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Anwalt: "Missverständnisse"

Strafantrag gegen Pongauer Corona-Arzt

Mediziner ignoriert Quarantäne-Anordnung

Symbolbild Landesgericht Salzburg APA/Barbara Gindl
Gegen einen Pongauer Arzt wurde jetzt ein Strafantrag eingebracht. (SYMBOLBILD)

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat einen Strafantrag gegen jenen Arzt aus dem Pongau beim Landesgericht eingebracht, der die Quarantäneanordnung der Behörde zweimal ignoriert haben soll.

Sankt Johann im Pongau

Dem Mediziner wird "vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten" vorgeworfen. Er wurde am 3. März 2021 festgenommen und befindet sich seit 4. März in Untersuchungshaft.

Corona-positiver Arzt ignoriert Absonderungsbescheid

Obwohl der Mann in Kenntnis eines positiven Covid-19 Antigen-Tests und eines mündlich verkündeten Absonderungsbescheides der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau gewesen sei, habe er andere Personen einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt, lautet der Vorwurf. Im Strafantrag werden zwei Fakten aufgelistet.

Mediziner behandelt Patienten

Der Beschuldigte habe am 2. März 2021 seinen Ordinationsbetrieb zumindest bis zur Beendigung der Behandlung eines Patienten für die Dauer von rund einer Stunde fortgesetzt, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, Elena Haslinger, am Freitagnachmittag auf APA-Anfrage. Seit Bekanntgabe des positiven Testergebnisses hätten sich fünf Personen im Nahebereich des Beschuldigten aufgehalten.

Mann trifft Mitarbeiter in Ordination

Zweitens habe der Arzt am Morgen des 3. März 2021 seine Wohnung verlassen und damit die behördliche Absonderung missachtet, um sich mit seinem Mitarbeiter in den Ordinationsräumlichkeiten zu treffen und dort zu arbeiten. Dabei habe er zumindest in der Ordination seinen Mund-Nasen-Schutz nicht in einer Art und Weise getragen, welche geeignet gewesen wäre, den Mund- und Nasen-Bereich vollständig zu bedecken.

Verteidiger spricht von "Missverständnissen"

Der Verteidiger des Arztes, Rechtsanwalt Kurt Jelinek, hat den Strafantrag seines Mandanten bereits erhalten. "Es ist zu Missverständnissen gekommen. Er gehört umgehend enthaftet", sagte Jelinek am Freitag zur APA.

(Quelle: APA)

Pongauer Corona-Arzt in U-Haft

SB, Haft, Gefängnis APA/BARBARA GINDL/Symbolbild

Das Landesgericht Salzburg hat am Donnerstagnachmittag über einen mit dem Coronavirus infizierten Arzt aus dem Pongau, der die Quarantäneanordnung der Behörde zweimal ignoriert haben soll, die Untersuchungshaft verhängt.

Der Mediziner ist am Mittwoch im Gasteinertal festgenommen worden, weil er die Quarantäneanordnung der Behörde zweimal ignoriert habe. Er habe noch einen Patienten in seiner Ordination behandelt und sei am nächsten Tag erneut in die Ordination gekommen.

Corona-Arzt in Justizanstalt eingeliefert

Gerichtssprecher Peter Egger erläuterte in einer Aussendung, warum eine Tatbegehungsgefahr vorliegt. In seinem Beschluss sei das Gericht davon ausgegangen, dass der Mann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Tat, welcher der Beschuldigte dringend verdächtig sei, habe in ihrer gesamtgesellschaftlichen Wirkung schwere Folgen, zumal es sich bei dem Mann um einen Arzt handle, der trotz positiven Tests ordiniert haben soll.

Schwere Vorwürfe gegen Pongauer Mediziner

Aufgrund der Eigenschaft als Arzt hätte er, so das Gericht, über die medizinischen Hintergründe genau Bescheid wissen müssen, erklärte Egger. Der Mediziner habe sich - so der dringende Tatverdacht - trotzdem der Absonderung widersetzt. "Gelindere Mittel sind mit Blick auf die fehlende Unrechtseinsicht des Beschuldigten nicht geeignet, die Haftgründe aufzuheben." Es gelte die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft Salzburg hatte am Donnerstagvormittag einen Antrag auf Verhängung der U-Haft wegen Tatbegehungsgefahr beim Landesgericht eingebracht. Der Arzt habe trotz der behördlichen Quarantäneanordnung noch einen Patienten in seiner Ordination behandelt. Am nächsten Tag sei er erneut in die Ordination gekommen und habe einen Mitarbeiter und Ordinationspartner einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Aufgrund des sorglosen Verhaltens des Mediziners sei als Haftgrund eine Tatbegehungsgefahr geltend gemacht worden, erläuterte Staatsanwaltschaftssprecherin Elena Haslinger im APA-Gespräch.

ÖGK will Vertrag mit Zahnarzt auflösen

Der Zahnarzt hat einen Vertrag mit der Österreichischen Gesundheitskasse. Man habe heute die Generaldirektion ersucht, die Auflösung des Vertrages umzusetzen, sagte ÖGK-Arbeitnehmerobmann Andreas Huss zur APA. Auch die Zahnärztekammer stehe dahinter. Huss bestätigte Medienberichte, wonach sich schon einige Patienten beschwert hätten, dass der Arzt Patienten ohne Mund-Nasen-Schutz und nur dann behandle, wenn sie ihm zur Begrüßung die Hand geben.

Aufgerufen am 14.04.2021 um 05:03 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/pongau/staatsanwaltschaft-bringt-strafantrag-gegen-pongauer-corona-arzt-ein-100983901

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