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Lawinenhunde

Salzburgs Supernasen drücken die Schulbank

Bereits zum sechsten Mal waren Hund und Herrchen der Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg am Wochenende in St. Martin am Tennengebirge (Pongau) zu Gast. Schnee hatte es genug dieser Tage.

Sankt Martin am Tennengebirge

Man könnte meinen, dass die Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg nach über 60 Jahren nichts mehr erschüttern kann. Jedoch war dieser Winter selbst für die erfahrensten Hundeführer und Übungs-Organisatoren eine Herausforderung. „Es begann schon damit, dass die Zufahrt nach St. Martin bis kurz vor Übungsbeginn nicht passierbar war. Dazu kamen Lawineneinsätze im ganzen Bundesland, weswegen immer wieder einzelne Hundeführer auf Bereitschaft sein mussten“, sagt Ausbildungsleiterin Carolin Scheiter und ergänzt: „Hinzu kommt, dass die benachbarten Bergbahnen ob der akuten Lawinensituation verständlicherweise andere Sorgen hatten als uns ein Übungsgelände zu präparieren.“ Trotz aller naturverbundenen Wiederstände waren es knapp 20 Hundeführer und Hundeführerinnen die mit ihren Hunden – vom Welpen bis zum geprüften Einsatzhund – vier Tage lang die Suche nach verschütteten Menschen trainierten.

Lawinensuchhunde seit 1954 in Salzburg im Einsatz

Die Lawinen- und Vermisstensuchhundestaffel Salzburg ist die älteste Rettungshundeorganisation im Bundesland Salzburg. Anlass für die Gründung der ehrenamtlich arbeitenden Rettungsorganisation war 1954 das große Lawinenunglück am Dachstein, bei dem 13 Menschen den „weißen Tod“ starben. Aus einer anfangs kleinen Gruppe von Idealisten hat sich heute eine solide Einsatzorganisation mit erfahrenen Hundeführerinnen und Hundeführern entwickelt, denen es an Nachwuchs nicht mangelt. Die Staffel ist dem Katastrophenreferat der Salzburger Landesregierung unterstellt.

Ein Ort versinkt im Schnee

Die 250 Zentimeter Schnee innerorts von St. Martin reichten an diesem Wochenende ganz leicht aus, um perfekte Trainingsbedingungen für Teams aller Ausbildungsstände vorzufinden. „Innerorts zu arbeiten ist natürlich ein Publikumsmagnet, was speziell für unsere jungen Hunde eine große Herausforderung war, die sie alle bravurös meistern konnten“, erklärt die Ausbilderin. Die erfahrenen Teams mussten zum Teil sehr komplexe Szenarien lösen, etwa wurde die Verschüttung eines ganzen Hauses mit sechs zu suchenden und medizinisch zu versorgenden Personen nachgestellt. „Gerade die Mischung aus der klassischen Lawinensuche und dem Durchsuchen von einem Gebäude ist für die Hunde eine sehr wichtige Erfahrung. Müssen sie sich doch blitzschnell auf die jeweilige Situation umstellen“, sagt Scheiter.

Nicht nur das Suchen ist wichtig

Zu Suchen und Menschen auszugraben ist die Hauptbeschäftigung eines Lawinenhundes. Um für den Einsatz jedoch optimal gerüstet zu sein, müssen die Hunde noch deutlich mehr lernen. So gehört das Fahren auf einem Skidoo, einem Pistengerät oder mit Gondeln zum Standard-Repertoire eines Lawinenhundes. „Ein großer Dank geht an die Gemeinde St. Martin sowie an die Skilifte St. Martin am Tennengebirge und die Donnerkogel-Bergbahnen, die uns wie jedes Jahr großartig unterstützten. Ohne diese enge und produktive Zusammenarbeit ist die Durchführung eines derart umfangreichen Kurses nicht möglich“, bedankt sich Carolin Scheiter.

Auch die Hundeführer mussten die Schulbank drücken. So wurde neben einer Erste-Hilfe-Schulung das Sondieren sowie die richtige Handhabe mit dem Lawinenverschütteten-Suchgerät intensiv trainiert. Alpinreferent Sepp Bucher stellte die Hundeführer vor komplexe Mehrfach-Verschüttungen, um den Umgang mit dem LVS-Gerät immer weiter zu perfektionieren. „Das steht für jeden Kurs am Programm, auch wenn unsere Teams diese Handhabe bereits perfektioniert haben. Es ist einfach wichtig diese Handhabung immer und immer wieder zu trainieren, damit es im Ernstfall unter Stress Automatismen gibt, die die Teams abrufen können“, erklärt Bucher.

Aufgerufen am 18.02.2019 um 05:02 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/lawinenhunde-salzburgs-supernasen-trainieren-im-schnee-64438657

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