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War Ötzis Axt aus Kupfer "made in Salzburg"?

Das Bundesland Salzburg fällt heute nicht unbedingt als Standort der Waffenproduktion auf. In prähistorischer Zeit war dies jedoch anders: Die Gegend rund um den Kupfererzbergbau im Pongauer Mitterberghütten war ein Zentrum der Herstellung von Metallwaffen und Werkzeug.

Darüber berichtet ein aktueller Salzburger Grenzfall aus der gleichnamigen Serie, der heute, Mittwoch, 5. Oktober, auf www.salzburg.at, der Plattform für die Europaregion, veröffentlicht wurde. Grund dafür war das durch den Schwefelanteil sehr harte Metall. Zwischen 2.000 bis 300 vor Christus erreichte das Industriezentrum seine Blütezeit.  

Theorie: Ötzis Axt ist aus Pongauer Kupfer

Doch schon früher könnte das Pongauer Kupfer begehrt gewesen sein. So stellt der deutsche Geoarchäologe Alexander Binsteiner die Theorie auf, dass Ötzi, die besterhaltene prähistorische Gletschermumie, vor 5.300 Jahren Teil eines Handelszugs von Salzburg nach Oberitalien war, der auf dem Weg über die Ötztaler Alpen überfallen wurde.Bewaffnet war Ötzi mit einer Kupferaxt, die möglicherweise "made in Salzburg" war. Der für den Abbauort Mitterberghütten typische geringe Arsengehalt, der das Kupfer fließfähiger macht, würde darauf hinweisen.  

Chemische Analyse soll mehr Informationen über das Kupfer liefern

Relativiert wird diese Annahme vom Geologen Dr. Günther Kaufmann vom Bozener Ötzi-Museum. Bislang wurde nur die Oberfläche der Kupferaxt untersucht. Ein demnächst eingereichtes Projekt, das neben der chemischen Analyse weitere Isotope in Kombination berücksichtigt, könnte mehr Aufschluss über die Herkunft von Ötzis Beil bringen, berichtet Kaufmann. Ötzis Salzburg-Verbindung bleibt bis dahin der tragische Umstand, dass Helmut Simon, der 1991 gemeinsam mit seiner Frau den Eismann auf dem Niederjochferner im Tiroler Ötztal entdeckte, im Oktober 2004 bei einer Bergtour in bei Bad Hofgastein tödlich verunglückte und am dortigen Ortsfriedhof beigesetzt wurde. Damit schließt sich ein Kreis in den Pongau. Der Kupfererzabbau in Mühlbach am Hochkönig geriet nach der prähistorischen Blütezeit in Vergessenheit und wurde erst 1829 nach einem Zufallsfund von glitzerndem Gestein wieder aufgenommen. 1977 ging das Kapitel eines der größten Kupferbergbaue Mitteleuropas in Mitterberghütten endgültig zu Ende. Nacherleben kann man diese Zeit bei einem Besuch im Bergbaumuseum Mühlbach, das bis 23. Oktober von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist. Angeboten werden auch Führungen in den nahegelegenen Schaustollen. Ein Highlight des Museums ist eine Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra, einer bronzezeitlichen Sternenkarte, die mit Kupfer aus Mitterberghütten hergestellt wurde.
(Quelle: S24)

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