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Rätselraten über Ursache für Arbeitsunfall im Aluminiumwerk Lend

Auch am Tag nach dem tragischen Arbeitsunfall in der Salzburger Aluminium AG (SAG) in Lend im Salzburger Pinzgau, bei dem zwei Arbeiter am Donnerstag in einem Vorwärm-Ofen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren, herrschte über die Ursache noch Unklarheit.

"Im Moment kann gar nichts ausgeschlossen werden, es kann eine technische Ursache genauso gewesen sein wie fahrlässiges Handeln", sagte Polizei-Sprecherin Daniela Gstöttner am Freitag zur APA. Auf absichtliches Fremdverschulden, also Mord, gebe es aber absolut keine Hinweise.

Heruntergefallenes Blech soll wieder montiert werden

Fest steht inzwischen, dass der Schichtführer die beiden Männer - einen 56-jährigen langjährigen Mitarbeiter des Unternehmens aus dem Pongau sowie einen 49-jährigen Leiharbeiter aus dem Lungau - um etwa 8.00 Uhr mit der Reparatur in einem Vorwärmeofen im Werk III beauftragt hatte. In diesem Ofen, in dem laut Ferdinand Loidl, dem Leiter des Arbeitsinspektorates Salzburg, Aluminiumstücke vorgewärmt werden, war nach Polizeiangaben ein Blech heruntergefallen und sollte wieder montiert werden.

Fehlen der beiden Kollegen fällt Mittags auf

Die Kammer hat eine Fläche von zwei mal zwei Meter und ist rund 2,6 Meter hoch, wobei er in der Höhe in zwei Räume geteilt ist. Die Arbeiten waren im unteren Bereich durchzuführen. Was in den darauffolgenden vier bis fünf Stunden geschah, war auch am Freitag noch weitgehend unklar. Spätestens zu Mittag bemerkten die Kollegen das Fehlen der beiden Arbeiter und begannen, nach ihnen zu suchen, so Gstöttner. Und gegen 12.30 Uhr wurden die völlig verkohlten Leichen der beiden in dem Ofen entdeckt.

Ofen war in Betrieb gegangen

Obwohl die 28 Zentimeter dicke Schiebetür für die Reparatur natürlich offen und der Ofen abgeschaltet war, hatte sie sich aus unbekanntem Grund von oben nach unten geschlossen und der Ofen war in Betrieb gegangen. Aus dem angeschlossenen Schmelzofen drang dadurch 700 bis 800 Grad heiße Abwärme in die Kammer, in der sich die Männer befanden. "Durch die heiße Luft hat irgendwann die Kleidung zu brennen begonnen, und so sind die Arbeiter verbrannt", sagte Gstöttner. Von der Funktionsweise könne man sich den Vorwärme-Ofen wie einen Backofen mit Heißluft vorstellen. Die Schiebetüre kann sowohl durch einen Knopf am Schaltkasten neben dem Ofen oder über eine Fernbedienung von einem Hubstapler aus betätigt werden. Ob mit dem Schließen des Tors bereits automatisch die Aufheizphase eingeleitet wird oder ob dafür eine weitere Steuerung nötig ist, konnte die Polizei-Sprecherin nicht sagen. "Das muss der technische Sachverständige klären."

Einvernahmen nicht sehr ergiebig

Die Einvernahmen im Werk selbst waren am Donnerstag offenbar nicht sehr ergiebig. "Die Mitarbeiter sind unter Schock gestanden", so Gstöttner. Kriminalisten werden daher heute ihre Befragungen fortsetzen. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung wurde ihren Angaben zufolge von der Staatsanwaltschaft Salzburg am Freitagvormittag zwar noch nicht angeordnet, wird aber sicher erfolgen. Und auch ein technischer Sachverständiger war laut Gstöttner kurz vor 10.30 Uhr noch nicht bestellt. (APA)

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(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 08:42 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/raetselraten-ueber-ursache-fuer-arbeitsunfall-im-aluminiumwerk-lend-59320540

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