar genau in diesem Augenblick dürfte der Kollege das Tor geschlossen haben. "Es kann sich da maximal um eine Minute gehandelt haben", so Schentz. Nach dem Schließen der Türe strömte aus dem angeschlossenen Schmelzofen 700 bis 800 Grad heiße Abwärme in die Kammer. Durch die heiße Luft fing schließlich die Kleidung Feuer und die Arbeiter verbrannten. Erst viereinhalb Stunden später - gegen 13.30 Uhr - fand derselbe Ofenwerker die beiden Leichen. Laut Karin Exner-Wöhrer, Mitglied des SAG-Vorstandes, wäre bei Einhaltung der vier Sicherheitsstufen ein derartiger Unfall ausgeschlossen. "Einer der verstorbenen Kollegen hat 1971 seine Lehre bei uns begonnen und war ein sehr erfahrener Schlosser, ein profunder Kenner aller Sicherheitsmaßnahmen, und er hat alle Schulungen regelmäßig absolviert. Wir wissen nicht, warum er mit seinem jüngeren Kollegen die Vorwärmkammer betrat und keine der vier Sicherheitsstufen aktivierte." (APA)

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(Quelle: S24)

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