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600 Teilnehmer zum European Health Forum Gastein erwartet

Zum 13. Mal versammeln sich in der kommenden Woche Gesundheitsexperten aus ganz Europa im herbstlichen Bad Hofgastein in Salzburg, um ihre Gedanken über die Entwicklung der Gesundheitspolitik auszutauschen.

Rund 600 Teilnehmer aus etwa 40 Ländern werden von 6. bis 9. Oktober zum diesjährigen European Health Forum Gastein (EHFG) erwartet. Eines der Themen dabei wird sein, bis wie weit Anti-Aging ethisch und finanziell vertretbar sei, sagte Kongress-Präsident Günther Leiner im APA-Gespräch.

"Früher ist man zum Arzt gegangen, wenn es irgendwo gezwickt hat, und der hat geholfen. Heute werden viele Begehrlichkeiten an ihn herangetragen", so Leiner. Das betreffe nicht nur Schönheitsoperationen wie eine Brustvergrößerung, sondern etwa auch die Häufung an Kaiserschnitten oder die moderne Diagnostik während der Schwangerschaft. "Wem dient das Ganze? Es führt zu mehr Abtreibungen. Und wir stellen uns die Frage: Ist das was Gutes? Wie weit genehmigt unsere Gesellschaft überhaupt noch behinderte oder ältere, gebrechliche Menschen?", so Leiner.

Auch chronische Atemwegserkrankungen und ihre Ursachen werden zum Thema in Bad Hofgastein. Gegen das Rauchen in der Gastronomie beispielsweise werde in Europa sehr unterschiedlich vorgegangen. In Italien hätten sich seit Einführung des strengen Rauchverbotes die Herzinfarkte massiv verringert, berichtete Leiner, in Österreich hingegen sei der Nichtraucherschutz schwach. Daher müsse auch die Frage der Kompetenz im Gesundheitswesen diskutiert werden, die ja derzeit weitgehend bei den einzelnen Staaten liege.

Weiters werden sich die Experten mit lokalen internationalen Partnerschaften beschäftigen. So gebe es etwa zwei Spitäler in Niederösterreich und Tschechien, die in der Notfallmedizin eng zusammenarbeiten und inzwischen auch schon ihre Schwerpunkte aufeinander abgestimmt hätten, weil in der geringen Entfernung nicht zweimal das gleiche Angebot nötig sei.

"Investitionen in das Gesundheitspersonal von morgen - Was muss das Gesundheitspersonal von morgen können?", die Finanzierung der Gesundheitssysteme und die "Personalisierte Medizin" sind weitere Themen der Tagung. Zudem wird auch heuer wieder der European Health Award vergeben, für den es zahlreiche Nennungen gab, sechs von ihnen schafften es auf die Short List.

Unter den 600 Teilnehmern werden rund 20 Minister und Staatssekretäre sein, auch Österreichs Minister Alois Stöger (SPÖ) wird kommen. Weitere prominente Gäste sind EU-Gesundheitskommissar John Dalli, WHO Regionaldirektorin Zsuzsanna Jakab, die EU-Generaldirektorin für Gesundheit und Verbraucherpolitik Paola Testori-Coggi oder der EU-Generaldirektor für Informationsgesellschaft Robert Madelin.
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.07.2019 um 10:27 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/600-teilnehmer-zum-european-health-forum-gastein-erwartet-59239744

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