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Beiß-Attacke in Salzburger Seen möglich?

araber050718028.jpg Neumayr/Archiv
Beiß-Attacken in den Salzburger Seen sind äußerst unwahrscheinlich.

Gibt es in den Salzburger Seen Raubfische, die auch den Badegästen gefährlich werden könnten? Erst vergangene Woche wurde in Niederösterreich eine 41-Jährige von einem Hecht gebissen. Wir haben bei Daniela Latzer vom Salzburger Landesfischereiverband nachgefragt.

"Hechte gibt es natürlich auch in unseren Seen. Mir ist aber kein Vorfall bekannt, bei dem in Salzburg mal ein Badegast von einem Raubfisch gebissen wurde", so Daniela Latzer im Gespräch mit SALZBURG24. Die Expertin weist dabei daraufhin, dass sich gerade Hechte vorwiegend in Gewässern ab einer gewissen Tiefe aufhalten, wie beispielsweise im Zeller See, der bis zu 69 Meter tief ist.

Hecht ist ein Lauerjäger

Hechte werden grundsätzlich zwischen 50 und 100 Zentimeter groß und sind laut Latzer Lauerjäger. "Der Hecht hält sich in Bodennähe zwischen Wasserpflanzen auf und schnappt dann zu, wenn potentielle Beute vorbeischwimmt. Er schwimmt also sicher nicht zielgerichtet auf einen Badegast zu und beißt ihn einfach in den Zehen oder sonst wo", gibt Latzer weiter an. Sollte ein Hecht also tatsächlich zubeißen, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um einen Fehlangriff.

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Hechte werden bis zu einem Meter groß.

Waller in Salzburger Seen

Bekannt sind auch Beiß-Attacken von Waller (auch bekannt als Wels, Anm.) auf Schwimmer in Badeseen. "Der Waller ist auch ein Raubfisch, allerdings dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber hält er sich in Höhlen und in Bodennähe auf", so Latzer. In kleineren Teichen könne es da schon einmal vorkommen, dass der Waller zuschnappt. In größeren Gewässern hält die Expertin das allerdings für unwahrscheinlich. Waller haben für gewöhnlich eine Körperlänge von einem bis zu eineinhalb Meter, können aber auch bedeutend größer werden, da sie ihr ganzes Leben über wachsen.

Latzer: "Mit Hausverstand in die Natur gehen"

Allerdings sind weder Hecht noch Waller aggressive Tiere. Wenn man nun in Naturgewässern baden geht, sollte man sich auch bewusst sein, dass man eben in der Natur unterwegs ist. Latzer: "Mir kommt es so vor, dass das nicht der Fall ist. Dasselbe gilt auch für Wälder oder Almen. Wenn es dann zu Vorfällen mit Tieren kommt, sind immer die ‚bösen Tiere‘ schuld. Meiner Meinung nach sollten die Menschen einfach mit Hausverstand in die Natur gehen."

41-Jährige erlitt an den Viehofner Seen eine blutende Wunde und musste ins Spital.

Gepostet von KURIER am Sonntag, 23. Juni 2019

Hecht und Waller: Biss mitunter schmerzhaft

Ein Biss kann laut Latzer mitunter schmerzhaft ausfallen: "Ein Hecht hat Zähne im Maul, die nach Hinten geneigt sind. Das hat den Grund, dass die Beute so nur schwer entkommen kann. Wenn der zubeißt dann kann es sein, dass man sich die Haut aufreißt, das ist sicherlich nicht angenehm." Für gewöhnlich lassen die Tiere allerdings gleich wieder aus, da auch diese in der Situation mit Schrecken reagieren.

Wenn man bedenkt, wie viele Menschen sich im Sommer in Naturgewässern aufhalten, so kommt es österreich- und europaweit zu sehr wenigen Übergriffen. Im unwahrscheinlichen Falle eines Bisses sollte man die Wunde dann beim Arzt oder im Krankenhaus behandeln lassen.

(Quelle: SALZBURG24)

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