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Psychiatrische Reha in St. Veit eröffnet

Das neue Gebäude der Psychiatrischen Rehabilitation in St. Veit (Pongau) wurde am Freitag offiziell eröffnet. Nach einer Bauzeit von nur einem Jahr und drei Monaten wurde der Betrieb bereits Anfang Februar 2012 aufgenommen

In dem neuen  Gebäude, das sich durch seine Bauweise in die einzigartige Pongauer Bergwelt einfügt, stehen nun 36 Betten zur Verfügung. Somit wurde der Bestand von 15 Betten um 21 erweitert.    Das Angebot der Psychiatrischen Reha richtet sich an Frauen und Männer aus ganz Österreich, die durch eine psychiatrische Erkrankung bei der Ausübung ihres Berufes beeinträchtigt sind. Zur Behandlung kommen Patienten mit affektiven Störungen, neurotischen, Belastungs- und somatoformen Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Patienten mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt sechs Wochen. In dieser Zeit wird die psychosoziale Gesundheit intensiv gefördert, um die Arbeits- und Lebensqualität wieder zu verbessern. Für die Psychiatrische Reha St. Veit wurde eine eigene Gesellschaft „Psych.-Reha GmbH“ gegründet, die zu je 50 Prozent von den SALK und der pro mente Reha Österreich GmbH betrieben wird. Rund 70.000 Menschen werden jährlich in Österreich Spitälern aufgrund von psychiatrischen Erkrankungen behandelt. Rund 4.000 davon in Salzburg. Bei den Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspensionen nehmen psychische Krankheiten als Grund für die Erwerbsunfähigkeit eklatant zu und liegen bei Frauen bereits an erster Stelle. „Wir müssen das Land Salzburg als modernen Gesundheits-Standort sichern, stärken und weiter ausbauen. Das ist die wichtigste gesundheitspolitische Aufgabe der nächsten Jahre. Reha-Einrichtungen spielen hierbei eine ganz zentrale Rolle. Und ganz wesentlich für die Reha-Infrastruktur im Land Salzburg ist natürlich die Psychiatrische Reha St. Veit“, sagt Finanzreferent LHstv. Davis Brenner. Gerade die letzten Jahre hätten gezeigt, wie groß der Bedarf für eine solche Einrichtung ist. Mit einem Neubau, der in Sachen Ausstattung und Atmosphäre absolut ‚State of the Art’ ist, ist man dieser Entwicklung nach gekommen. Ebenso überzeugend wie die Konzeption und Ausstattung des neuen Gebäudekomplexes ist auch seine Finanzierung: Denn die Baukosten in Höhe von 4,42  Millionen Euro werden über die Betreuungs-Tarife (Tagessätze) wieder hereingebracht. „Das sind auch sehr gute Nachrichten für die Steuerzahler“, so Brenner.

Schmidjell: Psychiatrische Reha ist wichtiger Teil der Versorgungskette

„Mit der Errichtung der psychiatrischen Rehabilitation an der Landesklinik St. Veit wurde ein neues Angebot für Salzburg und die angrenzenden Bundesländer geschaffen, mit dem Ziel, den Gesundheitszustand von psychisch erkrankten Menschen nach Klinikaufenthalten zu verbessern und nachhaltig zu stabilisieren", betont Maga. Cornelia Schmidjell, Landesrätin für Gesundheit und Soziales. Die psychiatrische Rehabilitation ist ein wichtiger Baustein in einer durchgängigen Versorgungskette, um nach der Erkrankung eine nachhaltige Eingliederung in das soziale und berufliche Leben für die Betroffenen sicherzustellen. "Wir können der Zunahme psychischer bzw. psychiatrischer Erkrankungen nur durch Prävention und integrierte Behandlungsangebote begegnen", so Schmidjell weiter. Mit der Standortwahl in St. Veit werden zudem Synergien geschaffen, weil alle Einrichtungen des Krankenhauses auch während der Rehabilitation mitgenutzt werden können. "Es ergibt sich also eine klare Win-Win-Situation, einerseits durch die Verbesserung der psychiatrischen Versorgung und andererseits durch die bessere Nutzung der Einrichtungen und der verfügbaren Kapazitäten des Krankenhauses. Pro Mente ist eine wichtige Partnerin des Landes in der ambulanten psychosozialen Versorgung, sodass in der Verknüpfung mit den Salzburger Landeskliniken höchste Kompetenz gebündelt wird", so Schmidjell abschließend. Die Ausweitung der Rehabilitation im Bundesland Salzburg und die Schaffung einer psychiatrischen Rehabilitation geht auf eine Initiative von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller zurück und ist ein wichtiger Schritt zur integrierten Gesundheitsversorgung im Bundesland Salzburg.

