Jetzt Live
Startseite Salzburg
1/3 des Monatsniederschlags

Darum hat es im Flachgau besonders heftig geregnet

Experte: "Eher ein Sommer wie vor 60 Jahren"

Bäche traten über die Ufer, Keller wurden überflutet: Die Regenfälle haben in der Nacht auf Montag vor allem den Flachgau getroffen. Im Lungau hat es unterdessen überhaupt nicht geregnet. Wie es zu den markanten Unterschieden kommt und ob wir mit einem Gewittersommer rechnen müssen: Wir haben für euch nachgefragt.

Eine Kaltfront hat in der letzten Nacht für kräftige Gewitter gesorgt. „Diese sind dann in heftigen Dauerregen übergangen und der hält noch bis heute Nachmittag an“, sagt Konstantin Brandes, Meteorologe beim Wetterdienst UBIMET, im Gespräch mit SALZBURG24.

Dass die Regenfälle derart heftig ausfallen, damit habe man nicht rechnen können, schildert der Neumarkter Ortsfeuerwehrkommandant gegenüber S24.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 29. Juni 2020

72 Liter Regen pro Quadratmeter in Mattsee

In den letzten 24 Stunden gab es im Bundesland große regionale Unterschiede. Während der Lungau komplett trocken blieb und es im Pongau maximal zehn Liter pro Quadratmeter geregnet hat, sah es in Richtung Norden ganz anders aus. „Von Lofer über Hallein nordwärts hat es kräftig geregnet. Der Spitzenreiter ist Mattsee im Flachgau mit 72 Liter Regen pro Quadratmeter“, erläutert der Experte. Doch auch die Mozartstadt hat es stark erwischt. Hier kamen 50 Liter Wasser pro Quadratmeter zusammen. „Der durchschnittliche Juni-Niederschlag beträgt im Bundesland 150 Liter pro Quadratmeter. Über Nacht hat es praktisch ein Drittel des gesamten Monatsniederschlages vom Himmel gelassen.“

 

Gewitter ziehen nach Nordosten weiter

Der Grund dafür liegt in der Luft. Brandes erklärt, dass vom Bregenzerwald über das Karwendelgebirge bis in den Flachgau und das Salzkammergut die Lage am instabilsten war. „In der heißen, labil geschichteten Luft haben sich dann die Gewitter entwickelt.“ Die Höhenströmung ging von Südwest nach Nordost und zog damit in Richtung Bayern und Oberösterreich weiter. Weshalb die südlichen Teile Salzburgs verschont blieben und es auf relativ kleinem Raum markante Wetter-Unterschiede gab. „Bei der aktuellen Wetterlage ist es aber ziemlich typisch, dass im nördlichen Flachgau die größten Regenmengen fallen.“

Mix aus Hitze und Gewitter in Salzburg

Ein Blick auf die Wetterprognosen zeigt: Zumindest in den nächsten acht bis zehn Tagen werden wir das in Salzburg noch öfter erleben. Bis heute Nachmittag sollte sich die Kaltfront – vorübergehend – in Richtung Osten verziehen. „Noch bis ca. 15 Uhr wird es regnen, zeitweise kommt dann auch die Sonne zum Vorschein.“ Im Flachgau wird sich die Lage am Nachmittag entspannen, bis dahin seien aber noch heftige Regenschauer möglich, so der Meteorologe.

Eine Verschnaufpause gibt es am Dienstag, es bleibt trocken und freundlich. Doch schon am Mittwoch bilden sich über den Bergen heftige Wärmegewitter mit großen Regenmengen auf kleinem Raum. „Das betrifft dann eher die südlichen Landesteile, der Flachgau ist außen vor.“ Das währt aber nur kurz, am Donnerstag kann es im nördlichen Salzburg erneut zu kräftigen Gewittern kommen. Ein Auf und Ab an Gewittern und Hitze erwartet uns, wobei die Hitze immer nur ein, zwei Tage anhält.

"Ein Sommer wie vor 50, 60 Jahren"

Ist das ein Vorgeschmack auf den heurigen Sommer? Bislang sei es – mit Juni ist einer der drei wärmsten Monate fast vorbei – unterdurchschnittlich kühl. Das kenne man so nicht mehr, sagt Brandes, nachdem der Juni letztes Jahr der wärmste der Messgeschichte war. „Es ist mehr ein Sommer wie er vor 50, 60 Jahren mal war.“ Dass die wärmste Jahreszeit zu kalt ausfällt, ist aber eher unwahrscheinlich. Immerhin war es in den letzten Jahren immer zu warm. Eine markante Hitzewelle im Juli oder August sei jederzeit möglich. Neue Temperaturrekorde erwartet der Experte heuer aber nicht.

 

Wann genau sich sonniges Wetter einstellt, könne derzeit noch nicht prognostiziert werden. „Bis Anfang nächster Woche gibt es keine großartige Änderung. Beständiges Sommerwetter ist nicht in Sicht.“ Es heißt also weiter warten.

(Quelle: SALZBURG24)

Whatsapp

Unwetter fordern mehr als 300 Floriani im Flachgau

Heftige Regenfälle gingen Sonntagabend und in der Nacht auf Montag insbesondere im Flachgau und in der Stadt Salzburg nieder. Die Freiwilligen Feuerwehren standen mit mehr als 300 Mann im Unwetter-Einsatz. Berichte über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Wie der Landesfeuerwehrverband am Morgen mitteilte, rückten letzte Nacht elf Feuerwehren im Flachgau mit insgesamt 308 Floriani aus. Das Hauptproblem waren dabei sehr große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit, die zu zahlreichen Einsätzen führten. Innerhalb einer Stunde fielen etwa bei der Messstelle Mattsee 35 Liter Regen. Am Morgen waren die meisten Einsätze nach der Gewitterfront zum größten Teil beendet.

