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15-Jähriger wegen Einbrüchen in Bad Hofgastein schuldig gesprochen

Ein 15-Jähriger muss wegen Versuchten Einbrüchen ins Gefängnis. Er ist kein unbeschriebenes Blatt Gericht Salzburg
Ein 15-Jähriger muss wegen Versuchten Einbrüchen ins Gefängnis. Er ist kein unbeschriebenes Blatt

Ein 15-jähirger Pongauer wurde am Mittwoch wegen zwei versuchten Einbruchsdiebstählen in Bad Hofgastein (Pongau) zu einem Jahr Haft teilbedingt verurteilt. Bereits im Mai war er wegen 25 Straftaten, die ihm vorgeworfen wurden zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Ein 15-jähriger Salzburger aus dem Pongau ist heute, Mittwoch, trotz seines jungen Alters nicht zum ersten Mal als Angeklagter vor Gericht gestanden. Diesmal wurden dem Burschen, der schon mehrmals von zu Hause und Jugendhilfe-Einrichtungen ausgerissen war, zwei versuchte Einbruchsdiebstähle vom Februar in Bad Hofgastein vorgeworfen. Er beteuerte vehement seine Unschuld, wurde aber verurteilt.

Vier Monate ins Gefängnis

Der Teenager erhielt zwölf Monate teilbedingte Haft. Vier Monate davon muss er ins Gefängnis. Allerdings saß er schon fünf Wochen in Untersuchungshaft, die ihm nun angerechnet werden. Richterin Daniela Segmüller ordnete eine Bewährungshilfe für den bedingten Strafanteil an. Das Urteil ist rechtskräftig.

War bereits auf Bewährung

Der 15-Jährige ist für die Justiz kein unbeschriebenes Blatt. Er stand im Vorjahr dreimal vor einem Richter. Nach einem Schuldspruch im Mai wegen rund 25 vorgeworfenen Straftaten im Pongau - es handelte sich vorwiegend um Einbruchsdiebstähle und Sachbeschädigung - erhielt er eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten. Sein damaliger Anwalt verwies auf eine problematische Kindheit, sprach von Gewalterfahrung in der Familie und einer "gequälten Seele". Ein Gutachter konstatierte eine zu geringe Kinder- und Jugendförderung.

Die Vorwürfe

Staatsanwalt Robert Holzleitner lastete dem 15-Jährigen beim heutigen Prozess zwei versuchte Diebstähle durch Einbruch an. Am 3. Februar soll der Teenager eine Scheibe des Jugendzentrums in Bad Hofgastein eingeschlagen haben, und am 17. Februar habe er im selben Ort fünf Bankschließfächer mit einem Schraubenzieher aufbrechen wollen. Im Fall der Bankschließfächer wurde der Bursch nicht wegen versuchten Einbruchsdiebstahls, sondern wegen Sachbeschädigung verurteilt. Einem Bankangestellten zufolge haben sich in den Schließfächern keine Wertpapiere und auch kein Bargeld, sondern ausschließlich Unterlagen für Kunden befunden.

Keinen Kontakt zur Mutter

"Im Februar hab ich bei meinem Papa gewohnt. Seither habe ich auch keinen Scheiß mehr gemacht", wies der Angeklagte jede Schuld von sich. Mit der Bewährungshelferin passe auch alles, nur zu seiner Mutter habe er keinen Kontakt mehr, erzählte er. Der 15-Jährige wurde von einem Zeugen belastet. Ein Polizist aus Niederösterreich, der am 3. Februar in der Nähe des Jugendzentrums spazieren gegangen war, hat ein Klirren gehört, und kurz darauf den Jugendlichen drei Meter von dem kaputten Fenster entfernt angetroffen. "Ich fragte, was er da tut. Er sagte, er würde sein Handy suchen", schilderte der Beamte. Der Teenager habe aber ein Handy in der Tasche gehabt, und zwei Steine, als ihn die Polizei visitiert habe. "Die Steine hatte ich dabei, für das Weitschießen am Parkplatz", meinte der Angeklagte etwas kleinlaut.

Junge versucht sich zu rechtfertigen

Vor den ermittelnden Polizisten rechtfertigte sich der Beschuldigte damit, er hätte beim Jugendzentrum nur das Handy einer Bekannten gesucht. "Da habe ich gelogen", sagte er heute zur Richterin. In Wahrheit habe er damals bei einer Trafik Zigaretten von einem Automaten kaufen wollen. Als er dann rund 15 Meter von dem Jugendzentrum entfernt auf einer Brücke gestanden sei, habe er das Geräusch einer zerbrechenden Glasscheibe gehört. "Jemand ist an mir vorbeigelaufen. Ich weiß aber nicht, wer es war. Ich mag das Jugendzentrum, sie haben mir dort geholfen, für was soll ich da einbrechen", fragte er. Bei der Trafik habe er einen Skistock gefunden, den habe er mitgenommen. "Ich hatte aber nichts vor damit."

Video von Tat

Von dem Vorfall bei der Bank gibt es Videoaufnahmen. "Man sieht wie Sie reingehen und an den Schließfächern herumhantieren", hielt Segmüller dem Pongauer vor. Der Teenager gab zu, dass er zu den aufgezeichneten Zeiten am Tatort war. In jener Nacht sei er zweimal auf die Bank gegangen, um Kontoauszüge auszudrucken. "Zehn Minuten sind zu kurz, um Schließfächer aufzubrechen", empörte er sich. Ein Mitarbeiter des Jugendzentrums wusste, dass der 15-Jährige auf Geld von seinem Lehrherrn wartete. "Ich weiß, dass er alle zehn Minuten zum Bankomat gelaufen ist und geschaut hat, ob er schon Geld gekriegt hat", bezeugte der Sozialpädagoge. Laut dem Staatsanwalt stand der Angeklagte zuletzt am 17. Oktober 2013 vor Gericht. Es sehe so aus, dass der Bursch nur durch eine Haft von weiteren Straftaten abgehalten werden könne, sagte Holzleitner. (APA)

(Quelle: S24)

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