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Straßenbau-Pionier Wallack wäre am Freitag 125 Jahre alt geworden

Die Großglockner Hochalpenstraße - monumentalsten alpinen Bauwerke von Franz Friedrich Wallack. APA/EXPA/JOHANN GRODER
Die Großglockner Hochalpenstraße - monumentalsten alpinen Bauwerke von Franz Friedrich Wallack.

Gleich drei Bundesländer dürfen am kommenden Freitag, 24. August, eines Mannes gedenken, der an diesem Tag 125 Jahre alt geworden wäre: Franz Friedrich Wallack, ein gebürtiger Wiener, der nach dem Studium in Kärnten und später in Salzburg gelebt hatte.

Seiner Nachwelt hat er eines der monumentalsten alpinen Bauwerke hinterlassen: die Großglockner-Hochalpenstraße.

Franz Rehrl unterstützte Wallack

Der Kärntner Landesbaurat hatte bereits 1924 den Auftrag erhalten, eine Straße über das Hochtor im Alpenhauptkamm zu entwerfen. Grünes Licht erhielt er aber erst nach dem New Yorker Börsenkrach 1929, tatkräftig unterstützt vom Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl. So fanden von den 520.000 Arbeitslosen in Österreich wenigstens 3.200 eine Beschäftigung. Am 30. August 1930 krachte der erste Sprengschuss bei Ferleiten im Pinzgau. Eisige Kälte und Schneestürme machten den Bauarbeitern, "Glockner-Baraber" genannt, während der fünfjährigen Bauzeit schwer zu schaffen.

260 Mal zu Fuß über den Alpenhauptkamm

Aber auch für den Bauleiter war es kein Honigschlecken: Bis zur Fertigstellung seines Lebenswerkes überquerte Wallack über 260 Mal zu Fuß den Alpenhauptkamm und legte dabei geschätzte 15.000 Kilometer zurück. Am 3. August 1935 wurde die 48 Kilometer lange Route schließlich eröffnet.

Dass die hochalpine Nord-Süd-Verbindung, die als erste in Europa über einen Gletscher hinauf führte, später einen so großen Publikumsansturm erlebte, hat sich Bauingenieur Wallack wohl nie träumen lassen. Er ging anfangs von jährlich 40.000 Besuchern aus, korrigierte seine Schätzung aber auf angeblich überoptimistische 120.000. Aber bereits wenige Jahre nach der Eröffnung legte Wallack sein Image als Träumer endgültig ab: 374.000 Menschen fuhren 1939 auf den Großglockner. Heute sind es jedes Jahr rund 900.000, vor zwei Jahren wurde der 60-millionste Besucher begrüßt.

Wallack ein Naturliebhaber

Wallack war aber nicht nur ein hervorragender Straßenbauer, sondern er liebte auch die Natur. Er trassierte die Straße so, dass sie sich harmonisch in die Landschaft schmiegt und der Natur möglichst keine Gewalt antut. So lobte auch der international anerkannte Architektur-Theoretiker Friedrich Achleitner das "besondere Verhältnis von Natur und Technik" und sprach von einem "Beweis, dass wirtschaftliche Interessen und technischer Verstand eine Landschaft nicht zerstören müssen".

Zur Vereinfachung der Schneeräumung entwarf Wallack später auch eigene Rotationspflüge, die seit 1955 jedes Jahr zum Einsatz kamen. Erst heuer mussten sie wieder den Vergleich zu neuen Geräten antreten. Und Wallacks Fräsen ließen dabei das neue Testgerät "alt" aussehen. "Bemerkenswertes Ergebnis: Nach wie vor eignen sich die seit Jahrzehnten bewährten 'Wallack-Schneefräsen' am allerbesten für diese speziellen hochalpinen, winterlichen Bedingungen auf der Großglockner Hochalpenstraße", urteilte die Straßengesellschaft damals.

Wallack starb 1966 im Pongau

Noch mit 73 Jahren leitete der Ingenieur den Neubau der Gerlos Alpenstraße. Franz Wallack war bis zu seinem Tode auch der erste Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG. Er starb am 31. Oktober 1966 in St. Johann im Pongau.

(Quelle: S24)

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