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Vorwurf der Tierquälerei

Mann wegen Überfahrens einer Katze vor Gericht

Samtpfote in Saalfelden absichtlich überrollt?

SB, Justiz, Justizgebäude, Gericht, Landesgericht, Verhandlung SALZBURG24/Wurzer
Vor dem Landesgericht wurde ein Fall von vorgeworfener Tierquälerei verhandelt. (SYMBOLBILD)

Ein Autofahrer ist am Montag wegen Tierquälerei vor einem Strafrichter am Landesgericht Salzburg gestanden. Der 47-Jährige soll am 5. Juli 2020 in Saalfelden (Pinzgau) eine Katze, die bereits verletzt auf der B164 lag, absichtlich überfahren haben. Der Österreicher bestritt den Vorwurf. Seine Lebensgefährtin betont indessen, dass sie beide sehr tierlieb seien.

Saalfelden am Steinernen Meer

Der Prozess endete mit einer Diversion. Der Beschuldigte muss 150 Euro Pauschalkosten zahlen. Das Verfahren wird vorläufig eingestellt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Der Angeklagte und der Staatsanwalt zeigten sich mit der diversionellen Erledigung des Verfahrens einverstanden. Der Beschuldigte hatte zuvor erklärt, dass er keine Schuld an dem Tod der Katze habe. Er habe nicht die Absicht gehabt, sie zu überfahren. "Ich habe den Wagen so gesteuert, dass ich die Katze nicht erwische."

Katze überfahren: Angeklagter beteuert Ausweichmanöver

Als er das regungslose Tier auf der Straße liegen sah, habe er seinen Pkw zunächst abgebremst. Weil er aber wegen einer Sperrfläche und einer nahe liegenden Verkehrsinsel nicht habe ausweichen können, sei er wieder losgefahren. Er habe das Auto so gelenkt, dass sich das Tier mittig zwischen den Radständen befunden habe und von den Reifen nicht berührt werde, betonte der bisher unbescholtene Akademiker. Laut Verteidigerin wies der Pkw eine Bodenfreiheit von circa 18 Zentimeter auf.

Zeugen schildern Vorfall im Pinzgau

Zwei Zeugen schilderten den Sachverhalt allerdings anders. Sie belasteten mit ihren Angaben den Beschuldigten. "Er hat Gas gegeben und ist voll über die Katze drübergefahren", sagte einer der beiden jungen Männer, die das verletzte Tier von der Straße entfernen und zu einem Tierarzt bringen wollten. Im Gegensatz zu dem Angeklagten hätten die anderen Autofahrer eine scharfe Kurve um die Katze gemacht, um sie nicht zu berühren.

B164: Keine Rettung mehr für Katze

Die beiden Männer waren überzeugt, dass der Pkw des Beschuldigten den Kopf der Katze überrollt hat. Es sei auch ein Geräusch zu hören gewesen. Dezidiert gesehen haben sie das Überrollen aber nicht, wie sie auf Nachfragen des Richters Peter Egger erklärten. Bevor der Angeklagte losgefahren sei, habe sich die Katze noch bewegt und sie habe miaut, sagten die Zeugen. Danach sei ihr Kopf deformiert und der Körper ganz weich gewesen und sie habe sich nicht mehr bewegt. "Die Katze hatte vorher weitaus nicht so massive Verletzungen wie danach. Wenn er so gefahren wäre, wie er es gesagt hat, dann hätte die Katze keine weiteren Verletzungen gehabt." Das Tier ist schließlich verendet.

Die Lebensgefährtin des Beschuldigten, die damals als Beifahrerin neben ihm im Auto saß, bestätigte heute die Angaben ihres Partners. "Es tut mir leid für die Katze. Wir sind beide tierlieb. Am Samstag bekommen wir eine eigene Katze."

Der Richter ging davon aus, dass die Katze "wahrscheinlich" durch den Beschuldigten zu Tode gekommen ist. Es wäre besser gewesen, wenn er um das Tier herumgefahren wäre, gab Egger zu bedenken. Der Richter lobte die Hilfsbereitschaft der beiden Männer, die sich um die verletzte Samtpfote noch gekümmert hatten.

(Quelle: APA)

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