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KH Schwarzach: Primar Franklin Genelin geht in Pension

Ende April geht mit Primar Franklin Genelin einer der renommiertesten Mediziner Salzburgs in Pension. Mehr als 20 Jahre leitete er die Unfallchirurgie im Krankenhaus Schwarzach.

In dieser Zeit führte der gebürtige Tiroler rund 11.000 Operationen durch. Nun übergibt er die Abteilung, in der mehr als 130 Mitarbeiter beschäftigt sind, seinem Nachfolger Manfred Mittermair. "Es war für mich eine wunderschöne Zeit", resümiert der 65-jährige Genelin. "Ich hatte das große Glück, als Chefchirurg mit einem topausgebildeten und hochmotivierten Team arbeiten zu dürfen. Ich habe immer versucht, meine Mitarbeiter für unsere Arbeit zu begeistern." Die Abteilung Unfallchirurgie von heute lasse sich mit seiner Anfangszeit im Pongauer Spital nur schwer vergleichen: "Damals hatten wir einen Operationssaal plus einen halben, heute arbeiten wir rund um die Uhr in drei modernst ausgestatteten OP-Räumen. Anfang der 90er Jahre hatte ich zwei Oberärzte, heute verabschiede ich mich von zehn."  

Behandlungsmethoden am neuesten Stand

Mittlerweile behandelt das Team der Unfallchirurgie im Kardinal Schwarzenberg’schen Krankenhaus in Schwarzach mehr als 20.000 Frischverletzte pro Jahr. Rund 4.000 operative Eingriffe werden durchgeführt, knapp 45.000 Patienten ambulant betreut. Die Behandlungsmethoden sind auf dem neuesten Stand. "Es war mir immer ein Anliegen, neue methodische Entwicklungen, wie beispielsweise die minimal invasive Implantation von Hüftprothesen oder die so genannte All-Inside-Technik bei Kreuzbandrissen, auch in Schwarzach umzusetzen", betont Genelin. Seinen wichtigsten persönlichen Erfolg verbuchte der engagierte Arzt aber auf politischer Ebene: "Die Etablierung eines Hubschrauber-Stützpunktes 1992 im Pongau hat die Versorgung der Patienten in der Region Innergebirg entscheidend verbessert", sagt Genelin. "Das war damals ein harter Kampf mit der Politik, der viel Energie gekostet hat. Aber es hat sich ausgezahlt." Der erfahrene Chirurg plädiert dafür, in den Wintermonaten einen zweiten Notarzthubschrauber im Pongau zu stationieren.

Persönliche Operation "Ruhestand"

Ab 1. Mai übergibt Franklin Genelin die Unfallchirurgie an Manfred Mittermair. Der 48-Jährige ist bereits seit 1991 im Schwarzacher Spital tätig, arbeitete bisher als Oberarzt in der Abteilung. Genelin selbst tritt seine Operation "Ruhestand" an. Ein Wort, das der passionierte Sportler nicht allzu gerne hört. Anderen Menschen zu helfen sieht er auch in Zukunft als wichtige Aufgabe in seinem Leben. Gemeinsam mit seiner Frau Ellen hat er vor einigen Jahren ein Schulprojekt in Uganda gegründet. "Wir unterstützen dort eine Schule mit über 300 Kindern. Ich freue mich, dafür in Zukunft mehr Zeit zu haben", so Genelin. _______________________ 

Mehr zu Dr. Franklin Genelin:

Ausbildung und beruflicher Werdegang: - Medizinstudium an der Universität Innsbruck - C.M.C.de la Porte de Choisy - Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie Paris (bei Prof. Emile Letournel) - Krankenhaus Schwaz - Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg (Allgemeinchirurgie) - Univ.-Klinik für Orthopädie und Traumatologie St. Etienne (bei Prof. Bousquet, Spezialist im Bereich Kniechirurgie) - Hospital for Special Surgery in New York - Unfallkrankenhaus Salzburg - Kardinal Schwarzenberg’sches Krankenhaus Schwarzach

Funktionen:

- Ehemaliger Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie - Ehemaliger Vorstand in der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese Österreichs - Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Handchirurgie
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 12:16 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/kh-schwarzach-primar-franklin-genelin-geht-in-pension-59335597

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