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Milch im Glas

Mehrweg-Glas in Salzburg am Vormarsch?

Milch Glas APA/dpa/Felix Kästle
Milch im Glas ist zurück in Österreichs Kühlregalen (Symbolbild).

Glasverpackungen haben die Supermarkt-Regale im letzten Jahr vor allem im Kühlregal wieder erobert. Bisher handelte es sich dabei um Einwegflaschen. Nicht nur die Niederösterreichische Berglandmilch, auch die Supermarktkette Spar – mit Sitz in Salzburg – wird ihre Bio-Vollmilch in Mehrweg-Glasflaschen füllen. Wir haben nachgefragt, wie das zur Plastikreduzierung beitragen kann und ob Glas wirklich die bessere Alternative ist.

Dem ging ein langer Prozess voraus, erklärt Spar-Sprecherin Nicole Berkmann gegenüber SALZBURG24. „Da die Umstellung mit hohen Kosten für die Molkerei verbunden ist, mussten wir viel Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Berkmann.

 

Glas statt Plastik im Kühlregal

Ab Herbst 2019 soll die Milch in wiederbefüllbaren Flaschen zu kaufen sein. Dasselbe kündigt auch Berglandmilch an. Spar hat die Glasflaschen seit 2018 in seinen Märkten getestet, allerdings noch als Einweg. Neben der Milch werden auch Joghurts in Glasbehältern angeboten. Die Nachfrage der Kunden habe die eigenen Erwartungen übertroffen, schildert Berkmann. Joghurts in Mehrweg-Gläsern wird es aber nicht so bald geben. „Es gibt Überlegungen, aber noch nichts Konkretes“, bleibt die Sprecherin vage. Sie weist darauf hin, dass man auch hier zuerst mit der Molkerei sprechen müsse.

Milch Spar SPAR/ HELGE KIRCHBERGER Photography
Auch Spar stellt bei seiner eigenen Bio-Linie bei der Milch auf Mehrweg-Glas um.

Die Kosten für die Umstellung auf Mehrweg sind hoch, wie die Daten von Berglandmilch zeigen. Acht Millionen Euro investiert das Unternehmen an den Standorten in Niederösterreich und Tirol. Ob auch Salzburgs größte Molkerei – die SalzburgMilch – eine Umstellung auf Mehrweg-Glas überlegt, war am Donnerstagvormittag nicht zu erfahren. Für SALZBURG24 war niemand zu erreichen.

Braucht es mehr Mehrweg-Angebot?

Gepostet von SALZBURG24 am Mittwoch, 6. März 2019

Salzburger verbrauchen 10.985 Tonnen Plastik

10.985 Tonnen Plastik wurden im Bundesland Salzburg 2017 verbraucht. Glas sei nur bedingt eine gute Alternative, erläuterte Wilfried Mayr vom Referat für Abfallwirtschaft und Umweltrecht des Landes Salzburg gegenüber SALZBURG24 bereits im Sommer 2018. „Ein Einweg-Glas ist ökologisch betrachtet genauso schlecht oder sogar schlechter als ein Einweg-Kunststoff“, sagte der Experte damals: „Je öfter ich Verpackungen verwende, umso besser.“

Greenpeace: Positive Treibhausgas-Bilanz

Laut Greenpeace braucht eine Mehrweg-Glasflasche viermal weniger Treibhausgase als ein Einweg-Glas. Bis zu 40 Mal können Mehrwegflaschen im Idealfall wiederbefüllt werden, informiert die Umweltorganisation. Die Treibhausgas-Bilanz sei trotz des mehrmaligen Transports positiv, auch der Wasser- und Reinigungsmittelverbrauch tauge nicht als Gegenargument: Für die Herstellung von Einwegverpackungen brauche man das genauso, betont Greenpeace in einer Aussendung.

Wie sich Einwegplastik- bzw. Tetrapack-Verpackungen im Vergleich zu Einwegglas schlagen, sei schwierig zu bewerten, erklärt Nunu Kaller von Greenpeace gegenüber SALZBURG24. Dazu gäbe es verschiedene Studien, die aber unterschiedliche Faktoren berücksichtigen. „Deshalb haben wir Mehrweg- mit Einweg-Glas verglichen.“ Außerdem sei Glas die ideale Verpackung für Lebensmittel, da keine Zusatzstoffe an das Produkt abgegeben werden.

 

Mehrweg besser als Einweg

Kaller ist wichtig, dass die Diskussion nicht um das Material, sondern um das Thema Mehrweg geführt wird. „Mehrweg-PET wäre für das Mehrweg-Glas ein valider Mitbewerber“, zeigt sie auf. Derzeit sei die Mehrweg-Glasflasche die beste Alternative in Österreich, weil dafür bereits bestehende Sammelvorrichtungen genutzt werden können: „Für Mehrweg-PET haben wir keine Systeme.“

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Aufgerufen am 21.05.2019 um 11:34 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburg-auch-spar-setzt-auf-milch-im-mehrweg-glas-66868168

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