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Salzburg: AK und ÖGB stehen hinter Metallern

Siegfried Pichler und die AK untersützen die Metaller in ihrem Streikvorhaben. APA/BARBARA GINDL
Siegfried Pichler und die AK untersützen die Metaller in ihrem Streikvorhaben.

In Salzburg stellt sich die Arbeiterkammer hinter die Gewerkschaften der Metallindustrie. "Für die gebotenen 2,5 Prozent hätte der freie Sonntag fallen sollen. Die Beschäftigten müssen ihren fairen Anteil am Produktivitäts-Zuwachs erhalten", so AK-Salzburg-Präsident Siegfried Pichler. Auch Salzburgs Landesvorsitzender des ÖGB Peter Eder meldet sich zu Wort.

Auch in der 5. Verhandlungsrunde mit der Metallindustrie gab es keine Einigung auf höhere Löhne. Die Verhandler auf Seiten der Wirtschaft behaupten, dass die Sozialpartnerschaft wieder einmal schwer beschädigt sei und dass die angebotenen 2,5 Prozent doch die Inflation abgelten und ein Lohnplus von knapp über 0,6 Prozent bedeuten würden.

Pichler: "Gewerkschaften beschädigen Sozialpartnerschaft nicht"

Dieser Betrag würde nur im Paket mit empfindlichen Einschnitten in die Rechte der Arbeitnehmer angeboten. Denn für den von der Produktionsgewerkschaft abgelehnten 2,5 Prozent-Vorschlag hätte der freie Sonntag fallen sollen, teilt die AK in einer Aussendung mit. Pichler: "Nicht die Gewerkschaften beschädigen die Sozialpartnerschaft. Die Industriellen wollen sie an die Wand fahren, damit sie ohne Einschränkungen und am deutlich längeren Hebel als die Beschäftigten in den Betrieben schalten und walten können."

"Beschäftige müssen gerechten Anteil erhalten"

"Die Kollektivverträge bieten schon jetzt sehr viele Möglichkeiten für Ausnahmeregelungen – über eine ausgewogene Flexibilisierung der Arbeitszeiten kann man grundsätzlich immer reden. Aber das Opfern des freien Sonntags ist die Holzhammer-Methode, um ein Scheitern der Verhandlungen zu erzwingen. Die Produktivität ist deutlich gestiegen. Jetzt müssen die Beschäftigten ihren gerechten Anteil daran erhalten. Es ist Zeit, dass die Wirtschaft am Verhandlungstisch wieder partnerschaftlich agiert", fordert Siegfried Pichler.

Eder: "Sonntag muss arbeitsfrei bleiben"

Dem stimmt auch ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder in einer Aussendung zu: "Aus unserer Sicht muss der Sonntag auch weiterhin arbeitsfrei bleiben. Eine Öffnung der Sonntagsarbeit über die bereits bestehenden Bereiche wie Sicherheit, Gesundheit oder Tourismus hinaus würde an den Grundpfeilern des gesellschaftlichen Lebens rütteln und ist für uns so nicht verhandelbar." Besonders empört ist Eder über aktuelle Aussagen der Arbeitgebervertreter, die den Gewerkschaften die Schuld an dem Abbruch der Verhandlungen geben. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass Arbeitgebervertreter Christian Knill den Gewerkschaften die Schädigung der Sozialpartnerschaft vorwerfe. "Hier wird der Spieß umgedreht und den Gewerkschaften die Schuld für etwas in die Schuhe geschoben, für das sie nichts können. Durch die Verknüpfung mit der Einführung der Sonntagsarbeit war das Angebot alles andere als fair. Zudem ist die gewerkschaftliche Position zu diesem Thema hinlänglich bekannt." Der ÖGB-Vorsitzende hofft dennoch auf späte Einsicht der Arbeitgeber.

Gewerkschaften für "Kampfmaßnahmen" gerüstet

Die Gewerkschaft sei jedenfalls für gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen gerüstet, falls es zu keinem Einlenken der Arbeitgeber kommt. "In den bereits durchgeführten Betriebsversammlungen haben sich die Beschäftigten in der Metallindustrie durch die Bank für weitere Maßnahmen ausgesprochen, falls es zu keinem fairen Ergebnis kommt. Diese Maßnahmen werden nunmehr vorbereitet und Anfang nächster Woche in Kraft treten", so Eder.

(Quelle: S24)

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