Jetzt Live
Startseite Salzburg
Bergretter ziehen Bilanz

Rekord an Einsätzen in Salzburg

Die Bergrettung Salzburg hat ein Rekordjahr hinter sich: 694 Mal musste man 2018 zu Einsätzen ausrücken. Am höchsten war der Anstieg im vorigen Jahr im Flachgau. Die Finanzsituation bleibt dabei jedoch angespannt. Die Bergretter fordern mehr Unterstützung.

Mit 694 Einsätzen im Jahr 2018 hatte die Bergrettung Salzburg so viele Einsätze wie noch nie zuvor. Insgesamt leisteten die rund 1.400 Bergretter und Bergretterinnen im Vorjahr 9.754 Einsatzstunden. Das sind mehr als 2.000 weniger als 2017.

 

Sturz-Einsätze am häufigsten

Der Boom an Menschen, die ihre Freizeit in den Bergen verbringen, hält an. So gab es für die ersten Monate des Jahres 2019 bereits über 200 Einsätze zu verzeichnen. Die meisten Einsätze finden jedoch während der Sommermonate im Juli (101) und August (121) statt. Die häufigsten Unfallursachen sind nach wie vor das Ausrutschen, Stürzen und Stolpern im Wandergelände. 51 Prozent der Einsätze betrafen gestürzte und rund 14 Prozent verirrte Personen.

Weniger Tote in Salzburg

Der klassische Einsatz im Fels und Eis macht nur einen geringen Anteil der Einsätze aus, ebenso die Bergung von Lawinenopfern. Hier sind die Einsätze mit rund einem Prozent gegenüber dem Jahr 2017 gleichgeblieben. Bereits 20 Prozent aller Einsätze erfolgten in der Dunkelheit. 28 Menschen konnten im Jahr 2018 von den Bergrettern nur mehr tot geborgen werden. Im Jahr 2017 waren es mit 38 Toten um zehn mehr als 2018.

Mehr Einsätze mit Mountainbikern

Zahlreiche Ausrückungen betrafen die Bergung von verunglückten Skifahrern (rund 25 Prozent der Einsätze) und Wanderern bzw. Bergsteigern (rund 36 Prozent). Auffallend ist, dass diese Einsätze im Vergleich zum Jahr 2017 um vier Prozentpunkte gestiegen sind. In der Statistik spiegelt sich auch der steigende Mountainbike-Trend. Die Einsätze stiegen hier von rund vier Prozent im Jahr 2017 auf zehn Prozent im Jahr 2018 an.

Bergnot im Flachgau steigt

Verteilt auf die Bezirke waren die häufigsten Einsätze wieder im Pongau, gefolgt vom Pinzgau, Flachgau, Tennengau, Lungau zu leisten. Auffallend ist der konstante Anstieg von Einsätzen für Wanderer in Bergnot im Flachgau.

 

98.985 ehrenamtliche Stunden

Die Bergretter leisten neben den Einsätzen noch 98.985 ehrenamtliche Stunden für Aus- und Fortbildung. Ein fertig ausgebildeter Bergretter muss vier Kurse absolviert haben. In der Bergrettung Salzburg stehen ebenso Spezialisten der Hundeführer oder Canyoningretter in Einsatzbereitschaft.

Bei der Versammlung wurden Landesleiter Balthasar Laireiter und sein Pinzgauer Stellvertreter Klaus Wagenbichler wieder gewählt, genauso wie das Team der acht ehrenamtlichen Referenten.

Private Fahrzeuge für Einsätze

„Nach wie vor angespannt ist jedoch die finanziellen Situation für unsere Einsatzorganisation“, erklärt Finanzreferent Martin Malter. „Obwohl wir extrem sparen, wären dringend höhere Zuschüsse nötig, um die hochqualitative Arbeit weiterhin aufrechterhalten zu können.“ Balthasar Laireiter schildert, dass die Bergretter nicht nur ihre Ausrüstung zum größten Teil selbst finanzieren, sondern auch ihre privaten Fahrzeuge für Einsätze nutzen müssen.

So finanziert sich die Bergrettung

Für den Großteil an finanzieller Unterstützung kommen die Fördermitglieder und Sponsoren der Bergrettung auf, ein Zuschuss der öffentlichen Hand wäre allerdings wünschenswert, betont der Landesleiter. „Leider sehen wir durch die ansteigenden Einsätze auch immer wieder Probleme der Verunglückten mit den Einsatzkostenverrechnungen.“

 

Förderungen neu aufstellen

„Ich plane einen Antrag für einen neuen Gesetzesentwurf im Landtag“, sagt LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP). Stöckl ist seit Anfang des Jahres für die Bergrettung verantwortlich und war am Samstag bei der Landesversammlung in Grödig (Flachgau) dabei. „Die Förderungen für die Rettungsorganisationen sollen auf neue Füße gestellt werden.“

Whatsapp

Aufgerufen am 22.05.2019 um 10:37 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/salzburg-bergrettung-mit-neuem-rekord-an-einsaetzen-68130838

Kommentare

Mehr zum Thema