Jetzt Live
Startseite Pongau
Pongau

Getöteter Promi-Wirt: Keine Tatrekonstruktion

Symbolbild Landesgericht Salzburg APA/Barbara Gindl
Die verdächtige Witwe sitzt in U-Haft. 

Im Fall des getöteten Skihüttenwirtes im Pongau wird es vorerst keine Tatrekonstruktion geben. Der Anwalt der wegen Mordverdachts inhaftierten Ehefrau des Gastronomen habe im Namen der Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft Salzburg eine schriftliche Stellungnahme eingebracht, wonach die Frau nicht bereit sei, an einer Tatrekonstruktion mitzuwirken, sagte ein Staatsanwaltschaftssprecher zur APA.

Flachau

Weil die 30-jährige Beschuldigte von ihrem Recht Gebrauch mache, nicht teilzunehmen, werde die Staatsanwaltschaft ihren Antrag auf Tatrekonstruktion bei der zuständigen Haft- und Rechtsschutzrichterin des Landesgerichtes Salzburg zurückziehen, erklärte am Dienstag Marcus Neher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg.

Witwe will sich nicht mehr äußern

Der Verteidiger der nunmehrigen Witwe des Promi-Wirtes, Rechtsanwalt Kurt Jelinek, stellte am Dienstag im Gespräch mit der APA die Frage, was für einen Sinn es denn habe, eine zur Tatzeit mit 2,4 Promille alkoholisierte Person zum detaillierten Ablauf zu befragen. "Bis zum Vorliegen der Gutachten werden wir uns nicht mehr weiter äußern", erklärte Jelinek. Das abschließende gerichtsmedizinische Gutachten ist noch nicht bei der Justiz eingelangt.

Promiwirt stirbt am 3. März

Der 57-jährige Szene-Wirt kam am 3. März unter zunächst nicht geklärten Umständen in der Küche seines Betriebs ums Leben. Ein Mitarbeiter dürfte ihn kurz nach Mitternacht leblos am Boden liegend aufgefunden haben. Nachdem die Staatsanwaltschaft den Fall zunächst auch als möglichen Suizid behandelt hatte, hat sich im Zuge der Obduktion der Verdacht eines Fremdverschuldens erhärtet.

Ehefrau seit 10. März in U-Haft

Der Tatverdacht richtete sich gegen die Ehefrau, die ihre Unschuld beteuerte. Sie befindet sich seit 10. März in Untersuchungshaft. Ihr Verteidiger spricht von einem "tragischen Unfall". Die gebürtige Osteuropäerin habe geschildert, dass sie zum Tatzeitpunkt ein kleines Küchenmesser in der Hand gehalten habe. Es sei bei einem Streit zu einem Handgemenge mit ihrem Mann und im Zuge dessen zu der Stichverletzung unter der Achsel gekommen.

Laut vorläufigem Obduktionsergebnis dürfte der 57-Jährige an einem Lungendurchstich zwischen linker Achselhöhle und Brustwarze gestorben sein. Er sei innerlich verblutet. Der Verteidiger der Beschuldigten hatte bereits vor zwei Wochen erklärt, dass die Frau zur Tatzeit betrunken war. Ob bzw. wie stark der Wirt damals alkoholisiert war oder ob er Drogen konsumiert hat, ist nicht bekannt. "Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung steht noch aus", sagte der Anwalt.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 23.05.2019 um 01:00 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/getoeteter-salzburger-promi-wirt-vorerst-keine-tatrekonstruktion-67853632

Kommentare

Mehr zum Thema