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"Kein Durchschnaufen"

Salzburg bekommt Soldat als Covid-Manager

2-G-Kontrolle an der Kassa ab Jänner

Das Bundesland Salzburg stellt sich in der Bekämpfung der Pandemie neu auf und setzt auf die Unterstützung eines Militärs. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) stellte am Montagnachmittag den Generalstabsoffizier Oberst Peter Schinnerl als zentralen Leiter des Covidmanagements in Salzburg vor.

"Diese Pandemie wird uns noch weiter begleiten. Wir müssen von einer Krisenorganisation in eine Linienorganisation kommen", sagte Haslauer. Der Offizier, der seit 2017 Abteilungsleiter in der Einsatzführung des Kommandos Luftsstreitkräfte und zuletzt im Kabinett von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) tätig war, soll die entsprechende Organisationsstruktur aufbauen. Schinnerl wird sowohl intern als auch extern zentraler Ansprechpartner für das Covidmanagement des Landes sein. Er soll ein tagesaktuelles Lagebild für Salzburg erstellen und damit der Politik Entscheidungsgrundlagen liefern.

Land Salzburg will sich auf Omikron vorbereiten

Hintergrund für die Neuaufstellung ist unter anderem die neue Virusvariante Omikron. Man müsse damit rechnen, dass es in systemrelevanten Berufen zu Personalausfällen kommen könne, nannte Haslauer eine der vielen Herausforderungen. Deshalb will er die jetzige Ruhephase nach dem Lockdown nützen, um sich gut vorzubereiten.

"Wir müssen Pläne haben, die darauf abgestimmt sind, was unser Gegner, das Virus, macht", sagte Schinnerl bei seiner Vorstellung: "Wir müssen Plan B, C oder D in der Schublade haben. Das ist die Grundkompetenz von uns Soldaten." Es sei notwendig, sich jetzt bestmöglich aufzustellen, um der Omikronvariante und den nächsten Varianten, die noch kommen werden, etwas entgegenstellen zu können.

2-G-Kontrollen jetzt auch im Handel

Haslauer kündigte außerdem eine verpflichtende Kontrolle der 2-G-Regelung im Handel ab Anfang Jänner an. "An der Kassa muss 2-G nachgewiesen werden, sonst kann man nicht einkaufen", sagte der Landeshauptmann. Ausgenommen seien Bereich wie der Lebensmittelhandel oder Apotheken. Ob die Kontrolle ab dem 3. oder dem 10. Jänner gelte, sei noch nicht entschieden. Ziel aller Maßnahmen sei die Sicherung des Gesundheitssystems, die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur und - wenn irgend möglich - die Verhinderung eines neuerlichen Lockdowns.

Weniger Patienten auf Covid-Normalstationen

Was den Spitalsbereich in Salzburg betrifft, gebe es einen erfreulichen Rückgang der Patienten auf den Normalstationen. Im Intensivbereich bleibe die Situation aber sehr angespannt, berichtete Primarärztin Uta Hoppe von den Salzburger Landeskliniken. Die Patienten auf den Intensivstationen seien im Durchschnitt 56 Jahre alt. "Dort liegen auch deutlich jüngere Patienten, die schwer krank sind und deren Leben von Herz-Lungen-Maschinen abhängig sind. Davon werden 40 Prozent das nächste Jahr aller Voraussicht nach nicht erleben", so Hoppe.

Omikron werde so viele Menschen infizieren, dass selbst wenn es allgemein mildere Verläufe geben sollte, die Menge der Patienten die Spitäler füllen und die Infrastruktur bedrohen werde. "Das Virus ist schlau, es hat sich eine andere Tarnkappe angezogen", meinte die Medizinerin. „Omikron ist bereits da, übernimmt die Dominanz, und momentan versuchen wir, Zeit zu gewinnen. Wichtig dabei ist die Maskenpflicht, Abstand halten und Hygiene. Ganz zentral ist aber die Impfung, nur diese schützt wirklich."

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(Quelle: SALZBURG24/APA)

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