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"Replace Plastic"

Per App Plastik den Kampf ansagen

Plastik, Lebensmittel, Tomaten, SB APA/AFP/Daniel LEAL-OLIVAS
Wer Obst und Gemüse lieber ohne Plastik hätte, kann das per App dem Hersteller mitteilen. (SYMBOLBILD)

Etwa 20 Kilo Plastik fallen in Salzburg im jahr pro Kopf an. Plastikfrei einzukaufen ist aber immer noch schwierig, Kunststoff begegnet uns fast überall. Mit der „Replace Plastic“-App, kann jede und jeder Unternehmen direkt zur Plastikreduktion auffordern. Im Gespräch mit SALZBURG24 erläutert die Initiatorin, wie’s funktioniert.

Jennifer Timrott und ihr Mann haben die App 2017 entwickelt. Sie schildert im Gespräch mit SALZBURG24: „Wir wollen die Hersteller stärker in die Pflicht nehmen.“ Es gäbe sehr viele individuelle Kampagnen, die auf die Kundinnen und Kunden zielen und ihnen erklären würden, wie sie Plastik vermeiden könnten. „Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass man als Kunde aber selten die Alternativen hat, die man bräuchte“, erzählt Timrott. Sie betont, die Verantwortung jedes einzelnen sei natürlich wichtig, „aber das nützt alles nichts, wenn die Produktion von Plastik steigt und immer mehr Verpackungen in den Regalen stehen.“

Replace Plastic Replace Plastic/Screenshot
Mithilfe der App soll Plastik in den Supermärkten werniger werden.

"Replace Plastic": Bis zu 3.000 Scans täglich

Mit der „Replace Plastic“-App kann jede und jeder mit dem Smartphone den Barcode eines Produktes einscannen. Timrotts Verein „Küste gegen Plastik“, mit Sitz im deutschen Nordfriesland, leitet die Beschwerde an den Hersteller weiter und weist ihn daraufhin, dass sich die Käuferinnen und Käufer weniger Plastik wünschen würden.

Aktuell (Stand 08. Oktober 2019) ist die App auf 42.345 Android-Geräten und 6.857 Apple-Geräten installiert. Zwischen 2.000 und 3.000 Produkte werden damit in Deutschland, Österreich und der Schweiz täglich gescannt. Den Barcode kann man auch händisch auf der Website der App eingeben. 150.000 Produkte befinden sich mittlerweile in der Datenbank des Vereins. Ist das gescannte nicht dabei, können Benutzerinnen und Benutzer es selbst eintragen.

 

Hersteller zu weniger Plastik auffordern

Der Verein sammelt 20 Einsendungen desselben Produktes, erst dann bekommt der Hersteller ein E-Mail. „Wir wollen einen konstruktiven Dialog mit den Unternehmen und mit unseren Nachrichten nicht im Spam-Ordner landen.“ Doch auch bei weniger Scans werden die Unternehmen kontaktiert – spätestens nach vier Wochen werden alle Produkteinsendungen weitergeleitet. Ebenfalls benachrichtigt werden jene Supermärkte, die die betreffenden Produkte im Sortiment haben.

Unternehmen reagieren auf Beschwerden

Die Reaktion der Unternehmen reicht von unfreundlicher Abweisung bis zur tatsächlichen Veränderung. Man werde allerdings sehr selten „angepflaumt“, betont Timrott: „Meistens bekommen wir eine Standard-Mail vom Kundenservice mit den Gründen für Plastik.“ Der Verein antwortet darauf nochmals, dadurch komme man vielmals mit der Verpackungs- bzw. Nachhaltigkeitsabteilung in Kontakt. Besonders letztere würden sich über die Initiative freuen: „Das stärkt ihre Position im Unternehmen.“

Auf Anfrage von SALZBURG24 erklären Spar und dm, dass man noch keine Anfragen durch die App erhalten habe. Beide betonen jedoch, dass man selbst daran arbeite, Verpackungen zu reduzieren oder umweltfreundlicher zu gestalten. Bei dm heißt es, dass man von den Kundinnen und Kunden regelmäßig direkt "zum Thema Plastikverpackung und Umweltfreundlichkeit im dm Sortiment" kontaktiert werde.

Die Erfahrung zeige laut Timrott, dass mittlere und kleine Unternehmen schneller handeln. Sie ist überzeugt, dass diese Vorreiter einen Sog für die großen Hersteller erzeugen: „Es wird dadurch schwieriger zu sagen, dass es nicht anders geht.“

 
(Quelle: SALZBURG24)

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