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Was macht eigentlich der Rotary Club?

Ex-Governorin aus Salzburg über Vision und Ziele

Mit dem jüngsten Corona-Cluster in Salzburg, der auf ein Treffen des Rotary Clubs in der Landeshauptstadt zurückzuführen ist, ist die Organisation ins öffentliche Interesse gerückt. Doch was genau machen die Rotarier überhaupt? Wir haben bei der Salzburger Ex-Governorin Barbara Wolf-Wicha nachgefragt.

"Wir sehen eine Welt, in der Menschen gemeinsam beginnen, nachhaltige Veränderungen zu schaffen – in allen Ländern, in unserer Nachbarschaft und bei uns selbst", so lautet die Vision des Rotary Clubs. Die NGO versteht sich grundsätzlich als eine Berufsorganisation mit gemeinsamen ethischen Prinzipien. Gegründet wurde sie im Jahr 1905 von Paul Percy Harris in Chicago. Die Rotarier wollen das Ideal des selbstlosen Dienens als Grundlage des Berufslebens fördern. Dem zugrunde liegen vier zentrale Fragen:

  • Ist es wahr?
  • Ist es fair für alle Beteiligten?
  • Wird es Freundschaft und guten Willen fördern?
  • Wird es dem Wohl aller Beteiligten dienen?

Gedanke der sozialen Gerechtigkeit

Der Rotary Club sieht sich dabei nicht primär als Charity-Organisation. Dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit kommt allerdings eine zentrale Bedeutung zu. "Wir Rotarier sehen eine Welt, in der die Menschen zusammenkommen und Maßnahmen setzen, um eine langfristige Veränderung und Verbesserung, weltweit, aber auch im eigenen Umfeld durchzuführen", gibt Ex-Universitätsprofessorin und Rotary-Mitglied Barbara Wolf-Wicha (75) im Gespräch mit SALZBURG24 an.

rotaryclub20180416011.jpg Neumayr/Archiv
Die Salzburger Ex-Universitätsprofessorin Barbara Wolf-Wicha und der mittlerweile verstorbene Rotary International Direktor Peter Krön.

Rotary Clubs elitär?

Rotarier wird man übrigens nur, wenn man von einem Mitglied angesprochen und dem Club vorgeschlagen wird. Dies in Verbindung mit einer Arbeit, welche der Öffentlichkeit oft verborgen bleibt, brachte der Organisation die Kritik ein, als elitär aufzutreten. Wolf-Wicha erklärt aber, dass seit Jahren die Mitglieder dazu angehalten sind, aktiv den Weg in die Öffentlichkeit zu suchen. Mitunter scheitere dies aber an den einzelnen Clubs.

Fast 9.000 Rotarier in Österreich

Insgesamt 1,2 Millionen Mitglieder weltweit zählt die Dachorganisation Rotary International mittlerweile. In Österreich sind die 8.774 Rotarier in zwei sogenannte Distrikte (für West- und Ostösterreich + Bosnien-Herzegowina) organisiert, die sich wiederum auf insgesamt 187 lokale Clubs aufteilen. Ursprünglich als reine Männervereinigung umgesetzt, sind nach einem US-Urteil seit 1989 auch Frauen bei den Rotariern zugelassen. "Das war ganz wichtig, da die Besten aus jedem Beruf zusammenkommen sollten, nicht etwa die Reichsten", so Wolf-Wicha.

Salzburgerin führt Westösterreich

Salzburg wird dabei dem Distrikt 1920 zugerechnet, der für Westösterreich steht. Diesen Distrikt führte Barbara Wolf-Wicha von 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 als erste weibliche Governorin. Nach den Ereignissen während der Flüchtlingskrise hat sich die Salzburgerin dazu entschieden, in ihrer Zeit als Governorin den Fokus auf Afrika zu legen. "Unser Vorhaben war es, ein anderes Bild von Afrika zu vermitteln", gibt die Rotarierin weiter an.

Dear Friends, Since weeks we listen to news on COVID-19, count the numbers, and are shocked. Our empathy goes with all...

Gepostet von Barbara Wolf-Wicha am Freitag, 3. April 2020

Weltweiter Kampf gegen Kinderlähmung

Während ihrer Führung wurden Projekte in Uganda unterstützt, bei denen etwa für Schulbibliotheken Bücher organisiert und durch einen neuerrichteten Brunnen gleich vier Dörfer mit fließendem Wasser versorgt wurden.

Weltweit tritt Rotary vor allem im Kampf gegen Kinderlähmung in Erscheinung. Durch das Programm PolioPlus konnten bereits 2,5 Mrd. Kinder in 122 Ländern gegen Polio geimpft und so die Kinderlähmung nahezu gänzlich ausgerottet werden. Nigeria wurde nun als "Polio-frei" erklärt, somit gibt es die Krankheit mittlerweile nur noch in zwei Ländern.

Rotary Clubs unterstützen lokal und global

Wolf-Wicha weist aber auch darauf hin, dass die lokalen Rotary Clubs für gewöhnlich Projekte vor Ort unterstützen: "Wenn beispielsweise für eine Familie der Schulskikurs zu teuer ist, springen wir ein. Innsbrucker Clubs wiederum halfen bei der Integration von Flüchtlingen aus."

Die Salzburgerin beschreibt sich allerdings als Afrika-affin und ist vor allem der Ubuntu-Philosophie verfallen: "Das bedeutet, ich lebe deswegen, weil du auch lebst, und damit es dir auch gut geht." Eine Anschauung, die sich auch mit den zentralen Fragen der Rotarier verbinden lässt.

