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Schwere Niederschläge

Pinzgau: Schutzbauten verhindern Unwetter-Schäden

Leogangs Ortszentrum wäre unter Wasser gestanden

Heftige Unwetter sind am Dienstag über das Bundesland Salzburg gezogen. Dass speziell im Pinzgau nicht noch schwerere Schäden entstanden sind, ist neuen Schutzbauten zu verdanken. Leogang (Pinzgau) wäre so unter Wasser gestanden.

Leogang

„Ohne die neuen Schutzbauten an der Leoganger Ache bei der Steinbergbahn wäre das Ortszentrum von Leogang unter Schlamm und Wasser gestanden. Die Sperre hat bestens funktioniert und das Geschiebe zurückgehalten“, berichtet Gebhard Neumayr, der WLV-Gebietsleiter für den Pinzgau. Gleiches gilt für die Verbauung am Birnbach, der ebenfalls im Leoganger Gemeindegebiet in die Ache mündet. In Maria Alm wurde ein Teil der Schutzmaßnahmen am Krallerwinklbach bereits fertiggestellt. „Dort wo der Bach bereits abgesenkt worden ist, hat sich gezeigt, dass diese Maßnahmen wirken. Probleme gab es hier am noch nicht fertiggestellten Abschnitt“, so der WLV-Experte.

Österreichweit größtes Schutzprojekt im Glemmtal

Allein im Vorjahr wurden landesweit in nahezu 100 Einzugsgebieten von Wildbächen und Lawinen Schutzmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro errichtet. „Diese kontinuierlichen Investitionen haben bestens gewirkt. Das Land setzt mit der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) gemeinsam alles daran, um den Schutz vor Muren und Hochwasser in den betroffenen Gebieten weiter zu verbessern“, betont Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP), und weiter: „Die Tatsache, dass das größte WLV-Projekt Österreichs im Glemmtal mit 58 Millionen Euro in Salzburg umgesetzt wird, zeigt den hohen Stellenwert, den der Schutz vor Naturgefahren bei allen Partnern hat.“

Verbauungen in allen Bezirken

Folgende Hauptprojekte stehen heuer an:

  • Pinzgau: Manlitzbach (Uttendorf), Saalach (Saalbach), Krallerwinklbach (Maria Alm), Thumersbach (Zell am See), Dientenbach, Gleitschneeschutz (gesamter Bezirk)
  • Pongau: Aignergraben (Großarl), Fritzbach (Hüttau), Payerbach (Wagrain), Kötschache (Badgastein), Maierhofgraben (Dorfgastein), Hiertseck (Hüttschlag)
  • Tennengau: Kotbach (Hallein), Rußbach und Zubringer
  • Flachgau: Hinterseer Taugl (Hintersee), Haunsberg (Nußdorf)
  • Lungau: Lawinenschutz Tauernstraße, Taferngraben (Ramingstein), Steinschlagschutz (Tweng), Steinschlagschutz (Muhr)

Weitere neue Schutzbauten in der Pipeline

Zusätzlich zu den bereits fixierten Maßnahmen werden 2020 noch diese weiteren Projekte mit einem Volumen von abermals 30 Millionen Euro entwickelt:

  • Pinzgau: Thumersbach mit Zubringern (Zell am See)
  • Pongau: Gainfeldbach (Bischofshofen), Mühlbach mit Zubringer, Taurachzubringer (Radstadt), Schutz vor Hangmuren und Schutzwaldverbesserung (Bad Hofgastein)
  • Lungau: Leißnitzbach (Tamsweg), Schutz vor Hangmuren und Schutzwaldverbesserung (Muhr).
(Quelle: SALZBURG24)

Zahlreiche Unwetter-Einsätze in Salzburg

Zu zahlreichen Unwetter-Einsätzen rückten Salzburgs Freiwillige Feuerwehren am Dienstagabend aus. Insgesamt fast 750 Floriani standen im Einsatz. Besonders stark betroffen vom heftigen Gewitter waren Saalfelden (Pinzgau) und Abtenau (Tennengau). Die Salzachtal Straße (B159) zwischen Pass Lueg und Werfen (Pongau) ist wegen umgefallener Bäumen und Geröll voraussichtlich bis zum frühen Abend nicht befahrbar. Berichte über Verletzte lagen zunächst keine vor.

Das Gros der Alarmierungen fand laut Auskunft des Landesfeuerwehrkommandos zwischen 18.45 Uhr und 23 Uhr statt. Es kam zu kleineren Murenabgängen, Bäche traten über die Ufer, Keller und Tiefgaragen standen unter Wasser, Bäume wurden entwurzelt oder Dächer abgedeckt. Der Schwerpunkt der Ereignisse lag dabei entlang eines Streifens von Leogang über Saalfelden, Maria Alm und Mühlbach bis nach Filzmoos. Im Tennengau war das Lammertal besonders betroffen.

Insgesamt waren 748 Einsatzkräfte von 25 Feuerwehren bei 180 Einsätzen unterwegs, informierte das Landfeuerwehrkommando.

+++UNWETTER ÜBER SALZBURG+++ Am Abend des 28.07.2020 erreichte das Bundesland Salzburg eine Sturm- und Gewitterfront,...

