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Arbeitslos in Salzburg

Gute Konjunktur bringt Frauen weniger

AMS APA/HERBERT PFARRHOFER
Frauen profitieren in Salzburg laut AMS weniger von der guten Wirtschafslage als Männer (Symbolbild).

In Salzburg sinkt die Arbeitslosigkeit auch im Februar – nur nicht bei den Frauen. Laut Arbeitsmarktservice (AMS) Salzburg profitieren Männer mehr von der guten Konjunktur als ihre Kolleginnen. Die Gründe dafür hat das AMS bereits ausgemacht.

Insgesamt waren 16.696 Arbeitskräfte in Salzburg ohne Beschäftigung – exakt 1.000 Personen bzw. minus 5,7 Prozent weniger als Ende Februar 2018.

Altersarbeitslosigkeit steigt bei Frauen

Erfreulich ist ebenso die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit (über ein Jahr arbeitslos) mit einem deutlichen Rückgang von 9,3 Prozent auf 1.140 Personen. Nicht mehr so günstig ist die Lage allerdings bei der Altersarbeitslosigkeit ab 50 Jahre. Der Zuwachs geht ausschließlich auf die gestiegene Zahl weiblicher Arbeitsloser zurück. Diese ist um 6,0 Prozent auf 1.474 gestiegen, während bei Männern der Rückgang mit einem Minus von 1,5 Prozent bzw. 47 Personen auf 3.028 weiterhin angehalten hat.

Auch bei der Gesamtarbeitslosigkeit können Frauen mit einem Minus von 2,6 Prozent (auf 4.840 Personen) weniger profitieren als Männer mit einem Minus von 5,2 Prozent (auf 9.391 Personen).

AMS: Mehr arbeitslose Frauen im Handel

Dieses "Schwächeln“ beim Rückbau der Frauenarbeitslosigkeit führt man beim AMS Salzburg vor allem auf den aktuellen Zuwachs arbeitsloser Frauen im Handel (+4,4%) zurück. Hier erklärt sich auch der Zuwachs älterer weiblicher Arbeitsloser, denn die Betroffenen sind durchwegs über 45 Jahre. Ebenfalls von steigender Frauenarbeitslosigkeit betroffen ist das Sozialwesen.

Beyer: „Frauen profitieren deutlich weniger“

"Frauen profitieren deutlich weniger von der positiven Konjunktur als Männer, dieses Bild vermittelte auch schon das ganze Jahr 2018,“ resümiert Jacqueline Beyer, Landesgeschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Salzburg: "Kurz vor dem Weltfrauentag zeigt sich, dass es noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung der Geschlechter ist.“

Dazu kämen noch die tradierten Rollenbilder bei der Berufswahl, erklärt Beyer: "Während sich die Berufswahl bei jungen Frauen hauptsächlich auf drei bis fünf Lehrberufsbereiche beschränkt, sind es bei jungen Männern an die fünfundzwanzig. Die Folge ist, dass Frauen teilzeitbereinigt im Schnitt um 473 Euro weniger verdienen als Männer.“

Frauen in technische Berufe bringen

Aus den jüngsten Arbeitsmarktdaten aber zeige sich, dass die Frauenarbeitslosigkeit vor allem im handwerklich-technischen Bereich sinkt. Das AMS will den Gang von Frauen in einen technischen Beruf weiter fördern. 2018 fanden 107 Frauen den Weg in einen technischen Beruf mittels einem eigenen AMS-Programm.

(Quelle: SALZBURG24)

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