Jetzt Live
Startseite Pongau
"Wie ausgestorben"

Leichtes Aufatmen nach Quarantäne-Ende

Gasteinertal hofft auf Weg zurück in die Normalität

Im Gasteinertal ist die Erleichterung nach Aufhebung der Quarantäne groß und auch sichtbar. Rund zehn Stunden nach der mitternächtlichen Öffnung des Tals waren wieder mehr Menschen unterwegs als in den vergangenen knapp vier Wochen der Ausgrenzung. "Es war wie ausgestorben. Heute sieht man mehr Leute. Das gibt schon Hoffnung", sagte ein 74-jähriger Pensionist aus Bad Hofgastein im APA-Gespräch.

Bad Gastein, Bad Hofgastein

Der Einheimische spazierte beim APA-Lokalaugenschein über einen Parkplatz am Rande des Ortszentrums von Bad Hofgastein. "Heute stehen da schon mehr Autos als in den vergangenen Wochen. Und beim Hartlauer stehen die Leute vor dem Geschäft in einer Reihe."

Auch Geschäfte haben wieder offen

Nicht nur die Öffnung des Tunnels ins Tal, sondern auch die Tatsache, dass am Dienstag die kleineren Geschäfte wieder aufsperren durften, diese zwei Lockerungen von den Corona-Maßnahmen stimmte die Bevölkerung zuversichtlich auf den Weg zurück in die Normalität. "Aber wie lang das dauert, wissen wir noch nicht", gab eine 26-jährige Kellnerin zu bedenken.

Die Gasteinerin würde Mitte Juni wieder in der Gastronomie zu arbeiten beginnen. Ob das überhaupt möglich ist, ist für sie noch unklar. Existenzängste hat sie dennoch keine. "Ich glaube, das wird wieder." Sie setzt auf österreichische Touristen, die wegen der Corona-Maßnahmen nicht in die Ferne reisen können und sich nun ansehen, was es hierzulande an schönen Urlaubszielen gibt.

"Leute gehen jetzt mehr zu Fuß"

Dass Bad Hofgastein heute mehr belebt ist als in den vergangenen Wochen, weckt auch ihren Optimismus. "Es ist wieder Bewegung im Ort. Die Leute gehen mehr zu Fuß oder fahren mit dem Rad." Nicht nur die Geschäfte, auch die Baubranche fährt langsam wieder hoch, das habe sie auch schon registriert.

Der Ostermontag wäre für die 26-Jährige ohne Corona der letzte Servicetag in der Wintersaison gewesen. Die Zeit der Quarantäne verbrachte sie mit einem großen Frühjahrsputz zu Hause. "Ich habe alles ordentlich zusammengeräumt. Es ist schon ein bisschen fad geworden", gesteht sie ein. Jetzt wäre die Zeit gekommen, Freunde zu treffen und mit ihnen auf einen Kaffee zu gehen. Doch die Ausgangsbeschränkungen machen ihr da noch einen Strich durch die Rechnung.

Viel Verständnis für Quarantäne

Auch eine einheimische Pensionistin vermisst noch die sozialen Kontakte, das gemeinsame Stockschießen und die Saunarunde. Eingesperrt während der Quarantäne habe sie sich aber nicht gefühlt, schildert sie. "Ich konnte ja noch Spazierengehen und Einkaufen. Dass man jetzt wieder aus dem Tal hinausfahren kann, tut aber vielen gut." Ein Unternehmer in der Tourismusbranche empfand die Zeit der Quarantäne ebenfalls weniger belastend als die noch andauernden Ausgangsbeschränkungen, die für ihn große finanzielle Einbußen bringen. Er hofft, dass im Juli der Tourismus wieder hochfährt.

Bad Hofgastein war quasi der Anlassfall für das Inkrafttreten der Quarantäne über das ganze Gasteinertal am 19. März. Ein Apotheker und vier seiner Mitarbeiter sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der Infizierten in Bad Hofgastein stieg auf 33, sank aber bis 10. April auf 20. Bürgermeister Markus Viehauser zeigte sich über die Aufhebung der Quarantäne erleichtert und bedankte sich bei der Bevölkerung für "das große Verständnis". Er mahnte aber zur Vorsicht. Man müsse sich weiterhin an die noch geltenden Verordnungen halten, erklärte er am Montag in einer ersten Stellungnahmen, und zog in diesen Appell auch die Zweitwohnungsbesitzer mit ein

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 10.08.2020 um 12:29 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/gasteinertal-leichtes-aufatmen-nach-quarantaene-ende-86227579

Kommentare

Mehr zum Thema