Gepostet von Feuerwehrverband Salzburg am Dienstag, 28. Juli 2020

28.07.2020 - 18:57 Uhr Baum umgestürzt. www.ff-grossgmain.at

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Grossgmain am Dienstag, 28. Juli 2020

Teile von Abtenau überflutet

In Abtenau wurden etwa Niederschlagsmengen mit mehr als 40 Liter pro Quadratmeter gemessen. Wie die Feuerwehr mitteilte, rückten die Einsatzkräfte ab 19 Uhr zu 35 Einsatzstellen aus. Besonders betroffen waren die Ortsteile Markt, Kehlhof, Fischbach, Seetratten, Leitenhaus, Schratten und Au.

Hochwassereinsätze im gesamten Ortsgebiet 28.07.2020 Alarm um 19:05 Uhr mit Sirene Ausgerückte Fahrzeuge: Tank...

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Abtenau am Dienstag, 28. Juli 2020

"Der Wimmgraben sowie der Fischbach konnten die großen Wassermassen nicht mehr aufnehmen und gefährdeten mehrere Gebäude", schilderte Peter Bachler von der Feuerwehr. Der Bereich beim Tennisplatz sowie die Straße "Pfarrhofwiese" wurden überflutet. Die Straße musste für den Verkehr gesperrt werden. Bei der Firma Holzknecht ging eine Mure ab und verschüttete die Straße ca. einen Meter hoch.

Bei den meisten Einsätzen waren Keller auszupumpen. Im Bereich der "Kreuzung Promberger" bildete sich ein 70 Meter langer und 50 Zentimeter hoher See, dessen Wasser in Wohnhäuser eintrat. An dieser Einsatzstelle stand die Feuerwehr Abtenau mit den Hochleistungs-Tauchpumpen des Hochwasseranhängers im Einsatz.

Heftige Unwetter im Pinzgau

Auch im Pinzgau rückten die Einsatzkräften in mehreren Gemeinden – insgesamt zwölf Feuerwehren mit rund 400 Personen – aus: Speziell im Großraum Saalfelden haben Kanäle nicht mehr funktioniert, Keller und Tiefgaragen standen unter Wasser.

Unwetter und Starkregen in Leogang WLV/Gebhard Neumayr
In Leogang hat das neue Filterbauwerk seine Arbeit getan.

In Saalfelden wurden zusätzlich die Feuerwehren aus St. Martin bei Lofer und Weißbach zur Unterstützung im Unwetter-Einsatz angefordert.

+++Sturmeinsatz+++ Gegen 19:00 Uhr wurde die Feuerwehr Uttendorf informiert, dass ein Baum im Kreuzungsbereich "Alte...

Gepostet von Feuerwehr Uttendorf im Pinzgau am Dienstag, 28. Juli 2020

In Zell am See wurden Windspitzen von knapp 100 km/h gemessen. Hier wurde durch den Sturm das Blechdach eines unbewohnten Hauses teilweise abgedeckt. Es musste von den Florani gesichert werden. Außerdem waren mehrere Straßenzüge (Kaprunerstraße, Sonnbergstraße) durch umgestürzte Bäume teilweise blockiert und wurden wieder frei geräumt.

Einsatz 28.07.2020 20:11Uhr Die RK Leitstelle alarmierte die Wasserrettung Saalfelden aufgrund des starken Gewitters...

Gepostet von Wasserrettung Saalfelden am Dienstag, 28. Juli 2020

B159 bis 17 Uhr für Verkehr gesperrt

Durch das heftige Unwetter wurde die B159 bei Golling (Tennengau) und der dazugehörende Radweg im Teilstück vom Pass Lueg bis Stegenwald bei Werfen an mehreren Stellen von umgefallenen Bäumen und Geröll blockiert. Die Straße war auch am Vormittag noch nicht befahrbar. Aktuelle Verkehrsinfos findet ihr HIER.

 

Die Feuerwehr Golling und die Straßenmeisterei rückten an. Aufgrund der Vielzahl der umgeknickten Bäume konnten die Arbeiten vor Einbruch der Dunkelheit nicht abgeschlossen werden. Zudem wird auf dem Hang entlang der B159 noch loses Geröll vermutet. Schließlich wurde die B159 gesperrt. Ausweichen ist zwischen Golling und Stegenwald über die Tauernautobahn möglich. Wie Hermann Brückler von der Straßenmeisterei Tennengau am Mittwoch zur APA sagte, dürfte die Sperre noch bis 17 Uhr andauern. "Wir müssen neben Rodungsarbeiten noch die Fahrbahn säubern und eventuell loses Geröll aus den Hängen über der Straße räumen." Autofahrer können inzwischen zwischen Golling und Stegenwald über die Tauernautobahn (A10) ausweichen.

Schutzbauten verhinderten größere Überflutungen

Wie das Land Salzburg in einer Aussendung informiert, hätten auch die Schutzbauwerke ihre Funktionen erfüllt und Auswirkungen bis in besiedelte Gebiete verhindert.

Aufgerufen am 18.04.2021 um 11:52 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/schutzbauten-verhindern-schwerere-unwetter-schaeden-im-pinzgau-90814231

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