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Neues Speicherkraftwerk in Dießbach in Betrieb

Das neue Pumpspeicherkraftwerk Dießbach (Pinzgau) wurde am Dienstag nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren feierlich eröffnet. Die eigens entwickelte Pumpenkonfiguration ist einzigartig und gilt als weiterer Schritt hin zur Erreichung der österreichischen Klima- und Energieziele.

Das Speicherkraftwerk in Dießbach besteht bereits seit über 50 Jahren und wurde seit dem Frühjahr 2017 modernisiert. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) war am Dienstag bei der Eröffnung vor Ort. "Die Wasserkraft hat in Salzburg einen hohen Stellenwert und trägt dazu bei, dass das Land die Klima- und Energieziele erreicht", so Haslauer, "darüber hinaus setzen Investitionen in Höhe von knapp 30 Millionen Euro einen starken regionalen Wirtschaftsimpuls, der dazu beiträgt Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern."

Ab jetzt wird Dießbach als Pumpspeicherkraftwerk nicht nur Energie liefern, sondern auch bei Stromüberschuss Energie zwischenspeichern. "Mit dem innovativen Konzept der Matrixpumpe wird die bestehende Anlage im Saalachtal mit moderner Technik effizienter gemacht", weiß Leonhard Schitter, Vorstandssprecher der Salzburg AG.  Landeshauptmann-Stv. Heinrich Schellhorn (Grüne) schließt sich an: "Der Strombedarf in Salzburg ist ständig im Steigen. Wir müssen hier vorsorgen und künftig noch stärker auf Stromquellen setzen, die die Umwelt nicht belasten. Energieeffizienz und der ökologisch behutsame Ausbau erneuerbarer Energien sind notwendige Voraussetzungen, um unsere Klima- und Energieziele zu erreichen."

So funktioniert die einzigartige Speichertechnik

"Die Flexibilisierung des Kraftwerks in Dießbach ist durch die Errichtung eines Unterbeckens und einer Matrixpumpe möglich. Letztere besteht aus 24 einzelnen Pumpen, die zusammengeschaltet werden. Dadurch wird das Kraftwerk nun nicht nur Strom erzeugen, sondern auch speichern", erklärt Horst Ebner, Vorstand der Salzburg AG. Das Wasser wird in den Turbinen im Tal abgearbeitet und sammelt sich in einem großen, natürlich gestalteten Unterbecken. Die neue Matrixpumpe befördert das Wasser in den rund 700 Meter höher gelegenen Speichersee zurück, bei Bedarf kann so wieder Strom erzeugt werden. "Damit ist die Anlage ideal, um die kurzfristigen Schwankungen von volatiler erneuerbarer Energie auszugleichen und damit zur Versorgungssicherheit beizutragen", so Schitter und er führt weiter aus, "Die Matrixpumpe – also so viele Pumpen wie möglich zusammen zu schließen – ist ein komplett neues, innovatives Konzept. Wir können jede einzelne Pumpe zu- oder wegschalten und damit die Leistung im Kraftwerk in ganz kleinen Schritten regeln. Das gibt uns die Möglichkeit auf die Bedürfnisse des Strommarktes kurzfristig und gezielt zu reagieren."

Kraftwerk Dießbach: Ausbau in nur 1,5 Jahren

Die Anlage hat im Turbinenbetrieb eine Engpassleistung von 24 Megawatt, im Pumpbetrieb leistet die Anlage 32 Megawatt. Der Spatenstich zur Modernisierung fand im Frühjahr 2017 statt. Daraufhin wurden die Bauarbeiten an der Pumpenhalle unverzüglich aufgenommen, welche bereits im Herbst des gleichen Jahres fertiggestellt und danach mit Technik ausgestattet wurde. Neben Pumpen, Haustechnik, Elektrik und Leittechnik wurden auch die Druckrohrleitungen und die dazugehörigen Windkessel – das sind Druckausgleichsbehälter, die helfen die Belastungen auf das Leitungsnetz zu reduzieren – millimetergenau und unter strengen Qualitätskontrollen montiert. "In der Pumpenhalle wurde die Matrixpumpe installiert. Jedes der 24 Einzelaggregate der Matrixpumpe hat eine Leistung von ca. 1,23 MW. Wenn alle Aggregate laufen, werden 3,3 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in Richtung Stausee geleitet. Das entspricht ca. 22 Badewannen pro Sekunde", so Ebner weiter. Im Herbst 2017 wurde der Stausee im Steinernen Meer entleert. Erst danach konnte das Stollensystem, das unter dem Wasserspiegel liegt, erweitert werden, um es an die neuen Anforderungen aus dem Pumpspeicherbetrieb anzupassen. Als letzter baulicher Meilenstein wurde im Frühjahr 2018 das Unterbecken errichtet, auch hier wurden neue Maßstäbe gesetzt, denn die Bauweise des Beckens kommt ohne der üblichen künstlichen Abdichtung aus, was eine besonders naturnahe Gestaltung ermöglicht. Im Sommer 2018 wurden die Bauarbeiten abgeschlossen. Nach einem Testlauf wird nun der Betrieb aufgenommen.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 05:44 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/neues-speicherkraftwerk-in-diessbach-in-betrieb-60461470

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