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Verbund vor Verkauf seiner 45 Prozent an den Gletscherbahnen Kaprun

Der Verbund-Stromkonzern macht nun ernst mit dem schon länger erwogenen Verkauf seines 45-Prozent-Anteils an der Gletscherbahnen Kaprun AG (GBK). Aufgrund der Bemühungen in Kaprun, das Paket in der Region zu halten, soll der Fahrplan bei einer außerordentlichen Gemeindevertretungssitzung am 16. Mai festgelegt werden.

Laut "Salzburger Nachrichten" (SN) liegt die Preisvorstellung bei 18 Mio. Euro; in den Büchern steht der Anteil laut "orf.at" mit 18,4 Mio. Euro, was seitens des Verbund-Konzerns bestätigt wird. Der Verbund stellt den Anteil zum Verkauf, da er nicht zu seinem Kerngeschäft zählt - und im Bundesland Salzburg will man möglichst viel von dem Paket in der Region, im Pinzgau, halten. Derzeit sind 48 Prozent der Gletscherbahn in Kapruner Besitz: Es gehören laut "Firmen Compass" 34,2 Prozent direkt der Gemeinde, weitere 6,9 Prozent der Kapruner Promotion und Lifte GmbH mit unzähligen örtlichen Gesellschaftern (u.a. ein Drittel die Gemeinde) sowie 7,2 Prozent dem Tourismusverband Kaprun. Weitere 6,7 Prozent halten private Investoren aus der Region - darunter lokale Banken und Nachbargemeinden - sowie GBK-Mitarbeiter. Die Minderheitsbeteiligung an der Gletscherbahn zähle "nicht zu unserem Kerngeschäft", hatten die "SN" den Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber am Samstag zitiert. Es gebe "einige Interessenten", die eingeladen würden ein Angebot zu legen. Erster Ansprechpartner sei die Gemeinde. Dort peilt man in der Tat eine regionale Lösung an, so die Zeitung: "Wir sind zuversichtlich, diese Lösung hinzubekommen. In den nächsten Tagen werden Gremien damit befasst", erklärt der Kapruner Bürgermeister Norbert Karlsböck (S), der zugleich technischer Vorstand der GBK ist. Die Situation sei freilich "nicht völlig überraschend gekommen", räumt Karlsböck ein. Vorigen Freitag wurden laut "SN" Einladungen an 350 Kapruner Haushalte verschickt. Hinter den Kulissen wird laut "orf.at" an einer "Salzburger Lösung" gearbeitet - unter Federführung von Tourismusreferent LH-Stv. Wilfried Haslauer (V). Der erklärte den "SN" (Montag): "Uns wäre eine Lösung aus der Region am liebsten." Er habe Kontakt zu einer Bankengruppe aufgenommen, die die Finanzierung übernehmen würde. "Ich bin guten Mutes, dass es zu einem guten Ende kommt - außer der Verkauf artet in einer Preisschlacht aus." Dem Verbund selbst liegt an einem "objektiven und transparenten Verkaufsverfahren", deshalb habe man den renommierten Wirtschaftsprüfer KPMG mit der Ausschreibung betraut, hieß es am Dienstag zur APA. Einen Zeithorizont für den Verkauf - etwa ob die Veräußerung noch heuer erledigt sein soll - will man nicht nennen. Mit 160 Ganzjahresmitarbeitern (über 220 in der Hauptsaison) ist die GBK der größte touristische Betrieb Salzburgs. 2010/11 kamen mehr als 907.000 Gäste auf das Kitzsteinhorn. In der Periode 2009/10 erzielte die GBK laut Verbund-Geschäftsbericht 2011 einen Jahresüberschuss von 1,269 Mio. Euro und verfügte per 30.9.2010 über ein Eigenkapital von 41,1 Mio. Euro. (APA)
(Quelle: S24)

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