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Zwei Männer und eine Frau an Bankraub in Dorfgastein beteiligt

Nach einem nächtlichen Vernehmungsmarathon hat das Landeskriminalamt Salzburg den Bankraub von Donnerstag in Dorfgastein (Pongau) endgültig geklärt. Insgesamt waren eine Frau und zwei Männer in den Überfall eingebunden.

Der Raub selbst war in weiten Teilen gut vorbereitet, einige Pannen erleichterten es der Polizei aber, dass noch am selben Tag alle Verdächtigen erwischt werden konnten.

Bank in Dorfgastein im Vorfeld ausgekundschaftet

Bereits vor zwei Wochen hatte ein 43-jähriger Lette seine Ex-Frau in Bad Hofgastein besucht, die dort eine Pension betreibt. Und gemeinsam haben sie offenbar damals schon die Bank im Nachbarort ausgekundschaftet, berichtete Major Gerhard Waltl am Freitag bei einem Pressegespräch. Am vergangenen Wochenende reiste der Balte dann gemeinsam mit einer lettischen Familie erneut ins Gasteinertal, und zwar mit einem geborgten silbergrauen Renault Trafic.

Bankraub in Dorfgastein in Pension geplant

In der Pension wohnte seit rund drei Monaten ein 42-jähriger Sudanese, der mit der Betreiberin mehrmals über Geldnot und einen möglichen Bankraub gesprochen hatte. Am Donnerstag folgte schließlich den Worten die Tat. Der Lette chauffierte den wegen seiner Hautfarbe vollkommen vermummten Sudanesen nach Dorfgastein, wo dieser mit einer Spielzeugpistole bewaffnet die Raiffeisenbank überfiel. Unmittelbar darauf beobachtete der Filialleiter den Kastenwagen. Er merkte sich das lettische Kennzeichen "GU 400" und teilte dies der Polizei mit, die im Zuge der Alarmfahndung ganz gezielt nach diesem Fahrzeug Ausschau hielt. Keine eineinhalb Stunden später bemerkte eine Polizeistreife dieses Auto auf dem Parkplatz der Bergrettung in Bad Hofgastein, darin saß der Sudanese, der festgenommen wurde. Der 42-Jährige bestritt zunächst jeden Zusammenhang mit der Tat, doch während seiner Vernehmung fanden Polizisten in der Garage der Pension die beim Überfall in Dorfgastein verwendete Jacke, Handschuhe und Sturmhaube und wenig später im Zimmer auch den Rucksack, die Spielzeug-Waffe und einen Großteil der Beute. Daraufhin legte der Mann ein umfassendes Geständnis ab und nannte auch seinen Chauffeur. Wie sich herausstellte, hatte der Lette für den Überfall sogar Überstellungskennzeichen nach Salzburg mitgebracht, allerdings war den Männern die Montage zu kompliziert, weshalb sie mit den Originalkennzeichen zur Bank fuhren. Nach dem Raub stellten sie den Wagen einfach vor der Pension ab. Als aber später ein Polizeihubschrauber über dem Ort kreiste, wurden sie doch nervös. Der Lette versuchte daher, den Wagen in die Garage zu fahren, brachte diesen aber nicht durch das Tor und beschädigte das Fahrzeug auf der linken Seite erheblich. Daraufhin fuhr der Sudanese zur Bergrettung, wo er festgenommen wurde.

Beute nach Überfall in Dorfgastein in zwei Haufen geteilt

Laut Waltl haben die beiden Männer nach dem Überfall die Beute aus dem Rucksack geleert und in zwei Haufen geteilt. Über die Höhe der Beute machte der Kriminalist keine Angaben. Der Lette bestritt bei der Vernehmung jeden Zusammenhang, er wird aber nicht nur vom Afrikaner, sondern auch von der Pensionsbetreiberin belastet. Sein Anteil der Beute ist bis dato auch noch nicht gefunden worden. Der Sudanese hatte zwischen dem Bankraub in Dorfgastein und seiner Festnahme bereits seine 300 Euro hohen Schulden in einer Pizzeria beglichen. (APA)
(Quelle: S24)

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