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Mord in Saalfelden: "Er ist nicht böse, sondern krank"

Der Täter wurde im November zum Lokalaugenschein an den Tatort gebracht. Neumayr/MMV
Der Täter wurde im November zum Lokalaugenschein an den Tatort gebracht.

Dem Beschuldigten der Bluttat von Saalfelden (Pinzgau), bei der eine 20-Jährige brutal erstochen wurde, wird im kommenden Jahr der Prozess gemacht, heißt es am Mittwoch von Seiten der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigerin des 21-Jährigen will beweisen, dass ihr Mandant nicht zurechnungsfähig war, was jedoch ein Gutachten belegte.

Einem Gutachten zufolge war der Ex-Freund des Opfers zur Tatzeit am 9. Oktober 2014 zurechnungsfähig. Verteidigerin Liane Hirschbrich will in dem Verfahren jedoch beweisen, dass ist er nicht zurechnungsfähig war.

"Er ist nicht böse, sondern krank"

"Ich habe meinen Mandanten schon mehrmals getroffen und konnte mir einen Eindruck von ihm verschaffen", sagte die Wiener Rechtsanwältin am Mittwochnachmittag im Gespräch mit der APA. "Ich bin der Auffassung, dass er zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig war. Er ist nicht böse ist, sondern krank. Er bedarf einer Behandlung." Zum Beweis für seine Zurechnungsunfähigkeit werde sie deshalb weitere Gutachten beantragen, erklärte die Anwältin. Sie rechnet mit einem längeren Verfahren.

Täter-Profiler soll Ermittlern helfen

Da sich der Beschuldigte bisher unterschiedlich geäußert hat und nun gegenüber den Behörden schweigt, beauftragte die Staatsanwaltschaft Salzburg den renommierten Täter-Profiler Thomas Müller zur Erstellung eines kriminalpsychologischen Gutachtens. "Er soll uns bei der Klärung der Motivlage unterstützen", sagte Mediensprecher Marcus Neher. Mittlerweile ist das neuro-psychiatrische Gutachten von Professor Ernst Griebnitz eingelangt. Demnach war der Österreicher, der derzeit in der Justizanstalt Salzburg in Untersuchungshaft sitzt, zur Tatzeit zurechnungsfähig. Ihm wurde allerdings eine Persönlichkeitsstörung attestiert.

Mutmaßlicher Täter schweigt zum Motiv

Bei seiner Festnahme war der 21-Jährige alkoholisiert. Er war offenbar ein Freund des Opfers und hatte damals gegenüber den Ermittlern die Bluttat an der bosnisch-stämmigen Kellnerin gestanden. Ein Motiv nannte er aber keines. Wenige Tage später kursierten in den Medien Gerüchte, wonach der Mann einen Ritualmord begangen habe. Es wurde auch über Nazi-Verehrung, Okkultismus und Kannibalismus spekuliert. Weder die Staatsanwaltschaft noch sein damaliger Verteidiger haben sich dazu geäußert. Ebenso die nunmehrige Verteidigerin: "Ich bitte um Verständnis, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich zu den Vorwürfen keine Stellungnahme abgeben", erklärte Hirschbrich.

Abschlussbericht der Ermittler steht noch aus

Eine Menge an Daten wurden am Computer und am Handy des Beschuldigten sichergestellt. Diese müssen noch alle ausgewertet werden. Der komplette Abschlussbericht der Polizei liegt der Staatsanwaltschaft laut Neher noch nicht vor. (APA)

(Quelle: S24)

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