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Corona-Krise

Öffnung der Großglockner Hochalpenstraße ungewiss

Vorstand rechnet mit "Millionenverlust"

Großglockner Hochalpenstraße APA/EXPA/JFK
Blick auf die Strasse mit ihren Serpentinen und der Bergwelt am Mittwoch, 8. Mai 2019, beim Durchstich anl. der Schneeräumung auf der Großglockner Hochalpenstraße in Fusch im Mai letzten Jahres.

Ob die Großglockner Hochalpenstraße in diesem Jahr geöffnet wird, ist derzeit noch ungewiss. Wegen der Corona-Krise wird die Schneeräumung mit den Wallack-Pflügen samt dem traditionellen Durchstich nicht im April stattfinden. Der Vorstand der Großglockner Hochalpenstraße AG (GROHAG), Johannes Hörl, hofft aber, dass das beliebte Ausflugsziel Anfang Juni aufgesperrt werden kann.

Fusch an der Großglocknerstraße

Die Schneeräumung werde dieses Jahr wohl hauptsächlich die Sonne erledigen, bestätigte Hörl am Montag gegenüber der APA dementsprechende Medienberichte. "Wir wissen heute noch nicht, ob wir aufsperren dürfen." Die GROHAG hat für zwei Drittel der Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet und jene rund 60 Mitarbeiter, die mit der Räumung der Straße beschäftigt gewesen wären, nicht eingestellt.

"Ein Millionenverlust"

Falls die gesetzliche Lage eine Öffnung der Straße erlaubt, müsse die Hauptversammlung entscheiden, ob man das wirtschaftliche Risiko einer verspäteten Öffnung auch tragen könne, erklärte Hörl. Eigentümer des Straßenbetreibers sind zu 79 Prozent die Republik Österreich und zu je 10,5 Prozent die Bundesländer Salzburg und Kärnten.

"Einen Millionenverlust wird es sicher geben", gab der Vorstand zu bedenken. Dem gegenüber stehe das nationale Interesse der einheimischen Bevölkerung, Top-Ausflugsziele wie die Großglockner Hochalpenstraße mit jährlich 900.000 Besuchern und die Krimmler Wasserwelten mit jährlich 400.000 Besuchern wieder zugänglich zu machen. Die 18 Tourismusverbände in der Hohen-Tauern-Region hätten bereits darum gebeten, diese Ausflugsziele wieder zu öffnen.

Großglockner Hochalpenstraße ist "größtes Denkmal der Republik"

Die Hochalpenstraße habe auch den Vorteil, dass der Besucher mit seiner Familie individuell in den größten Nationalpark Europas mit dem eigenen Auto fahren könne und dabei nicht mit anderen Menschen in Kontakt komme, sagte Hörl. Falls die Alpenstraße tatsächlich heuer befahrbar ist, würden 80 bis 100 Prozent der Besucher Österreicher sein, die sonst einen Besucheranteil von 25 Prozent ausmachten. Da sie heuer im Sommer vermutlich nicht in die Mittelmeerländer, nach Asien oder Übersee reisen könnten, läge es im nationalen Interesse, dass sich die Österreicher nach monatelangen Ausgangsbeschränkungen in der Natur erholen könnten.

Wird die Hochalpenstraße, das "größte und längste Denkmal der Republik Österreich", tatsächlich im Juni geöffnet, werden laut Hörl ab Mitte Mai einige Wallack-Pflüge durchfahren. Die Straße muss von Restschnee und Vermurungen freigemacht werden.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 21.06.2021 um 11:58 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/oeffnung-der-grossglockner-hochalpenstrasse-wegen-corona-krise-ungewiss-85896223

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