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Nach drei Jahren

Liechtenstein-Klamm öffnet mit neuer Attraktion

Naturdenkmal nach massivem Felssturz gesperrt

Die Liechtensteinklamm bei St. Johann im Pongau wird nach dreijähriger Sanierung am 11. Juni für Besucher wiedereröffnet. Das teilten die Österreichischen Bundesforste am Freitag in einer Aussendung mit. Das Naturdenkmal musste nach einem massiven Felssturz am 27. Mai 2017 aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Sankt Johann im Pongau

Rund 300 Tonnen Geröllmassen waren damals in der Schlucht abgegangen. Vier Urlauber aus Indien wurden von herabfallenden Steinen getroffen. Sie konnten aber noch selber aus dem Tal flüchten und wurden im Spital ambulant versorgt. Weitere 17 Besucher, die in der Klamm eingeschlossen waren, wurden von Bergrettern in Sicherheit gebracht.

Liechtensteinklamm wegen Lebensgefahr gesperrt

Wegen Lebensgefahr durfte die Klamm seither nicht mehr begangen werden. Die Stadtgemeinde St. Johann beschloss eine umfangreiche Sanierung und Sicherung der Klamm. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,7 Millionen Euro. Rund 20 Firmen waren an der Sanierung beteiligt. Die Projektleitung wurde von den Bundesforsten übernommen. Das neue Schutzkonzept entwickelte das Geologiebüro bf:gh.

Eröffnung bringt neue Attraktion

Im Zuge der Sanierung ist eine neue Attraktion entstanden. Es handelt sich um eine imposante Wendeltreppe. Die "Helix" aus Corten-Stahl ragt 30 Meter in die Tiefe und gewährt "atemberaubende Blicke" in die Klamm, hieß es in der Aussendung.

Zum Schutz der Besucher wurden drei Tunnel, vier Galerien und 60 Steinschlagnetze mit einer Gesamtlänge von 1.100 Metern errichtet. Die tonnenschweren Bauwerke und Sicherheitsschutznetze wurden von Hubschraubern in rund 7.000 Flugminuten in die Klamm transportiert.

Die Felsputzarbeiten an den teils überhängenden und bis zu 200 Meter hohen Felswänden sind für dieses Jahr bereits abgeschlossen worden. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein Monitoringsystem, das Bewegungen in den Felsen im Millimeterbereich überwacht.

Lichtensteinklamm als Besuchermagnet für St. Johann

Laut dem St. Johanner Bürgermeister Günther Mitterer ist die Liechtensteinklamm ein wichtiger Besuchermagnet weit über den Pongau hinaus. "Mein besonderer Dank gilt vor allem den ausführenden Firmen sowie allen Projektbeteiligten, die während der Bauphase Unglaubliches geleistet haben." Für einen Besuch des Naturdenkmals gelten die Covid-19-Sicherheitsauflagen.

(Quelle: APA)

Liechtensteinklamm nach Felssturz gesperrrt

Die Liechtensteinklamm in St. Johann im Pongau bleibt dieses Jahr gesperrt. FMT-Pictures/FM
Die Liechtensteinklamm in St. Johann im Pongau bleibt dieses Jahr gesperrt.

Nach einem massiven Erdrutsch am Samstagnachmittag bleibt die Liechtensteinklamm im Salzburger Pongau heuer die gesamte Saison geschlossen. Das hat am Montag eine Besprechung der Gemeinde St. Johann ergeben. "Derzeit herrscht absolute Lebensgefahr", begründete Bürgermeister Günther Mitterer (ÖVP) am Nachmittag den Schritt.

Nach dem Abgang von rund 300 Tonnen Geröllmassen muss laut Mitterer zunächst die betroffene Rinne geräumt und stabilisiert werden. Außerdem sei darauf zu achten, dass dadurch die Brücke der Großarler Landesstraße nicht in Mitleidenschaft gezogen werde.

Sicherheitskonzept soll überarbeitet werden

Danach können die Sicherheitseinrichtungen und Holzstege wieder errichtet werden. Und schließlich müsse das bisherige Sicherheitskonzept überarbeitet werden, wobei die aktuellen Erfahrungen natürlich einfließen werden, sagte der Bürgermeister.

Liechtensteinklamm: Kosten nicht abschätzbar

Welche Kosten durch diese Maßnahmen entstehen, lässt sich laut Mitterer noch nicht abschätzen. Schon das Räumen der Rinne werde nicht einfach werden, weil sicher nicht jedes Unternehmen diese Arbeiten in der Klamm durchführen wolle und könne. Grundsätzlich gebe es sicher eine Schmerzgrenze, bis zu der die Wiederherstellung der Klamm vertretbar sei, so der Bürgermeister. Sollte diese überschritten werden, müsse die Schlucht für die touristische Nutzung für immer geschlossen bleiben. Konkretere Aussagen dazu wären aber zum jetzigen Zeitpunkt unseriös.

17 Besucher in Liechtensteinklamm eingeschlossen

Der Felssturz hatte am Samstagnachmittag den Fußweg verschüttet. Eine Familie aus Indien war gerade auf dem Weg in die Schlucht. Die vier Urlauber wurden von herabfallenden Steinen getroffen, konnten aber noch selber aus dem Tal flüchten. Sie wurden im Unfallkrankenhaus Schwarzach ambulant versorgt. 17 Besucher waren in der Klamm eingeschlossen, sie wurden von Bergrettern mit Helm und Gurt ausgestattet und über einen Notsteig in Sicherheit gebracht. Da die Beschädigung eines Brückenpfeilers der sogenannten Tiefblickgrabenbrücke der Großarler Landesstraße zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde außerdem die Straße in diesem Bereich vorübergehend gesperrt.

(APA)

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