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Probeführerscheinbesitzer

Polizei zieht junge Raser in Salzburg aus Verkehr

Mit 99 km/h durch 30er-Zone in Landeshauptstadt

Polizei, Blitzer, Radar, SB APA/BARBARA GINDL
Viel zu schnell waren zwei junge Lenker in Salzburg unterwegs. (SYMBOLBILD)

Mit 99 km/ durch die 30er-Zone in der Hellbrunnerstraße, später mit 94 km/h in der Imbergstraße: Gleich zwei Mal wurde ein junger Raser in der Stadt Salzburg angehalten. Auf der Westautobahn (A1) war eine 20-Jährige mit 188 km/h unterwegs. Beide besitzen einen Probeführerschein.

Salzburg, Hallein

Eine Zivilstreife schnappte sich den 22-Jährigen gleich zwei Mal in der Stadt Salzburg. Der Syrer war im Baustellenbereich der Hellbrunnerstraße fast 70 km/h zu schnell, in der Imbergstraße dann immer noch 44 km/h über der 50er-Beschränkung. Seine Probezeit wurde schon einmal wegen Schnellfahrens verlängert, nun wird ihm der Führerschein wohl abgenommen werden.

Raser mit Probeführerschein in Salzburg erwischt

Ebenfalls mit ihrem Probeführerschein raste eine 20-jährige aus Hallein (Tennengau) über die Autobahn. Erlaubt waren 130 km/h, sie war 58 km/h schneller dran. Die Lenkerin wird angezeigt.

Mopedlenker wird angezeigt

Zu schnell ging auch das Moped eines 16-jährigen Salzburgers. Auf der Walze brachte sein Fahrzeug 76 km/h zusammen, erlaubt sind 45, teilt die Polizei mit. Zudem überschritt er mit 110 dB(A) auch den Schallpegel-Wert. Der Bursch musste Kennzeichentafel und Zulassungsschein abgeben, er wird angezeigt.

(Quelle: SALZBURG24)

Warum treten Raser so aufs Gas?

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Seit Beginn der Coronakrise stellt die Polizei vermehrt Raser-Delikte in Salzburg fest. (SYMBOLBILD)

In den vergangenen Wochen zog die Polizei Salzburg zahlreiche Lenker aus dem Verkehr, die mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. Doch was bringt Menschen dazu, die erlaubte Geschwindigkeit zu übertreten und können sie höhere Strafen zum Umdenken bewegen? Wir haben nachgefragt.

Mit rund 200 km/h auf der Autobahn oder 130 km/h durchs Stadtgebiet: "Das ist für mich nicht mehr Rasen, das sind schon "Geschwindigkeitsexzesse", spricht hier Friedrich Schmidhuber, Leiter der Landesverkehrsabteilung bei der Polizei Salzburg. "Das ist für mich mehr als nur Rasen", so der Verkehrspolizist, der in diesem Bereich zuletzt einen Anstieg bei den Delikten feststellte. "Diese Phänomene hatten wir früher weniger, oder zumindest nicht in diesem Ausmaß." Schmidhuber vermutet deshalb, dass das geringere Verkehrsaufkommen zu Beginn der Coronakrise der Auslöser dafür war.

Poser in den Sozialen Medien

Doch warum steigen Menschen so aufs Gas und überschreiten die erlaubte Geschwindigkeit um fast das Dreifache? "Ein Grund ist es zu zeigen, was man sich traut oder wie gut man ist. Es geht aber auch um den Nervenkitzel und darum, Bilder und Videos zu erstellen, die dann Klicks in den Sozialen Medien generieren", gibt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger im Gespräch mit SALZBURG24 an. Soziale Medien verleihen dem Phänomen also eine neue Dimension.

Nervenkitzel: Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Dieses Poser-Gehabe innerhalb der Community und das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei mache laut Seidenberger den Reiz an der Raserei aus. "Die Leute wollen zeigen, dass sie schlauer und schneller sind als die Polizei. Es geht also auch um das Risiko und den Adrenalinkick", gibt Seidenberger weiter an. Dazu komme auch der Nervenkitzel beim Organisieren der illegalen Tuning-Treffen, wie sie etwa in Wals und Linz stattgefunden haben.

 

Um den "Geschwindigkeitsexzessen" Einhalt zu gebieten, wurden bereits zu Beginn des Jahres die Strafen für Raserei verdoppelt. Verkehrspolizist Schmidhuber spricht sich bei hohen Geschwindigkeitsübertretungen aber auch für einen Eintrag im Führerschein-Vormerksystem aus, wie das etwa in Deutschland bereits der Fall ist. "Wenn die Menschen wissen, dass sie bei einem weiteren Eintrag den Führerschein für 14 Tage los sind, würde dies das Verhalten auf der Straße positiv beeinflussen", sagt der Polizist.

Diese Strafen drohen bei Raserei

Im Ortsgebiet:

  • 30 – 35 km/h über Geschwindigkeitsbegrenzung: 200 Euro
  • 40 – 50 km/h: 500 Euro
  • 50 – 60 km/h: 700 Euro
  • Ab 70 km/h: 1.200 Euro

Außerhalb des Ortsgebiets:

  • 30 – 35 km/h über Geschwindigkeitsbegrenzung: 150 Euro
  • 40 – 50 km/h: 450 Euro
  • Über 70 km/h: 1.200 Euro

Monetäre Strafen nicht die Lösung

Reine Geldstrafen sieht auch Seidenberger nicht als einzigen Weg zur Lösung. Ein längerer Entzug der Fahrberechtigung könne aber ein Nachdenken bewirken. Die Verkehrspsychologin weist zudem darauf hin, dass es kaum Möglichkeiten gibt, den Drang zum Rasen auf legalem Wege nachzukommen. "Die Leute suchen sich ein Ventil, und plötzlich findet dann ein Rennen mitten im Straßenverkehr statt."

Sozialarbeiter für Raser?

Vernünftiger wäre es laut Seidenberger einen Zugang wie Sozialarbeiter zu wählen. "Man muss in die Gruppen hineingehen und Community-Arbeit von innen heraus betreiben." Dabei müsse die Polizei so auftreten, dass sie nicht als Gegner gesehen wird, sondern als Aufklärer.

Verstärkte Kontrollen in Salzburg

In Salzburg versucht Schmidhuber dem Problem durch verstärkte Kontrollen Herr zu werden. Gerade im Bereich der Motorradfahrer setzt die Polizei nun auch auf zivile Streifen. Im Visier haben die Beamten da vor allem klassische Ausflugsstrecken, die vor allem am Wochenende genutzt werden. "Es ist aber wie ein Stochern im Heuhaufen. Eine systematische Überwachung ist nicht möglich", so Schmidhuber abschließend.

Aufgerufen am 14.04.2021 um 10:13 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/raser-mit-probefuehrerschein-aus-dem-verkehr-gezogen-89779309

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