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Schutz vor Gewalt

Frauenhaus in Saalfelden wird neu gebaut

Land Salzburg investiert 1,5 Millionen Euro

Frauenhaus Pinzgau neu Land Salzburg
Das neue Frauenhaus soll mehr Platz und Sicherheit bieten.

130 Frauen und ihren Kindern kann im Schnitt im Bundesland Salzburg Schutz bei Gewalt geboten werden. Diese wichtige Aufgabe übernehmen die drei Frauenhäuser. Mehr Sicherheit und Platz soll es künftig im Frauenhaus Saalfelden (Pinzgau) geben. Erstmals kauft das Land Salzburg damit ein Frauenhaus, das mit neuem Konzept überraschen wird.

Saalfelden am Steinernen Meer

Gewalt in der Familie ist auch in Salzburg trauriger Alltag. Im Jahr 2019 wurden im Gewaltschutzzentrum Salzburg 1.214 Personen betreut. 515 Mal musste die Polizei ein Betretungsverbot aussprechen. Mit verschiedenen Beratungs- und Betreuungseinrichtungen will man den Betroffenen Schutz vor weiterer Gewalt und einen friedlichen Neustart ermöglichen. Der Bedarf ist hoch, die Frauenhäuser sind in den meisten Jahren zu 90 Prozent ausgelastet.

 

Frauenhäuser in den Gauen: "Aufbau nicht ideal"

Während das Haus in der Stadt Salzburg vor wenigen Jahren komplett neu und den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechend gebaut wurde, seien jene in Hallein (Tennengau) und Saalfelden (Pinzgau) veraltet und vom Aufbau her nicht ideal, weiß Frauenhausleiterin Birgit Thaler-Haag. Ein Neubau wie in Saalfelden wäre deshalb auch für Hallein wünschenswert.

Saalfelden einzige Anlaufstelle in Region

Im Pinzgau finden sehr viele ambulante Beratungen statt. Das liege daran, dass ein Wohnungswechsel dort nicht so einfach sei wie in der Stadt Salzburg. Frauen aus Mittersill etwa müssten ihr familiäres Umfeld, das oft auch Unterstützung biete, verlassen. Kinder müssten mit dem Wohnort auch die Schule wechseln, macht Thaler-Haag aufmerksam. Zudem sei es die einzige Einrichtung dieser Art in der Region.

Land Salzburg kauft erstmals ein Frauenhaus

„Das jetzige Pinzgauer Frauenhaus ist stark renovierungsbedürftig, vor allem aufgrund des befristeten Mietverhältnisses. Die Wohnsituation ist sehr beengt mit gemeinsamer Küche und Badezimmer“, zeigt auch Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) die bisherigen Probleme bei einem Pressetermin auf. Zum ersten Mal wird das Land deshalb ein Frauenhaus kaufen, 750.000 Euro dafür kommen von der EU. Noch heuer soll mit dem Neubau in Saalfelden begonnen werden. Auf mehr als 350 Quadratmetern sollen sechs Wohnungen entstehen. Eine davon wird Beratungs- und Gemeinschaftsräume enthalten, die restlichen sind als Rückzugsorte für Frauen und ihre Kinder gedacht.

„In dieser Zeit werden die Frauen intensiv betreut. Da es sich um eigenständige Wohneinheiten handelt, haben die Bewohnerinnen Anspruch auf die volle Mindestsicherung“, betont Klambauer.

Frauenhaus Pinzgau neu Land Salzburg / Franz Neumayr
Landesrätin Andrea Klambauer (NEOS) mit dem Entwurf für das neue Haus in Saalfelden.

Neues Konzept ohne Geheimhaltung

Anders als bisher wird die Adresse des neuen Hauses nicht mehr geheim sein. Dieses Konzept habe sich bereits in anderen Ländern bewährt. Das Problem der häuslichen Gewalt soll damit bewusst in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden. Nach dem Leitspruch „sichtbar und sicher“ soll das Gefühl der Isolierung und des Versteckens verdrängen.

Bei der Errichtung des Hauses arbeitet das Land mit der Polizei, dem Gewaltschutzzentrum und den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses zusammen. Für die neuen Wohneinheiten entwickeln sie ein Opferschutzkonzept, das mit dem Erstbezug 2021 umgesetzt werden soll.

(Quelle: SALZBURG24)

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