 

Feuerwehren im Dauereinsatz

Bei den fast 50 Einsätzen mussten überflutete Keller ausgepumpt werden, verklauste Verkehrswege und Bäche freigemacht oder Murenabgänge beseitigt werden, wie auf der B1 bei Henndorf. Bei Enzing/Wankham wurden Steine und Geröll auf die Fahrbahn geschwemmt, der Verkehr wurde wechselweise vorbeigeleitet, während die Freiwillige Feuerwehr Henndorf die Reinigungsarbeiten übernahm. HIER findet ihr Verkehrsmeldungen für das Land in Echtzeit.

28.06.2020 - 21.35 Uhr Vermurung / Steine und Geröll auf der B1 Durch die starken Regenfälle wurden im Bereich Enzing...

​Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Henndorf am Wallersee am Sonntag, 28. Juni 2020

Bäche treten in Neumarkt über die Ufer

Die meisten Einsätze wurden aus Neumarkt (12), Seekirchen (elf) und Obertrum (neun) gemeldet. In Neumarkt standen 41 Feuerwehrleute in der Nacht im Einsatz. Laut Herbert Maderegger, Ortsfeuerwehrkommandant, mussten vor allem zwei Hotspots betreut werden. Beim Steinbach und beim Haldingerbach sorgten Verklausungen für Überflutungen. Dabei konnte nicht verhindert werden, dass auch Wasser in Häuser eintritt, schildert Maderegger im Gespräch mit SALZBURG24.

Am Montagvormittag standen weiterhin um die 30 Floriani im Unwettereinsatz in der Postwegsiedlung und in Sommerholz, "wo es extreme Unterspülungen gibt" sowie im Bereich Wallersee. Die Einsätze kamen für die Feuerwehrleute überraschend. "Wir standen im Einsatz, weil es in Henndorf bereits geregnet hatte, während es in Neumarkt noch trocken war", berichtet Maderegger. Solche Unmengen an Regen seien nicht vorhersehbar gewesen, er könne auch noch nicht abschätzen, wann die Einsätze beendet werden können. "Wir müssen abwarten und schauen, wie sich die Wetterlage entwickelt", sagt der Ortsfeuerwehrkommandant.

>>>Hochwasser<< Die FF Seekirchen wurde um 21:10 Uhr mit der Meldung "Wassereintritt in Keller" alarmiert. Ein Gewitter...

Gepostet von Feuerwehr Seekirchen am Sonntag, 28. Juni 2020

Unwetter-Einsätze in Obertrum

Darüber hinaus haben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte überflutete Unterführungen ausgepumpt.  In Obertrum haben Feuerwehrleute bei der Mattig einen Hochwasserschutz aufgebaut. Zudem wurde "Hochwasser" in einem Wohnhaus gemeldet, wie die Feuerwehr berichtet. Insgesamt rückte man mit sechs Fahrzeugen und 39 Floriani zu neun Einsätzen aus.

+++ Einsatz +++ Um 21:17 Uhr wurden wir mit dem Einsatzbefehl "Hochwasser" in den Birnhamweg 10 alarmiert. Während der...

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Obertrum am See am Sonntag, 28. Juni 2020

Keller in Thalgau ausgepumpt

In Thalgau ist außerdem ein Bach über die Ufer getreten, dessen Wasser in die Richtung eines Wohnhauses floss. Rund 40 Floriani konnten verhindern, dass Wasser in zwei Häuser eintritt. Später musste allerdings ein Keller im Ortsgebiet ausgepumpt werden, das Wasser stand etwa 50 Zentimeter hoch, schildert Christoph Schuhmertl von der FF Thalgau gegenüber S24. Am Vormittag waren die Feuerwehrleute noch dabei, eine auf ein Haus gekippte Linde zu zersägen. "Die Bäche sind aber rückläufig, derzeit entspannt sich die Situation eher", so Schuhmertl.

????Hochwassereinsatz???? Zum zweiten Einsatz an diesem Tag wurde die FF Thalgau und der LZ Unterdorf um 22:23 Uhr alarmiert....

Gepostet von Feuerwehr Thalgau/LZ Unterdorf- well informed am Sonntag, 28. Juni 2020

In Straßwalchen ist zudem ein Blitz in einen Dachstuhl eingeschlagen. Die Floriani konnten den Brand rasch löschen.

Salzburger helfen in Oberösterreich

Die Hauptwache St. Georgen rückte unterstützend ins benachbarte St. Pantaleon (OÖ) aus, um die Feuerwehr bei ihren Einsätzen zu unterstützen. Die Holzhauserstrasse, die Lamprechthausen mit St. Pantaleon verbindet, musste von den Floriani wegen Überflutung gesperrt werden. An zwei Wohnhäusern konnte das Eindringen von Wassermassen durch die freiwilligen Helfer unterbunden werden. 

Sonntag 28.06.2020. 22.25 Uhr. Wieder Einsatz für Löschzug Pinswag, Vermurrung nach Starkregen der L204 in Pinswag.

Gepostet von Freiwillige Feuerwehr Nußdorf am Haunsberg am Sonntag, 28. Juni 2020

Wetter bleibt heute regnerisch

Bis über die Mittagsstunden regnet heute es häufig und zum Teil ergiebig aus dichten Wolken. Im Lungau sind Gewittergüsse möglich. Im Laufe des Nachmittags macht der Niederschlag Pausen und die Wolken lockern von Westen her auf. Am Nachmittag erreichen die Temperaturen 18 bis 21 Grad.

Aufgerufen am 13.07.2020 um 10:45 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/regen-darum-war-der-niederschlag-im-flachgau-besonders-heftig-89513488

Kommentare

Mehr zum Thema