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Annemarie Moser-Pröll: Eine Skilegende wird 65

Am Dienstag wird Annemarie Moser-Pröll 65 Jahre alt. Österreichs erfolgreichste Skirennläuferin steht rund um ihren "Halbrunden" auch deshalb gerade im Blickpunkt, weil sie sich zuletzt sehr deutlich für einige mit schwerwiegenden Missbrauchs-Vorwürfen konfrontierte Trainer aus ihrer aktiven Zeit eingesetzt hat. Im Gegensatz zum groß gefeierten 60er geht sie diesmal einfach Skifahren.

Und zwar privat und mit der Familie. "La Pröll" nannte man die Salzburgerin in den 1970er-Jahren vor allem in Frankreich ehrfürchtig. Kein Wunder. Pröll dominierte den Skirennsport gut ein Jahrzehnt lange wie keine Läuferin vor ihr, 1971 wurde die am 27. März 1953 in Kleinarl geborene Rennläuferin mit noch 17 Jahren erstmals Gesamtweltcup-Siegerin.

Moser-Pröll wurde zur Skilegende

Insgesamt gewann sie dank ihrer 62 Weltcupsiege die große Kristallkugel gleich sechs Mal sowie zusätzlich 12 kleine Kugeln für Siege in den Disziplinwertungen Abfahrt (7), Riesentorlauf (3) und Kombination (2). Dazu kamen 5 WM-Goldene und der Abfahrts-Olympiasieg 1980 in Lake Placid. Ihre Erfolgsbilanz war 35 Jahre lang unerreicht, obwohl es zu ihrer aktiven Zeit noch keinen Super-G gab und sie kurz vor der Saison 1975/76 einen Winter aussetzte, um ihren kranken Vater zu pflegen. Dadurch verpasste sie auch die Heim-Winterspiele 1976 in Innsbruck.

Moser-Pröll stellt Rekord um Rekord auf

Nach der Rückkehr siegte sie aber weiter wie zuvor. Gleich sieben Mal (Rekord) war Annemarie Moser deshalb Österreichs Sportlerin des Jahres. Im November 1999 wurde sie zu Österreichs Jahrhundert-Sportlerin gewählt sowie gleich darauf beim "World Sports Award" in der Wiener Staatsoper als Weltwintersportlerin des 20. Jahrhunderts ausgezeichnet. 2008 starb ihr Mann Herbert Moser. Ihr "Cafe Annemarie" in Kleinarl hat Moser-Pröll längst verkauft, es heißt seitdem Cafe Restaurant Olympia.

Salzburgerin lebt weiterhin in Kleinarl

Auch wenn speziell die beiden US-Amerikanerinnen Lindsey Vonn und zuletzt auch Mikaela Shiffrin die meisten der lange als unerreichbar gegoltenen Ski-Rekorde Moser-Prölls ausgelöscht oder verbessert haben, wird "Annamirl" immer eine Ski-Legende bleiben. Die passionierte Jägerin lebt nach wie vor in Kleinarl.

Moser-Pröll zu Missbrauchsvorwürfen im ÖSV

Und sie war stets eine Person der klaren Worte. Rund um die von ihrer ehemaligen ÖSV-Teamkollegin Nicola Werdenigg (ehemals Spieß) ins Rollen gebrachte Affäre etwa hatte Moser-Pröll stets betont, in ihrer aktiven Zeit nichts von sexuellem Missbrauch mitbekommen zu haben. Deshalb setzte sie sich vor allem für jene Coaches, Betreuer und Serviceleute ein, die ihrer Meinung nach zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt würden.

Zeugin im Prozess von Charly Kahr

Als kürzlich sowohl gegen Toni Sailer als auch gegen ihren ehemaligen ÖSV-Trainer Karl Kahr konkrete Missbrauchsvorwürfe öffentlich wurden, meldete sich Moser-Pröll zu Wort. Sie war auch eine von zehn Ex-Rennläuferinnen, die ein Solidaritätsschreiben für Kahr unterzeichnete. In einem anstehenden Verfahren, dass Kahr gegen eine frühere Rennläuferin wegen übler Nachrede angestrebt hat, ist Moser-Pröll als Zeugin geladen.

(APA)

Aufgerufen am 11.12.2018 um 05:14 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/annemarie-moser-proell-eine-skilegende-wird-65-58088503

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