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Primärversorgungseinheiten

Meilenstein für Salzburgs Hausärzte

Fünf neue Arztzentren geplant

Arzt APA/HELMUT FOHRINGER
Der Hausarzt-Beruf soll in Salzburg durch die PVE aufgewertet werden (SYMBOLBILD).

Salzburg ist das erste Bundesland, in dem es nun einen Gesamtvertrag für Primärversorgungseinheiten (PVE) gibt. Die Gebietskrankenkasse und die Landesärztekammer haben eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Salzburg soll bis Ende 2021 mindestens fünf neue Arztzentren bekommen. Diese sollen künftig die zentrale Erstanlaufstelle bei Krankheiten und medizinischen Fragen sein.

Ziel der Primärversorgungseinheiten ist es, die Qualität der medizinischen Versorgung zu steigern und die Spitalambulanzen zu entlasten. Rund die Hälfte aller, die täglich eine Spitalambulanz aufsuchen, gehört dort eigentlich nicht hin, betont die Gebietskrankenkasse in einer Aussendung.

Arztzentren als neue Anlaufstelle

In Zukunft soll die PVE zentrale Erstanlaufstelle bei Krankheit und medizinischen Fragen sein und so zu einer besser abgestimmten Versorgung beitragen. Ausgedehnte Öffnungszeiten und eine gute Erreichbarkeit spielen dabei wesentliche Rollen.

Durch die Erstbehandlung in einer PVE können Mehrfachuntersuchungen sowie nicht erforderliche Inanspruchnahmen fachärztlicher bzw. technischer Leistungen weitestgehend verhindert werden. Die technische Vernetzung, die Kooperation mit anderen Gesundheitsberufen sowie die administrative Entlastung durch die zentrale Ordinationsassistenz und Pflegefachkraft sorgen dafür, dass die Ärztinnen und Ärzte in einer Primärversorgungseinheit insgesamt mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben. Darüber hinaus bietet das Modell attraktivere und flexiblere Beschäftigungsmöglichkeiten, die den Bedürfnissen der Ärzteschaft entsprechen und somit wesentlich zur Attraktivierung des Hausarzt-Berufes beitragen.

Ausbauplan für Salzburg

Im Bundesland Salzburg sollen bis 31. Dezember 2021 zumindest fünf Primärversorgungseinheiten unter Vertrag genommen werden (drei in der Region Salzburg Stadt/Flachgau/Tennengau und zwei in der Region Pinzgau/Pongau/Lungau). Dafür sind 15 zusätzliche Stellen für Allgemeinmedizin geplant. Entsprechend der örtlichen Verhältnisse kann eine PVE an einem Standort (Primärversorgungszentrum) oder an mehreren Standorten (Primärversorgungsnetzwerk) eingerichtet werden.

Mehrere Spezialisten in PVE vereint

Das Kernteam einer PVE besteht aus zumindest drei Ärztinnen bzw. Ärzten für Allgemeinmedizin, einer Ordinationsassistenz und einer diplomierten Pflegefachkraft. Die Einbindung von mindestens einem weiteren Gesundheitsberuf ist verbindlich – die Einbindung von mehr Personen aus den nachfolgenden Berufsgruppen wünschenswert:

  • Physiotherapie
  • Psychotherapie
  • Sozialarbeit
  • Diätologie
  • Ergotherapie
  • Logopädie

Der Hausarzt bzw. die Hausärztin in einer Primärversorgungseinrichtung kann frei gewählt werden. Im Akut-Fall haben Patientinnen und Patienten aber von Montag bis Freitag zu erweiterten Öffnungszeiten die Garantie einer Vertretung, die über die Krankengeschichte, Verschreibungen und Behandlungen genau informiert ist.

Primärversorgungseinheiten als Netzwerk

Die PVE soll für Patientinnen und Patienten in Zukunft – mit Ausnahme von Notfällen – die erste Anlaufstelle bei medizinischen Problemen sein. Menschen, die in gesundheitlichen Belangen zuerst ihre Hausärztin / ihren Hausarzt aufsuchen, sparen nicht nur viel Zeit, sondern profitieren auch gesundheitlich. Zumeist benötigten sie weniger belastende Untersuchungen, die Gefahr von Wechselwirkungen ist durch eine strukturierte Verschreibung und Behandlung von Medikamenten in der PVE ebenfalls wesentlich geringer.

Durch die eingebundenen Gesundheitsberufe können viele weitere Behandlungen oder Betreuungen direkt in der PVE bzw. durch ins PVE-Netzwerk integrierte Partner erledigt werden. Die Terminkoordination erfolgt zentral, wodurch Patientinnen und Patienten zusätzlich entlastet werden. Sie haben die Möglichkeit, sich zu ihrem PVE als erste Anlaufstelle zu bekennen und erhalten dadurch Zugang zu einem erweiterten Leistungsangebot, beispielsweise spezielle Gesundheitsförderungsprogramme.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 16.05.2021 um 03:00 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/primaerversorgungseinheiten-meilenstein-fuer-salzburgs-hausaerzte-79795144

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