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Eigenes Saatgut

"Schatzkammer" für Aufforstung in Werfen

Er ist wie ein großer, begehbarer Kühlschrank mit einer Temperatur von rund minus fünf Grad Celsius. Gemeint ist jener Raum, in dem sich der „Schatz“ des Landesforstgartens in Werfen befindet. Derzeit lagern dort vor allem Fichten-, Lärchen- und Rotbuchen-Samen, die das Land Salzburg für die Aufforstung heranzieht.

Werfen

„Wir machen alles selber: von der Ernte der Samen über die Aussaat und die Anzucht bis zum Verkauf der Jungpflanzen“, berichtet Dominik Posch vom Landesforstgarten. Etwa 800.000 Pflanzen pro Jahr sind es, die aufgezogen werden. Dabei ist vor allem Geduld gefragt, denn bei einigen Baumarten, wie etwa den Tannen, braucht es bis zu fünf Jahre, bis aus dem nur zehn Millimeter großen Samenkorn Jungpflanzen wachsen, die groß genug sind, um abgegeben werden zu können.

Liegend ernten oder klettern

Um an den „Samenschatz“ überhaupt heranzukommen, ist man auf die Mithilfe der Bezirksförster und Revierleiter angewiesen, da Bäume nur in unregelmäßigen Abständen blühen. „Die wissen, wo gerade Bäume in Blüte stehen und eine Schlägerung geplant ist. Denn die Fichten und Lärchen werden liegend beerntet. Auf die Tannen können wir hinaufsteigen“, erklärt Waldexperte Posch. Danach muss noch mit den Eigentümern verhandelt und eine Genehmigung vom Bundesamt für Wald in Wien eingeholt werden. „Da muss schon so Einiges zusammenpassen“, resümiert Posch.

Aufforstung: Bedarf nach Samen steigt

Die Haupterntezeit ist zumeist im Herbst und im Winter. Derzeit lagern in Werfen rund 350 Kilogramm Fichten- und rund 300 Kilogramm Lärchensamen sowie einige Kilogramm von der Rotbuche. Alleine von der Lärche wurden im Herbst 2018 rund 3,2 Tonnen frische Zapfen gepflückt. Die kurzlebigen Samen der Tanne und des Bergahorns werden derzeit extern gelagert, um die bestmögliche Erhaltung der Keimfähigkeit sicherzustellen.

Die Reste des Bergahorn- und Weißtannensaatgutes werden im Mai 2020 in Werfen ausgesät. „Nachdem die Samen nicht unbegrenzt haltbar sind, sondern zumeist nur drei bis fünf Jahre vernünftig keimfähig bleiben, geht uns die Arbeit künftig bestimmt nicht aus. Zumal auch der Bedarf hierzulande stetig steigt und wir bereits auch Anfragen aus anderen Bundesländern haben“, erklärt Dominik Posch.

„Für uns ist es wichtig, dass wir unser eigenes Saatgut für Aufforstungen haben. Vor allem nach einem Jahr wie diesem mit großen Schäden nach den enormen Schneemengen und diversen Murenabgängen sind diese Bestände ein unschätzbarer Reichtum, den wir dringend brauchen“, sagt Agrarlandesrat Josef Schwaiger (ÖVP)

(Quelle: SALZBURG24)

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