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Schneechaos in Salzburg

11.000 Salzburger sind eingeschlossen

Von der Außenwelt abgeschnitten sind seit Sonntag 11.000 Menschen im Bundesland Salzburg - 5.000 davon in Rauris (Pinzgau). Die Rauriser Landesstraße (L112) wurde wegen eines drohenden Lawinenabganges gesperrt. Die Lawinengefahr hat sich am Sonntag in Salzburg wieder verschärft. Weitere Straßensperren führen dazu, dass sechs Gemeinden nicht mehr erreichbar sind.

Unken, Sankt Martin bei Lofer, Lofer, Weißbach bei Lofer, Rauris

Das sind Rauris durch eine drohende Lawine im Bereich Bruderhof sowie das untere Saalachtal mit den Pinzgauer Gemeinden Unken, Lofer, St. Martin und Weißbach. Hier sind die B311 zwischen Saalfelden (Brandlhof) und St. Martin (Lamprechtshöhle) als auch das Kleine deutsche Eck gesperrt. Als dann von Tiroler Seite vom Pass Strub auch nichts mehr ging, stand fest: Zirka 11.000 Personen sind nicht mit Fahrzeugen erreichbar.

Wetterwarnung in Salzburg verschärft

Allein in Rauris warten 3.000 Bewohner und 2.000 Gäste, bis die Straße wieder aufgeht. Ab 20.30 Uhr wird auch Obertauern nicht mehr erreichbar sein, dann sind es insgesamt 17.000 Menschen in ganz Salzburg, die durch die Straßensperren von der Außenwelt abgeschnitten sind. „Sie alle sind medizinisch versorgt und wohlauf“, versichert Markus Kurcz, Einsatzleiter des Landes.

Der Wald ist schon „vorbelastet“

Viel Neuschnee kennen die Salzburger schon, dazu kamen am Sonntag Regen und Sturm. Landesforstdirektor Michael Mitter rechnet bei Windstärken bis zu 130 km/h vor allem in höheren Lagen damit, dass verstärkt Bäume knicken. „Bis auf 600 Meter Seehöhe sind die Bäume derzeit schneefrei, da wird es aus derzeitiger Sicht keine gröberen Probleme geben. Aber darüber ist die Belastung unverändert geblieben. Kommt jetzt wieder Schnee dazu, wird die Angriffsfläche für den Wind noch größer. Vor allem, wenn die weiße Last an den Ästen und Zweigen festgefroren ist. Und wir wissen nicht, wie sehr die Bäume schon vorgeschädigt sind“, schildert Mitter die Lage und fügt hinzu: „Im Normalfall, also ohne Zusatzbelastung, halten Bäume Windstärken von 130 bis 150 km/h stand."

"Entschuldigt, wenn der Schulweg gefährlich ist“

Nach dem Wochenende würde es für viele kleine Salzburgerinnen und Salzburger heißen „ab in die Schule!“. Aber: In Salzburg bleiben 32 Schulen geschlossen, vier haben Notbetrieb, in drei Schulen ist zwar kein Unterricht, sie bieten aber Betreuung. „Sollte die Schule geöffnet, der Schulweg aber gefährlich sein, sind die Kinder natürlich entschuldigt, aber bitte in der Schule Bescheid geben“, so Bildungslandesrätin Maria Hutter. Detaillierte Informationen für Eltern, Lehrer und Schüler gibt es unter www.salzburg.gv.at/lawinenregional.

Kritische Nacht für die Einsatzkräfte und die Salzburger

Sturm, Schnee und Regen werden in der Nacht zum Montag ihren Höhepunkt erreichen. Auf die Einsatzkräfte kommt daher eine kritische Nacht zu. Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter betont, dass dies nicht die erste ist. „Seit dem Beginn des Schnee-Ereignisses halfen mehr als 5.000 Mitglieder, diese hatten mehr als 1.000 Einsätze. Und sie werden weiter mit voller Kraft da sein“, versichert er. Und er schickt ein Dankeschön hinterher: „Ich bedanke mich ganz aufrichtig bei den Feuerwehrleuten, die meist ehrenamtlich arbeiten. Sie fragen nicht, was sie für den Einsatz bekommen, sie helfen einfach – Tag und Nacht, am Wochenende und wo immer sie gebraucht werden, wird die Freizeit für die Mitmenschen geopfert."

