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Drahtesel statt Auto

Salzburger entdecken Liebe zum Fahrrad

Die Leidenschaft für's Bike wirkt sich auch auf Umsatz aus

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Das Radfahren wird bei den Salzburgerinnen und Salzburgern immer beliebter. (SYMBOLBILD)

Auf den Drahtesel anstatt in das Auto zu steigen, boomt wie nie zuvor. Grund dafür dürfte das Coronavirus sein, denn die Fahrrad-Händler in Salzburg berichten von einem Umsatz-Anstieg seit dem Lockdown im März. Was die Stadt Salzburg für die Radl-Zukunft geplant hat, lest ihr hier.

"Die Sportbranche gehört in der Corona-Krise nicht zu den Verlierern", das sagt Patrick Dornik, Inhaber von Radsport Dornik in Wals-Siezenheim (Flachgau) im SALZBURG24-Gespräch. Und mit dieser Meinung ist er nicht allein, denn das Radfahren zeigt sich immer größerer Beliebtheit. Egal ob ins Schwimmbad oder in die Arbeit: Es scheint, die Salzburgerinnen und Salzburger radeln gern.

9.000 Radler täglich alleine am Rudolfskai

Neben den Händlern bestätigen dies auch die sogenannten Rad-Zählstellen in der Landeshauptstadt. Sie geben an mehreren Positionen Aufschluss auf die große Leidenschaft sich auf das Bike zu schwingen. "Alleine am Standort Rudolfskai werden täglich 9.000 Radler gezählt. 8.000 sind es jeden Tag, die am Giselakai entlangfahren", sagt Peter Weiß, Radverkehrskoordinator der Stadt Salzburg, gegenüber SALZBURG24.

 

Das Geschäft mit dem Fahrrad läuft besser als im Vorjahr

Ende März sei es losgegangen. "Die Leute haben die alten Radln aus der Garage herausgeholt und zu uns gebracht", erzählt Dornik weiter. Und auch den Trend der E-Bikes könne er spüren. Mittlerweile sei es sogar so, dass genauso viele Räder mit Motor wie Räder ohne Motor verkauft werden.

CarlaVelorep in der Elisabethstraße profitiert ebenfalls von der Corona-Krise. Jakob Dengg von der Fahrradwerkstatt erzählt im S24-Gespräch: "Nach einer zweiwöchigen Schließung unseres Geschäfts ist es langsam wieder angelaufen. Aber dann hatten wir wirklich ein gutes Geschäft. So gut, dass der Verlust im März die darauf folgenden Monate wieder herausrissen." Der Umsatz sei um einiges größer als im Vorjahr.

Mehr Sicherheit für Salzburgs Radl-Verkehr

Dass das Radfahren in der Stadt Salzburg noch sicherer wird, das möchte Weiß von der Stadt Salzburg. Für die Probleme, wie zu schmale Unterführungen, Rowdys und zusätzliche notwendige Fahrradstraßen, gibt es bereits Lösungsvorschläge. "Neben der geplanten Öffentlichkeitsarbeit für mehr Rücksichtnahme auf die Radler im Straßenverkehr, zählt es zu den Hauptmaßnahmen für das Jahr 2020, die Umlandgemeinden mit guten Radwegen anzuschließen", sagt Weiß.

Momentan wird im Ortsteil Hagenau in Bergheim (Flachgau) bei der Plainbrücke ein sogenannter Lückenschluss gebaut. Damit werde eine Lücke geschlossen, um mit dem Bike von Bergheim in die Stadt zu gelangen: "Wir erwarten dadurch eine Steigerung des Radverkehrs." Denn: "Bevor die Leute im Stau stehen, steigen sie lieber aufs Rad."

Anteil der Radler soll bis 2025 auf 24 Prozent steigen

Das ist aber nur eine Maßnahme der "Radverkehrsstrategie 2025+", wodurch der Anteil der Radler bis zum Jahr 2025 auf 24 Prozent angehoben werden soll. Für die Zukunft sei zwischen Freilassing und Salzburg eine Saalach-Brücke geplant – wir haben berichtet. "Mit dieser Brücke wird es dann möglich sein, ohne Umweg und innerhalb von 15 Minuten von Freilassing in die Stadt zu gelangen."

Und auch für das Problem Linzer Gasse gebe es bereits eine Ersatzlösung, die auch schon in der Verkehrsplanung vorgelegt wurde. Laut einer Erhebung der städtischen Verkehrsplanung passieren in der beliebten Einkaufsstraße die meisten Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern. Weiß dazu: "Eine optimale Ausweichroute wäre die Paris-Lodron-Straße." Allerdings müsse für eine Radstrecke in beiden Richtungen vorher der Busterminal abgesiedelt werden. Und das obliege der Entscheidung in der Politik.

Kleiner Tipp von der Redaktion: Wenn's einmal schnell gehen muss, dann gibt es in Salzburg einige Möglichkeiten, um seinen fahrbaren Untersatz wieder startklar zu machen. Neben Tankstellen, gibt es in fast allen Stadtteilen eine Fahrrad-Service-Station. Eine davon befindet sich beispielsweise in Nonntal zwischen Unipark und Hypobank. Dort stehen kostenlos Werkzeug und Druckluft für schnelle do it yourself-Reparaturen zur Verfügung.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.04.2021 um 12:59 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/radfahren-in-salzburg-das-geschaeft-boomt-91783105

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