Überregionale und regionale Zusammenarbeit

„Der Bereich Rehabilitation nimmt in der künftigen Versorgung einen immer größeren Stellenwert ein. Daher werden seitens der SALK Angebote entwickelt, um so einen weiteren Schritt in Richtung Gesundheitsunternehmen zu gehen“, sagt SALK-Geschäftsführer Burkhard van der Vorst. Möglich ist dieses komplexe Behandlungsangebot nur durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen psychiatrischen Einheiten in der Region. Die Pro Mente Reha Österreich ist der größte gemeinnützige Anbieter der psychiatrischen Rehabilitation in Österreich und dadurch ein wichtiger überregionaler Partner in der Gesellschaft. Neben diesen institutionellen Kooperationen stellt die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, anderen psychiatrischen Abteilungen  und Psychotherapeuten eine große Herausforderung dar, so van der Vorst weiter. „Der Ausbau der Psychiatrischen Reha in St. Veit war ein wichtiger Schritt in der abgestuften Versorgung für das Bundesland Salzburg“, sagt Univ.-Prof. Dr. Karl Dantendorfer, Geschäftsführer der Psychiatrischen Reha, „dadurch wird eine Lücke zwischen Akutbehandlung und Wiedereinstieg ins Leben geschlossen.“ Die Einrichtung habe darüber hinaus eine wichtige Funktion um Menschen mit einer psychischen Erkrankung nicht in die Frühpension zu treiben, sondern in den Alltag zurückzuführen. „Als gebürtiger Salzburger freut mich diese erfolgreiche bundesländerübergreifende Kooperation zwischen pro mente und den SALK ganz besonders“, so  Univ.-Prof. Dr. Karl Dantendorfer.

Sechswöchiges Behandlungskonzept

„Der Vorteil der Psychiatrischen Reha St. Veit, liegt in der Behandlungskontinuität von der Psychiatrischen Akutbehandlung im Krankenhaus Schwarzach oder der Christian-Doppler-Klinik,  und einer möglichst direkt anschließenden Rehabilitation im Bundesland. Ziel ist die Arbeitsrehabilitation und die Steigerung der sozialen Kompetenzen. Basis hierfür ist ein sechswöchiges Behandlungskonzept, das auf Einzel- und Gruppentherapie, Ergotherapie, Kunst- und Musiktherapie, Physiotherapie, Diätberatung und Schulungen aufbaut“, so Primar Dr. Marc Keglevic, ärztlicher Leiter der Psychiatrischen Reha. Die Steigerung des Wissens um Erkrankungsbilder und mögliche Therapieoptionen bildet einen weiteren Schwerpunkt im Konzept der Psychiatrischen Rehabilitation.

Krankenhaus mit Hotelcharakter

„Die neue Bettenstation wurde  mit dem Standard eines 4-Sterne-Hotels errichtet“, berichten die  Projektleiter Dipl.-Ing. Michael Schwarz und Dipl.-Wirt.-Ing (FH) Christian Arends vom Team Masterplan I SALK 2020. So wurden die Einzelzimmer nicht mit den üblichen Krankenhausbetten ausgestattet, sondern mit  Hotelbetten. Darüber hinaus sorgen bequeme Sitzmöbel und Holzfußböden dafür, dass sich die Patienten in optimaler Atmosphäre  erholen können. „Die Zimmer sind trotzdem mit einem Schwesternnotruf ausgestattet, und die Struktur des Gebäudes wurde so angelegt, dass es jederzeit in ein Krankenhaus umgewandelt werden kann.“   Neben den 34 Einzelzimmern, die seit Februar 2012  zur Verfügung stehen, gibt es auch zwei Doppelzimmer, die speziell für gehandicapte Menschen und eine Begleitperson zur Verfügung stehen.
(Quelle: S24)

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