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Design aus Salzburg

Pongauer macht Steine biegbar

Daniel Guggenbichler SALZBURG24/Winkler
Daniel Guggenbichler verarbeitet Schiefergestein in St. Johann zu Designer-Stücken.

Stein muss nicht immer hart und unbeugsam sein. Das zeigt der Pongauer Daniel Guggenbichler. Er formt Gestein zu Anzugsfliegen oder Handyhüllen. Was dahinter steckt, wie er auf die Idee kam und warum jedes seiner Produkte ein Einzelstück ist: Das erzählt er im S24-Gespräch.

Sankt Johann im Pongau

Guggenbichler ist eigentlich gelernter Steinmetz. Er hat die HTL in Hallein (Tennengau) absolviert und sich dann mit dem Aufbaulehrgang „Produkt- und Systemdesign“ spezialisiert. Schon während der Schulzeit begann der 25-Jährige zu tüfteln: „Ich habe mir gedacht, was man noch aus Stein machen kann?“ Herausgekommen ist ein eigenes Verfahren, mit dem er Schiefergestein so biegbar, durchscheinend und dünn macht, dass man sogar Lampenschirme daraus machen könnte.

Accessoires aus Stein

Angefangen hat Guggenbichler damit, Armbänder aus Stein herzustellen. Die sind aber schon nach einem halben Jahr gebrochen: „Das wollte ich nicht, das ist keine Qualität“, schildert er. Nach zwei Jahren herumprobieren hat er 2016 schließlich eine Lösung gefunden. Der Stein braucht einen stabilen Untergrund.

Salzburger Schiefer zu brüchig

Guggenbichler verwendet Epoxidharz und Filz: Das wird auf den Schiefer geklebt und abgezogen. „Der Stein bleibt darauf haften“, erklärt der Pongauer. So zieht er von einer Schieferplatte Schicht für Schicht ab. Das funktioniere aber nicht mit jedem Gestein. Der Schiefer, den man bei uns in den Bergen finde, sei dafür zu brüchig, erläutert Guggenbichler. Deshalb importiert er das Material aus Steinbrüchen aus der ganzen Welt. Dabei achtet er auf strenge Kontrollen – vor allem im Bereich der Kinderarbeit: „Das will ich bei meinen Produkten auf keinen Fall haben.“

Handarbeit aus St. Johann

Hergestellt wird jedes Stück bei „DG-Design“ in Handarbeit in St. Johann (Pongau). Die millimeterdünnen Steinbögen werden zurechtgeschnitten und anschließend verarbeitet. „Damit man nicht jeden Fingerabdruck sieht“ bekommen die Produkte eine Naturstein-Imprägnierung. Für eine Fliege sitzt Guggenbichler etwa zwei Stunden, für eine Handyhülle braucht er mindestens eine Stunde.

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Gepostet von DG-Design am Sonntag, 4. Februar 2018

Einzelstücke für Individualisten

Da der Stein an keiner Stelle gleich aussieht, ist jedes Produkt ein Einzelstück. Das würden auch seine Kunden schätzen, die hauptsächlich Individualisten und Design-Liebhaber sind, weiß der 25-Jährige. Im Moment bietet er Anzugsfliegen, Handy- sowie Tablethüllen, Basecaps, Visitenkarten-Etuis und Kartenhalter an. Das Sortiment werde aber laufend erweitert, kündigt er an. Im Moment arbeitet er an T-Shirts, an Handtaschen will er sich ebenso versuchen.

Derzeit hat Guggenbichler noch einen Hauptberuf, von seinen Designer-Stücken könne er noch nicht leben. Das Ziel ist aber, aus dem Ein-Mann-Unternehmen eine Firma mit mehreren Mitarbeitern zu machen. Der Pongauer träumt auch von einem eigenen Geschäft: „Ein Offline-Store wäre schon super, aber das wird noch warten müssen.“

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