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Perfide Masche

Betrüger zocken Pongauer ab

Gauner terrorisieren Pensionist am Telefon

Geld, SB APA/dpa/Daniel Reinhardt
Die Telefonbetrüger forderten trotz einer Überweisung weiter Geld von dem Mann. (SYMBOLBILD)

Zu einem besonders dreisten Telefonbetrug kam es am Donnerstag im Pongau. Ein Pensionist überwies 600 Euro, daraufhin wurde er weiter von den Betrügern per Telefon terrorisiert. Die Masche ist relativ neu, die Polizei verzeichnet derzeit nur vereinzelt Fälle: Es wird behauptet, die Opfer hätten Spielschulden.

Der über 80-Jährige bekam einen Anruf von einer Frau. Sie erklärte ihm in perfektem Deutsch, dass sie Rechtsanwältin sei und er 2016 bei einem Glücksspiel mitgemacht hätte. Dabei seien Schulden von 7.000 Euro angehäuft worden. Er könne diese aber mit der Überweisung von 600 Euro tilgen.

Betrüger fordern Geld in Bitcoins

Ihr Vater habe sich geschämt, schildert seine Tochter im Gespräch mit SALZBURG24. Deshalb habe er weder seinen Verwandten, noch der Polizei etwas von dem Anruf erzählt. Um größeren Schaden zu verhindern, sei er zur Bank gegangen, habe die 600 Euro abgehoben und sie anschließend in die Kryptowährung Bitcoins umwandeln lassen. Die Codes gab er den Betrügern schließlich per Telefon bekannt.

Pongau: Telefonterror nach Abzocke

Damit war das Problem aber nicht gelöst. „Ich dachte nicht, dass sie diese Frechheit besitzen, aber zwei Stunden später haben sie nochmals angerufen und 1.000 Euro gefordert“, erzählt die Pongauerin. Zu diesem Zeitpunkt habe ihr Vater den Fall aber schon bei der Polizei gemeldet und wimmelte die Betrüger ab. Doch diese versuchten es immer wieder, terrorisierten den Mann mit mehr als zehn Anrufen in einer Stunde.

Für ihren Vater sei das eine große Belastung gewesen. Die Polizei riet, die Telefonnummer zu wechseln. Erst dann kehrte wieder Ruhe ein. Das Geld wird der Pensionist nie wieder sehen, laut Polizei könne man auch die Nummer nicht ausfindig machen. Seine Tochter will andere vor der Masche warnen, „damit man das nicht noch einmal erleben muss.“

Polizei Salzburg verzeichnet einzelne Fälle

Polizeisprecherin Verena Rainer bestätigt auf Anfrage von SALZBURG24, dass es bereits Fälle dieser Art im Bundesland gegeben hat. Allerdings gilt es noch abzuwarten, derzeit handle es sich wirklich nur um Einzelfälle. Sie betont, dass man niemals Informationen zu den persönlichen Umständen oder Vermögensverhältnissen preisgeben sollte. Zudem sei es besonders wichtig, dass Familienmitglieder ihre älteren Verwandten für solche Betrugsversuche sensibilisieren.

Tipps der Polizei:

  • Brecht Telefonate, bei denen von euch Geldleistungen gefordert werden, sofort ab. Lasst euch auf keine Diskussionen ein und macht eurem Gegenüber entschieden klar, dass ihr auf keine der Forderungen/Angebote eingehen werdet.
  • Lasst euch, auch von Polizisten, im Zweifelsfall immer Dienstausweise zeigen.
  • Falls Verwandte ins Spiel gebracht werden, kontaktiert diese, um die Echtheit eines vermeintlichen Vorfalls nachzuprüfen.
  • Erstattet umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.
(Quelle: SALZBURG24)

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