(Quelle: SALZBURG24)

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"Nur 26 Personen" bei Klub-Treffen in Salzburg

Coronavirus, SB ASSOCIATED PRESS
(SYMBOLBILD)

Nicht 40, wie bisher von der Behörde bekannt gegeben, sondern nur 26 Personen hätten beim Treffen eines Klubs am vergangenen Montag in einem Gasthaus in der Stadt Salzburg teilgenommen. Das gab der Wirt am Sonntag gegenüber dem ORF Salzburg bekannt.

Zudem habe man sich an alle Sicherheitsvorkehrungen gehalten, heißt es im ORF-Bericht. Auch im APA-Gespräch betonte der Gastronom, dass für andere Gäste nie Gefahr bestand.

Corona-Ausbruch nach Club-Treffen: Eigener Eingang

Seit 1992 diente sein Lokal als Treffpunkt für den Verein. Als man ihn nach den Lockerungen bat, dort zusammen kommen zu dürfen, habe er extra aufgesperrt. Außerdem benutzten die Mitglieder immer einen Nebeneingang, wo sie gleich in den ersten Stock mit dem Saal für die Versammlungen gelangen können.

Wirt: "Völlig abgetrennt"

"Normalerweise wäre Platz für 80 Personen", so der Wirt. Angesichts der Pandemie habe man die Höchstgrenze für den Raum aber auf 40 herabgesetzt. Vier große Fenster sind zum Belüften da, eine Klimaanlage dürfe in dem denkmalgeschützten Gebäude nicht eingebaut werden. "Es gibt im oberen Stock auch eigene Toilette-Anlagen, es ist praktisch völlig abgetrennt vom Gastronomiebetrieb", erklärte der Wirt.

Im Saal selber habe man die Tische mit genügend Abstand aufgestellt, auf jedem stand - wie bei den Toiletten - auch Desinfektionsmittel bereit. Dass es genau 26 Teilnehmer waren, wisse er noch gut: "Ich habe einen Mitarbeiter durchzählen lassen wegen der Höchstzahl von 40 Leuten".

Gesamte Belegschaft negativ

Nach Auftreten der Corona-Erkrankungen wurden nicht nur die Service-Mitarbeiter getestet, die Kontakt hatten, sondern gleich die gesamte Belegschaft. "Alle waren negativ." Aus Gründen der Sicherheit habe man übrigens schon seit Aufsperren nach Ende des Lockdowns von jedem Bediensteten die Temperatur gemessen und aufgezeichnet, betonte der Gastronom.

Corona-Cluster A: Über 100 Personen getestet

Bei dem Treffen in dem Lokal am Montag in der Stadt Salzburg entwickelte sich das "Corona-Cluster A", wie die Behörden den neuen Ausbruch des Coronavirus bezeichneten. Über 100 Personen wurden im Zuge des Contact-Tracings schon als Kontaktpersonen der Kategorie 1 und 2 eruiert und getestet. Mit Stand Samstagabend gab es bereits mindestens zwölf Erkrankte.

14 infizierte in "Covid-Cluster A"

Bis Sonntagabend (Stand 16.30 Uhr) ist die Zahl der Erkrankten im "Covid-Cluster A" in der Stadt Salzburg auf 14 Personen angestiegen. Sie alle sind laut den Erhebungen der Behörden auf diesen einen Indexfall zurückzuführen. Bei den zwei seit Samstagabend zusätzlich Infizierten handelt es sich um einen weiteren leitenden Arzt der SALK sowie einen Pensionisten.

Suche nach Patient 0

"Die Bezirksverwaltungsbehörde der Stadt Salzburg erwartet aufgrund des permanenten Anstiegs der Erkrankungsfälle auch in den nächsten Tagen weitere Infizierte", heißt es in einer Aussendung. Intensiv ermittelt werde weiterhin nach der Quelle des Indexfalles, sagt der Leiter der Bezirksverwaltungsbehörde, Michael Haybäck. Derzeit seien mit Detailerhebungen und Testungen 39 Personen hiezu im unmittelbaren Blickfeld der Behörden, um Anhaltspunkte zum Indexfall zu bekommen.

"Das geht von in der Früh bis in die Nacht und auch am Wochenende durch. Je schneller wir das Virus eingrenzen können, desto höher ist die Chance, weitere Ansteckungen hintan zu halten", so Haybäck.

Arzt und Landesmitarbeiter infiziert

Unter den Infizierten waren ein Arzt des Salzburg Klinikums sowie ein Mitarbeiter von Landesrätin Maria Hutter und ein weiterer Landesbediensteter. Dies führte dazu, dass nicht nur das gesamte Büroteam samt der Landesrätin getestet wurden, sondern auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer samt seinem Stellvertreter Christian Stöckl (alle drei ÖVP). Bei allen wurde keine Infektion mit dem Virus festgestellt. Der Rest des Regierungsteams samt Büromitarbeitern werde am Montag getestet, hieß es in einer Presseaussendung am Samstag.

Die bisherigen Erkrankungsfälle verteilen sich bezirksmäßig folgendermaßen:

  • 6 Stadt Salzburg
  • 3 BH Salzburg-Umgebung
  • 4 BH Hallein
  • 1 BH St. Johann

Aufgerufen am 12.07.2020 um 02:04 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/rotary-club-was-macht-er-ueberhaupt-89262043

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