1.000 Bundesheer-Soldaten im Einsatz

Die Anzahl der im Assistenzeinsatz eingesetzten Soldaten hat am Sonntag knapp 1.000 erreicht. Schwerpunkt ist weiterhin das BundeslandSalzburg, am meisten Soldaten arbeiten in Oberösterreich. Insgesamt arbeitet das Bundesheer in 16 Gemeinden, hieß es in einer Aussendung. Seit Samstag sind Zell am See, Grundlsee und Göstling/Ybbs dazugekommen.

  1. Bewohner in schneereichen Regionen sollten nicht unbedingt nötige Aufenthalte im Freien vermeiden. Die Gefährdung durch Gleitschneelawinen nimmt zu.
  2. Kamine müssen vor dem Heizen unbedingt überprüft werden, ob sie vom Schnee befreit sind. Ansonsten kann der Rauch beim Heizen nicht entweichen. Dadurch wird nicht nur die Heizfähigkeit beeinträchtigt - viel gefährlicher ist der Eintritt von Kohlenmonoxid in die Wohnräume und mögliche Rauchgasvergiftungen.
  3. Menschen, die in Gebäuden in der Nähe von Waldrändern wohnen, sollen heute Nacht unbedingt, soweit möglich, im Erdgeschoß schlafen. Umstürzende Bäume könnten durch Dächer brechen und die Schneemassen auf den Dächern könnten darunterliegende Personen verschütten.

Alle Straßensperren in der Übersicht

(Stand: Sonntag, 13.30 Uhr)

SALZBURG STADT:

- L108 GAISBERG Straße ab HOTEL KOBENZL bis zur Spitze (km 3,2 – 9,0) wegen Baumbruch (Umfahrung über Gemeindestraßen)

FLACHGAU:

- L250 Tiefbrunnau km 6 – 6,6 (Schneeräumung derzeit nicht möglich)

TENNENGAU:

- B159 PASS LUEG bis TENNECK NORD (km 24,5 – 34,4) wegen Lawinengefahr

PONGAU:

- B159 SALZACHTAL STRASSE zwischen Kreisverkehr STEGENWALD und Bahnhof SULZAU (km 29,5 – 31) wegen Lawinengefahr
- B164 HOCHKÖNIG Landesstraße DIENTNER Sattel (km 11,8 - 16,4) wegen Lawinengefahr (Umfahrung über B 311 - TAXENBACH – ZELL AM SEE)
- L246 MANDLWANDSTRASSE ab km 7,0 wegen Lawinengefahr (keine Umfahrungsmöglichkeit)
- B99 KATSCHBERG Landesstraße von UNTERTAUERN bis OBERTAUERN (km 34,4 - 41,0) wegen Lawinengefahr; geöffnet SONNTAG 13.1.2019 von 07:00 bis 09:00 Uhr;

PINZGAU:

- L112 Rauriser Landesstraße bis auf weiteres gesperrt, Lawinengefahr
- Lärchbergtunnel im Bereich Lofer gesperrt wegen Stromausfall Tunnel auf Tiroler Seite (örtliche Umleitung eingerichtet)
- B165 Alte GERLOS PASS -Straße zwischen RANKENTAL und RONACH wegen Lawinengefahr gesperrt (Umfahrung über GERLOS-Mautstraße - Kettenpflicht!)
- L110 HIRSCHBICHL Landesstraße bei km 4,0 wegen Lawinengefahr
- B164 HOCHKÖNIG Landesstraße Bereich FILZENSATTEL zwischen DIENTEN und HINTER-THAL/MARIA ALM (km 20,18 - 25,33) wegen Lawinengefahr (Umfahrung über DIENTEN)
- L264 STUBACHTAL Straße ab Gasthaus WIESEN (ab km 5,0) wegen Lawinengefahr
- P312 ALTE LOFERER STRASSE

LUNGAU:

- B99 KATSCHBERG Landesstraße zwischen OBERTAUERN und TWENG (km 46,6 bis 52,2) wegen Lawinengefahr; geöffnet 13.01.2019 von 07:00 bis 18:00 Uhr.

(S24/APA)

(Quelle: APA)

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