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Skifahrerin verschüttet

Heftiger Lawinenabgang in Obertauern

Bergretter auch von Schneemassen erfasst

In Obertauern (Pongau) haben drei Skifahrer abseits der gesicherten Pisten im steilen Gelände eine Lawine ausgelöst. Eine Frau wurde laut Bergrettung komplett verschüttet und war bewusstlos.

Die Ortsstelle der Bergrettung Obertauern wurde gegen Mittag von Liftbediensteten alarmiert, wie die Bergrettung Salzburg in einer Aussendung informierte. Das Schneebrett war auf rund 2.200 Meter Seehöhe im Schafkar zwischen Seekarspitz und Seekareck abgegangen.

Bergrettung Weesjes
Die Ortsstellen der Bergrettung Salzburg sind seit Jahresbeginn durchschnittlich zwei Mal pro Tag im Einsatz.

Viele Einsätze für Bergretter im Corona-Winter

Die Schneemengen, das Wetter und der verlängerte Corona-Lockdown ziehen Bergsportbegeisterte auf die Gipfel. Salzburgs Bergretter sind daher in Dauer-Alarmbereitschaft.

Bergretter der Ortsstelle Obertauern waren zu dieser Zeit gerade mit Alpinpolizisten und dem Team des Polizeihubschraubers Libelle zu Dreharbeiten dort. "Wir haben sofort den Einsatz übernommen und waren durch den raschen Hubschraubertransport mit der Libelle nach wenigen Minuten bei der Verschütteten", schilderte Einsatzleiter Michael Koch.

Nachlawine verschüttet Bergretter

Eine plötzliche Nachlawine habe allerdings ihn und auch den Ortsstellenleiter von Obertauern erfasst, nur kurz nachdem sie aus dem Hubschrauber ausgestiegen waren. "Glücklicherweise hatten wir noch keine Ski an. Ich habe mich mit Schwimmbewegungen versucht, etwas an der Oberfläche zu halten."

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In Obertauern sind zwei Lawinen abgegangen.

Die zwei Bergretter wurden komplett verschüttet. Sie konnten sich innerhalb weniger Minuten jedoch selbst aus der Lawine befreien und blieben unverletzt. "Wir haben gesehen, dass die Alpinpolizei und die Begleiter der Frau diese bereits bis zum Kopf freigelegt hatten. Sie war bewusstlos. Wir sind dann beide noch zu der Verschütteten und haben mitgeholfen, sie auszugraben", erklärte der Bergretter.

Polizei in Obertauern zeigt Wintersportler an

Wie die Landespolizeidirektion Salzburg informierte, wurden auch die an der Bergung der 48-jährigen Freeriderin beteiligten Einsatzkräfte und die Begleiter der Frau von den Ausläufern der Nachlawine erfasst, jedoch nicht verschüttet. Der 35-Jährige, der die Lawine während der Rettungsaktion über der Unfallstelle ausgelöst hatte, wird laut Polizei wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit angezeigt.

Gefährlicher Einsatz für Helfer

Die Freeriderin aus dem Pongau wurde von ihren Begleitern sowie Bergrettern und Alpinpolizisten ausgegraben und mit einem Rettungshubschrauber ins Spital gebracht. Die Lage sei für alle Einsatzkräfte äußerst heikel und gefährlich gewesen. Die erste Lawine war laut den Einsatzkräften etwa 100 Meter breit und die Abrisskante 70 bis 80 Zentimeter hoch. Die Nachlawine hatte eine Breite von 60 Meter und eine Abrisshöhe von etwa einem Meter. Insgesamt standen drei Alpinpolizisten, zwölf Bergretter der Ortsstelle Obertauern, drei Rettungs- und Polizeihubschrauberteams und Bergrettungshunde im Einsatz.

Die Skifahrerin hatte laut Bergrettung auch das Glück gehabt, dass die Einsatzkräfte innerhalb weniger Minuten am Ort des Geschehens waren. Heute seien bereits mehrere Lawinenabgänge im Pongau und im Pinzgau gemeldet worden. "Sehr viele Skitourengeher hatten bisher enormes Glück. Doch man soll sein Glück nicht zu viel herausfordern", gab der Pongauer Bezirksleiter der Bergrettung, Gerhard Kremser, zu bedenken. Er habe heuer sehr viele Tourengeher beobachtet, die einfach einer angelegten Spur im alpinen Gelände folgten. "Viele sind ohne Notfallausrüstung unterwegs, sehr viele haben keine Tourenplanung gemacht und schlechte Ortskenntnisse."

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In Obertauern sind zwei Lawinen abgegangen.

Teilweise investierten die Sportler zwar Geld in Ausrüstung, verfügten aber über viel zu wenig alpines Wissen. "Es werden die steilsten Hänge befahren und das bei einer sehr heiklen Schneesituation mit teilweise hoher Lawinenwarnstufe. Wir haben sowohl ein Altschnee- als auch Triebschneeproblem. Zur Beurteilung der Situation braucht es derzeit sehr viel Wissen und Erfahrung und größte Zurückhaltung", erklärte Kremser.

Angespannte Lawinensituation in Salzburg

Die Lawinensituation werde auch in den nächsten Tagen durch Föhn und Erwärmung angespannt und erheblich bleiben. "Die Auslösung von Schneebrettlawinen ist an vielen Hängen hinter Geländekanten und in eingeblasenen Rinnen und Mulden bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich", warnte der Bezirksleiter.

Vermehrt betroffen davon sei nord- über ost- bis südwestseitiges Gelände. "Auch im lichten Baumbestand sind Gefahrenstellen zu finden."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 16.06.2021 um 12:22 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/lawinenabgang-in-obertauern-gefaehrlicher-einsatz-fuer-bergrettung-98642122

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