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Nach tödlichem Unfall

Dauer von Eisriesenwelt-Sperre unklar

Sicherungsmaßnahmen nach Steinschlag nötig

Nach dem tragischen Steinschlag in der Eisriesenwelt in Werfen (Pongau), bei dem ein 14-Jähriger getötet und ein 19-Jähriger verletzt worden sind, ist der Zugang zur Höhle derzeit gesperrt. Wie lange die Touristenattraktion geschlossen bleibt, ist aus derzeitiger Sicht noch unklar.

Werfen

Die Stimmung in Werfen ist getrübt, sagt Bürgermeister Hubert Stock (ÖVP) im Gespräch mit SALZBURG24: "Es ist natürlich ein dramatisches Ereignis. Das macht auch in der Gemeinde betroffen." Schwierig sei nun wegen der Sperre auch die weitere wirtschaftliche Situation bei der Eisriesenwelt: "Aufgrund von Corona war die Lage ohnehin schon nicht einfach, das hat man dann aber ganz gut im Griff gehabt. Wie sich die Sperre nun auswirken wird, ist unklar", gibt Stock weiter an.

Landesgeologe: "Lücke in Sicherungskette"

Die Arbeiten des Landesgeologen Gerald Valentin sind bereits abgeschlossen. "Wir haben nun speziell diesen Unfall untersucht und gesehen, dass es hier eine Lücke in der Sicherungskette gab. Nun obliegt es dem Betreiber des Weges, die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen", teilt der Landesgeologe mit.

Ein ein bis zwei Kubikmeter großer Felsblock hatte sich am Sonntag laut aktuellem Ermittlungsstand rund 400 Meter oberhalb des Einganges zur Eisriesenwelt gelöst und stürzte in die Tiefe. Dabei zerschellte der Fels in unzählige Teile. Der Weg zum Höhleneingang ist bereits teilweise mit Steinschlaggalerien gesichert, die beiden Burschen dürften sich in ungeschütztem Bereich aufgehalten haben.

Eisriesenwelt: Wege schnellstmöglich sichern

"Momentan können wir noch nicht sagen, wie es weitergeht. Der Landesgeologe hat uns mitgeteilt, was zu tun ist. Wir werden uns nun Sachverständiger bedienen und Konzepte erstellen", teilt Franz Eder, Geschäftsführer der Eisriesenwelt, gegenüber S24 mit. Sollten die Behörden dann grünes Licht geben, soll schnellstmöglich mit der Umsetzung der Sicherungsmaßnahmen begonnen werden. Eder: "In welchem Zeitrahmen das stattfindet, steht aber noch nicht fest."

Temporäre Sperren über Sommer?

Eder hofft jedenfalls, schneller voran zu kommen als bei den vergangenen Arbeiten in der Liechtensteinklamm. Nach einem Felssturz im Mai 2017, bei dem 17 Menschen eingeschlossen wurden, konnte die Klamm erst im Juni dieses Jahres wieder geöffnet werden. "Man müsste sich nun genau anschauen, ob es möglich wäre, mit temporären Schutzmaßnahmen die Sommer-Saison noch zu retten", sagt Landesgeologe Valentin. So könnten die Arbeiten für die Sicherungsmaßnahmen im Herbst und Frühling stattfinden.

Steinschlag: Keine hundertprozentige Sicherheit

Das Steinschlag-Risiko lasse sich mit baulichen Maßnahmen minimieren, teilt Robert Supper, Vizerektor der Geologischen Bundesanstalt in Wien, gegenüber der APA mit. Aber selbst bei umfangreichen Verbauungen wie beim Zustieg zur Eisriesenwelt im Tennengebirge bleibe ein Gefährdungspotenzial bestehen. Dessen müsse sich jeder, der im Gebirge unterwegs ist, bewusst sein, betonte Supper.

(Quelle: SALZBURG24)

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