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Tod nach Infektion im Whirlpool: Freispruch für Salzburger Hotelier

Ein Hotelier aus dem Pinzgau ist am Freitag in einer Berufungsverhandlung am Landesgericht Salzburg vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Eine Urlauberin aus Deutschland soll sich im Februar 2010 in einem Whirlpool des Hotels mit einem giftigen Nasskeim infiziert haben und daran verstorben sein (SALZBURG24 hat berichtet).

In erster Instanz war der 49-jährige Mann noch für schuldig befunden worden, für den Tod einer Urlauberin im Jahr 2010 verantwortlich zu sein. Die Frau hatte sich in einer Wanne seines Hotels mit einem Bakterium infiziert, das eine letztlich letale Blutvergiftung zur Folge hatte.

Tod durch Infektion im Whirlpool

Die 49-jährige Touristin aus Regensburg in Bayern war im Februar 2010 für einige Tage in das Wellnesshotel im Salzburger Saalachtal eingecheckt. Das Paar nächtigte in einer romantischen Blockhütte, die mit einer Wanne mit Whirlpool-Düsen ausgestattet war. Doch just die Entspannung im blubbernden Wasser dürfte der Frau zum Verhängnis geworden sein. Laut Anklage hat sich die Frau in der Wanne mit dem giftigen Bakterium "Pseudomonas Aeruginosa" angesteckt. Noch im Urlaub klagte die Frau über Bauchschmerzen und reiste heim. Dort verschlimmerte sich ihr Zustand rapide. Die Frau erlitt eine Sepsis und starb wenige Tage später an einem Multiorganversagen in einer Klinik in Bayern.

Unzureichende Wartung als Ursache

Eine Untersuchung förderte später eine hohe Bakterienkonzentration im Nassbereich der Hütte zutage. Laut einem Hygienegutachter habe der Hotelier die Wanne nur unzureichend gewartet, Reinigung und Wartung hätten nicht den Vorgaben der ÖNORM entsprochen. Der Pinzgauer wurde deshalb wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und am 15. Februar 2012 in erster Instanz am Bezirksgericht Saalfelden zu einer bedingen Freiheitsstrafe von zwei Monaten verurteilt. Der Verteidiger des Hoteliers, Roman Wagner, berief damals gegen das Urteil. "Es war ein tragischer Todesfall, für den keiner etwas kann", betonte er am Freitag in der Berufungsverhandlung. "Mein Mandant hat alles getan, damit es eben nicht zu einer Infektion kommt." Der Hotelier habe sich an die Betriebsanleitung für die Wanne gehalten und die Reinigungsintervalle wie empfohlen eingehalten. "Darauf musste er vertrauten." Zudem sei die Wanne im Zuge der Bewilligung nicht beeinsprucht worden. "Ihm hier eine Mitschuld am Tod der Frau zu geben, ist eine Überspannung der Sorgfaltspflicht." Zumal sei bei der Frau im Zuge der Obduktion ein zweiter Keim gefunden worden, der genauso für den Tod der Frau verantwortlich sein könnte. "Die Frau ist schon krank angereist. Ein nach ihrer Rückkehr vom Hausarzt verschriebenes Medikament hat ihr Immunsystem weiter geschwächt."

Hotelier als nicht schuldig befunden

Der Berufungssenat schloss sich dieser Argumentation nicht an. "Es ist unstrittig, dass die Wanne nicht der ÖNORM entsprechend gereinigt wurde und ein Konstruktionsfehler vorlag", argumentierte die vorsitzende Berufungsrichterin. Allerdings sei der Einbau von einem Professionisten durchgeführt und die Reinigung vom Hotelier entsprechend der Betriebsanleitung durchgeführt worden. Außerdem liege eine Baugenehmigung für den Einbau der Whirl-Wannen vor, an die sich der Hotelier bei der Umsetzung auch gehalten habe. "Dass die Bedingungsanleitungen und die Konstruktion des Whirlpools nicht den Bestimmungen entsprochen haben, konnte er nicht wissen. Unter diesen Umständen ist ihm keine Sorgfaltswidrigkeit vorzuwerfen." Der Freispruch ist rechtskräftig. (APA)

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(Quelle: S24)

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