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Muslimbrüder

Salzburger Politologe vergleicht Razzia mit Pogrom

Aussagen sorgen für massive Kritik

Operation "LUXOR" APA/ERWIN SCHERIAU
Am 9. November führte die Polizei Razzien im Kreise der Muslimbruderschaft in Österreich durch. (ARCHIVBILD)

Jener Salzburger Politologe, der im Rahmen der "Operation Luxor" gegen die Muslimbrüder ins Visier der Behörden geraten ist, hat die Razzien in Zusammenhang mit den Novemberpogromen gestellt.

Er kritisiert in einem Online-Beitrag für eine Initiative der Georgetown University, dass die Razzien ausgerechnet am Jahrestag der sogenannten "Kristallnacht" stattgefunden hätten. Kultusministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer (beide ÖVP) kritisierten die Äußerungen.

Operation "LUXOR" APA/ERWIN SCHERIAU
Razzia gegen Muslimbruderschaft und Hamas am Montag, 09. November 2020, u.a. in Graz. Im Bild : Einer der Einsatzorte der Operation "Luxor" , aufgenommen am Montag, 09. November 2020 in Graz. 

Polizei führt Razzien bei Muslimbruderschaft durch

930 Polizisten sind Montagfrüh zu einer Großrazzia gegen die Muslimbruderschaft und gegen die Hamas in Österreich angetreten. Wie Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) in einer Pressekonferenz sagte, …

Politologe sieht Regierung in "totalitärer" Richtung

Für den Politikwissenschafter geht die österreichische Regierung bereits in eine totalitäre Richtung, wie er auf der Seite der Islamophobie-Initiative schrieb - nicht nur durch die Kriminalisierung des Islam, sondern auch durch den Versuch, die Meinungsfreiheit zu verbieten. Der Vorstoß, den politischen Islam zu einer Straftat zu machen, untergrabe die Glaubwürdigkeit der Gedenkfeiern zur "Kristallnacht", schreibt der Wissenschafter.

Nehammer: "Ausdruck einer antidemokratischen Haltung"

"Dieser ungeheuerliche Vergleich verharmlost die schrecklichen Verbrechen des Nationalsozialismus und setzt sie dem legitimen und notwendigen Kampf gegen den Extremismus gleich", meinte Raab in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Für Nehammer ist die Gleichstellung des Novemberpogroms "mit dem legitimen und entschlossenen Auftreten gegen den radikalen politischen Islam" nicht nur völlig geschmacklos, "sondern vielmehr Ausdruck einer antidemokratischen Haltung".

Muslimischer Theologe entsetzt

Auch der muslimische Theologe Mouhanad Khorchide zeigte sich im "Neuen Volksblatt" entsetzt: "Wie kann man den Beginn der Ermordung von Millionen Juden mit einer Razzia gleichsetzen?"

(Quelle: APA)

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