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Gutachten zu Unwettern

Muren-Schäden in Hollersbach durch Chalet-Projekt nicht höher

Heftiges Gewitter und Starkregen hielten Pinzgau in Atem

Unwetter Hollersbach VOGL-Perspektive
Bilder aus Hollersbach zeigen die Unwetterschäden vom 28. Juli. (ARCHIVBILD)

Nachdem heftige Unwetter am 28. Juli vor allem in Hollersbach im Pinzgau schwere Schäden angerichtet haben, ist in einem Gutachten nun der Zusammenhang zwischen Bauprojekten und dem Schadensereignis untersucht worden.

Hollersbach im Pinzgau

Am 28. Juli traf eine starke Gewitterzelle den Bereich von Wald bis Mittersill im Oberpinzgau. Der viele Regen richtete enormen Schaden an – vor allem im Bereich Grubingbach in Hollersbach. Nun steht fest: Es gab keinen Zusammenhang zwischen Bauprojekten und dem Schadensereignis, wie das Land Salzburg am Dienstag in einer Aussendung informiert. Laut ORF Salzburg handelt es sich dabei u.a. um eine Chalet-Baustelle in Mittersill. „Diese Klarheit ist mir wichtig. Nach der Verzögerung der Aufräumarbeiten können wir jetzt endlich wieder damit in vollem Umfang fortfahren “, so Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP).

Unwetter im Oberpinzgau: Hollersbach APA/LAND SALZBURG/FRANZ NEUMAYR
Aufräumarbeiten nach einem heftigen Unwetter in Hollersbach.

Sorge vor weiterem Unwetter im Pinzgau

Bezirksalarm musste am Donnerstagabend nach mehreren Murenabgängen und Überflutungen im Pinzgau ausgelöst werden. Hunderte Einsatzkräfte und Freiwillige waren am Freitag mit Aufräumarbeiten …

Neues Gutachten über Unwetter-Schäden im Pinzgau

Die Wildbach- und Lawinenverbauung Sektion Salzburg hat das Gutachten über den Grubingbach und Einödberggraben bei der Universität für Bodenkultur Department Bautechnik und Naturgewalten, Institut für Alpine Naturgefahren in Auftrag gegeben. Zuvor habe es Behauptungen gegeben, die Überflutungen am 28. Juli seinen durch ein Bauprojekt verursacht worden.

Keine Hinweise auf Bauprojekt als Überflutungsursache

Die Experten Johannes Hübl sowie Philipp Aigner und Tobias Schöffl kommen in diesem Report zu folgender, wörtlicher Erkenntnis: Im Zuge der Erhebungen wurden keine Rodungsflächen festgestellt. Eine Beeinflussung des Abflusses durch diese forstlichen Maßnahmen ist daher ausgeschlossen. Im Rahmen der durchgeführten Ereignisdokumentation konnten in den Einzugsgebieten des Grubingbachs und des Einödberggrabens keine Baumaßnahmen/Bebauungen festgestellt werden, die sich auf

  • die Größe des Abflusses,
  • die Höhe der Abflussfracht
  • die Geschiebemobilisierung und somit auch auf
  • die Entwicklung des Leitprozesses

in Bezug auf das Schadensausmaß des Ereignisses vom 28.7.2022 negativ auswirkten.

Hollersbachs Bürgermeister zuversichtlich

Hollersbachs Bürgermeister Günter Steiner (ÖVP) jedenfalls ist nun erleichtert, dass es mit den Schutzmaßnahmen richtig losgehen kann. „Es hat uns am 28. Juli ein schweres Gewitter getroffen, der Grubingbach war noch nicht verbaut und vor Ort bestand Lebensgefahr. Es ist ein Wunder, dass dieses Unglück alle Betroffenen überlebt haben. Gott sei Dank herrscht nun Klarheit und wir haben wieder mehr Zuversicht für die nächsten notwendigen Schritte,“ so Bürgermeister Steiner.

Rückhaltebecken nötig

Nun kann die Wildbach- und Lawinenverbauung mit Schutzmaßnahmen loslegen. „Als Akutmaßnahme haben wir zwei Rückhaltebecken bereits gemacht, die haben sich gestern bei den Gewittern schon bewährt. Doch dabei kann es nicht bleiben, es braucht ein bis zwei fixe Rückhaltebecken beziehungsweise Filterbauwerke. Die Wassergenossenschaft dazu wurde bereits gegründet und nach den Erkenntnissen der Uni-Experten können wir endlich voll loslegen. Nächste Woche ist bereits die erste Verhandlung“, erklärt Gebhard Neumayr, Gebietsleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 29.11.2022 um 12:00 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/muren-in-hollersbach-keine-hoeheren-schaeden-durch-chaletprojekt-125726437

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