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Rotes Kreuz macht Schluss

Wer übernimmt Salzburgs Impf- und Teststraßen?

Ausschreibung mit vielen offenen Fragen

Das Rote Kreuz wird künftig nicht mehr Salzburgs Impf- und Teststraßen betreuen. So wird sich die Organisation in der laufenden Ausschreibung nicht mehr bewerben. Vor welchen Schwierigkeiten man bei der Suche nach einem Nachfolger steht, wie lange diese dauern kann und welche Altersgruppe beim Impfen Sorgen bereitet, erklärt Gesundheitslandesrat Christian Stöckl (ÖVP) im Gespräch mit SALZBURG24.

Sie prägen bislang das Bild von Salzburgs Impf- und Teststationen: Die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Roten Kreuz wickeln seit Beginn der Corona-Pandemie die PCR- und später die Antigen-Tests und Impfungen im Bundesland ab.

Rotes Kreuz wird nicht mehr testen und impfen

Seit Februar 2020 hat das Rote Kreuz 194.278 PCR-Tests in Salzburg durchgeführt, seit dem Start der Massentests im Dezember 2020 gab es knapp vier Millionen Antigen-Schnelltests. 153.579 Impfdosen wurden bisher verimpft.

Künftig werden die Impf- und Testleistungen nicht mehr vom Roten Kreuz übernommen. „Das Land hat diese ausgeschrieben und das Rote Kreuz hat sich dafür nicht beworben, weil es sich wieder auf seine Kernaufgaben wie den Rettungsdienst fokussieren will“, erklärt Pressesprecherin Roberta Thanner am Mittwoch auf S24-Anfrage. „Wenn das Land aber unsere Hilfe brauchen sollte, sind wir da“, betont Thanner.

Salzburg sucht neuen Betreiber

Überrascht vom Ausstieg des Roten Kreuzes wurde auch Salzburgs Politik, wie Gesundheitslandesrat Stöckl gegenüber SALZBURG24 zugibt: „Wir wissen nur davon, dass sich das Rote Kreuz nicht bewirbt, weil es das selbst kommuniziert hat.“

Christian Stöckl Land Salzburg / Franz Neumayr
Gesundheitslandesrat Christian Stöckl äußerte sich im S24-Gespräch zur Salzburger Impfstrategie (ARCHIVBILD).

Das Land Salzburg hat die Impf- und Testleistungen für die nächsten vier Jahre ausgeschrieben, um Planungssicherheit zu haben. „Die Ausschreibung läuft über eine Rechtsanwaltskanzlei. Es gibt Bewerber, die derzeit geprüft und später verglichen werden“, verrät Stöckl.

Neue Teststrategie im Herbst

Wann das Verfahren abgeschlossen sein soll? „Das kann Monate dauern“, so der Gesundheitslandesrat. Ein fixes Datum, wann der neue Betreiber die Aufgaben vom Roten Kreuz übernimmt, gibt es daher nicht. Das sei insofern suboptimal, weil der Bund angekündigt hat, ab Herbst die Teststrategie ändern zu wollen – und sich damit für den neuen Träger einiges ändern könnte. Die neue Teststrategie soll in den kommenden Tagen kommuniziert werden, heißt es aus dem Gesundheitsministerium auf S24-Anfrage am Mittwoch. Diese beschäftigt sich dem Vernehmen nach unter anderem näher mit den PCR-Testungen, der Überwachung von Varianten und zielgerichteten Testungen.

Aktuell würde man die Impf- und Teststraßen im Bundesland ohnehin zurückfahren, weil gerade bei den Tests der Druck nicht mehr so hoch sei, erklärt Stöckl und stellt eines klar: „Egal wer die Impf- und Testagenden übernehmen wird, am Bild der eingesetzten Infrastruktur wird sich wenig ändern.“

Impfbus im Sommer unterwegs

Beim Impfen setzt das Land im Sommer künftig auf einen Impfbus, der durch Salzburg fahren und auch in entlegeneren Regionen Halt machen soll. „Wir wollen uns für den Herbst und Winter vorbereiten und werden daher im Sommer mehrere Aktionen anbieten“, betont Stöckl.

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Landeshauptmannstellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) schickt den Impfbus auf Tour durch Salzburg.

Corona-Impfung kommt zu den Salzburgern

Der Corona-Impfbus geht im Sommer auf Tour durch Salzburg - mit und ohne Anmeldung ist dann eine Impfung möglich, teilt das Land Salzburg heute, Dienstag, mit.

Mit dem Impfbus werde man mit den Gemeinden, aber auch mit Veranstaltern und Vereinen zusammenarbeiten. Hier setzt man vor allem auf Flexibilität: So soll es die Möglichkeit geben, vorab einen Impftermin zu vereinbaren. Aber auch spontane Impfungen ohne Anmeldung sollen möglich sein. „Wir wollen so den Weg zur Corona-Impfung erleichtern.“

„Haben viel Impfstoff, aber wenige Oberarme“

Bisher sei der Impfstoff ein knappes Gut gewesen, nun habe sich das Bild gewandelt: „Jetzt haben wir viel Impfstoff, aber wenige Oberarme“, berichtet Stöckl. Man brauche daher Salzburgerinnen und Salzburger, die sich impfen lassen wollen, um das gesteckte Ziel zu erreichen: „Wir streben eine Durchimpfungsrate von 70 Prozent an, besser wären sogar 80 Prozent.“ Aktuell haben 231.881 Menschen im Bundesland ihre zweite Corona-Impfung erhalten, das entspricht 47 Prozent der Bevölkerung.

 

Derzeit könne man gut kalkulieren, wie viel Impfstoff man brauche und daher die entsprechenden Mengen bestellen. „Wir haben nicht das zu Problem, dass wir nicht wissen, was wir mit Impfstoff machen, der bald abläuft“, versichert der Landeshauptmann-Stellvertreter.

Junge hinken bei Corona-Impfung hinterher

Angestrebt wird auch eine Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium. Denn vor allem eine Bevölkerungsgruppe hat bei den Corona-Impfungen Nachholbedarf: „Die Durchimpfungsrate bei den Jungen ist noch zu gering“, so Stöckl. So haben erst 19 Prozent der 15- bis 24-Jährigen ihre zweite Impfung erhalten.

 

Man strebt daher an, im Herbst an den Schulen und an der Uni Impfungen anzubieten. „Damit wollen wir die Wahrscheinlichkeit auf ein möglichst normales Schuljahr mit Präsenzunterricht erhöhen.“ Auch sollen so neuerliche Verschärfungen oder Lockdowns verhindert werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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