Jetzt Live
Startseite Pinzgau
Pinzgau

Verbund-Anteil an Gletscherbahn: Gemeinde Kaprun zieht nicht voll mit

Nach der Gemeindevertretung am Montagabend soll am Mittwochabend auch der Tourismusverband von Kaprun die Weichen für den Erwerb des 45-Prozent-Anteils des Stromkonzerns Verbund an der Gletscherbahnen Kaprun AG (GBK) stellen.

Bürgermeister Norbert Karlsböck geht auch hier von einem grünen Licht für eine regionale Lösung aus. Bei einem Zukauf wird sich die Gemeinde aber nicht mehr so stark engagieren wie derzeit, so Karlsböck zur APA. Der Verbund hat das Paket mit 18,4 Mio. Euro in den Büchern stehen, bisher sollen sich sechs Interessenten Unterlagen abgeholt haben, und bis Juni soll der Verkauf über die Bühne gehen, so die "SN".

„Anteile sollten in der Region bleiben“

"Für uns wäre es am besten, wenn die Anteile hier in der Region bleiben. Gemeinde, unser Tourismusverband, Lifte und Kleinaktionäre haben schon 48 Prozent, wir möchten die Verbund-Anteile noch dazu", sagte Karlsböck der Dienstag-"Krone". Und er hofft, "dass wir auch dann einsteigen können, wenn ein höheres Kaufanbot kommt - das wäre ideal und fair." Beim Bemühen um das Verbund-Paket wird sich die Gemeinde Kaprun nicht mehr so stark engagieren wie derzeit - momentan sind es 36,5 Prozent, also drei Viertel der 48 Prozent. "Wir werden nicht mehr so kräftig dabei sein wie derzeit", sagte der SPÖ-Bürgermeister, der zugleich auch technischer Vorstand der GBK ist, am Dienstag zur APA.

Unterstützung von Bürgermeistern und Landesregierung

Außer Gemeinde und Tourismusverband versuche man noch "weitere Partner" in eine regionale Bietergemeinschaft hineinzubringen, auch unter Einbeziehung von Zell am See, so Karlsböck weiter. Sobald diese Gruppe stehe, solle "rasch ein gemeinsames Angebot" für den GBK-Anteil des Verbund gelegt werden. Als potenzieller Käufer könne man den Zeitpunkt nicht bestimmen, man sei aber "zuversichtlich", was eine "rasche Übernahme" betreffe. Unterstützung für eine Regional-Lösung gebe es nicht nur durch sämtliche Pinzgauer Bürgermeister, sondern auch durch die Salzburger Landesregierung. Am Dienstag standen Gremialsitzungen von Ausschuss und Vorstand des Tourismusverbandes auf dem Plan, am Mittwoch soll eine außerordentliche Generalversammlung der 350 Mitglieder tagen, die dafür Anfang voriger Woche die Einladungen erhalten hatten.

48 Prozent der Gletscherbahn in Kapruner Besitz

Der Verbund stellt seinen GBK-Anteil zum Verkauf, da er nicht zu seinem Kerngeschäft zählt. Derzeit sind 48 Prozent der Gletscherbahn in Kapruner Besitz: Es gehören laut "Firmen Compass" 34,2 Prozent direkt der Gemeinde, weitere 6,9 Prozent der Kapruner Promotion und Lifte GmbH mit unzähligen örtlichen Gesellschaftern (u.a. ein Drittel die Gemeinde) sowie 7,2 Prozent dem Tourismusverband Kaprun. Weitere 6,7 Prozent halten private Investoren aus der Region - darunter lokale Banken und Nachbargemeinden - sowie GBK-Mitarbeiter. Mit 160 Ganzjahresmitarbeitern (über 220 in der Hauptsaison) ist die GBK der größte touristische Betrieb Salzburgs. 2010/11 kamen über 907.000 Gäste aufs Kitzsteinhorn. In der Periode 2009/10 erzielte die GBK laut Verbund-Geschäftsbericht 1,269 Mio. Euro Jahresüberschuss und verfügte per 30.9.2010 über 41,1 Mio. Euro Eigenkapital. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 04:31 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pinzgau/verbund-anteil-an-gletscherbahn-gemeinde-kaprun-zieht-nicht-voll-mit-59343265

Kommentare

Mehr zum Thema