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Immer mehr Firmenpleiten

SB, Insolvenz, Geschäftsauflösung Bilderbox
In den ersten drei Monaten des neuen Jahres gab es in Salzburg bereits 95 Firmenpleiten.

Während in Österreich die Zahl der Firmenpleiten gegenüber dem Vergleichszeitraum 2018 um 9,3 Prozentpunkte zurückgeht, steigen sie in Salzburg um 2,2 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres schlittern 95 Salzburger Unternehmen in die Insolvenz.

Die Schäden für die betroffenen Gläubiger sind im Bundesland Salzburg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum massiv gestiegen. Die angemeldeten Passiva haben sich um 50 Prozent auf 27 Millionen Euro erhöht. „Dieser Anstieg resultiert primär aus der Insolvenz der Projektmanagement Ferienpark Gastein GmbH. Das am 18. März 2019 eröffnete Insolvenzverfahren einer Immobilienprojektgesellschaft schlägt sich mit rund 20,5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten zu Buche“, erklärt Petra Wögerbauer, Insolvenzexpertin des KSV1870.

Bundesländerranking Firmeninsolvenzen

Österreichweit wurde ein Rückgang der Gesamtinsolvenzen von 9,3 Prozent verzeichnet.

Im Bundesländerranking befindet sich Salzburg mit 95 Firmeninsolvenzen an fünfter Stelle hinter Wien (392 Firmeninsolvenzen), Niederösterreich (221 Firmeninsolvenzen), Oberösterreich (155 Firmeninsolvenzen) und der Steiermark (130 Firmeninsolvenzen). Die gegenwärtig niedrigen Insolvenzzahlen sind praktisch zur Gänze den niedrigen Zinsen geschuldet.

Drei Branchen besonders stark betroffen

Die am häufigsten von Insolvenzen betroffenen Branchen in Salzburg sind: die unternehmensbezogenen Dienstleister mit 21 Insolvenzen, das Gastgewerbe (14 Fälle), gefolgt von der Bauwirtschaft mit 10 Insolvenzen. Die Branche der unternehmensbezogenen Dienstleistungen umfasst Tätigkeiten, die von Unternehmen in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel in den Bereichen Immobilien-Projektentwicklung, Finanzen, Reinigungs- und Wachdienste sowie Werbeagenturen. Auch bei den Passiva führen die unternehmensbezogenen Dienstleister mit rund 22 Mio. Euro, gefolgt von der Bauwirtschaft mit 3,2 Mio. Euro.

Privatinsolvenzen in Salzburg um 25 Prozent gesunken

Die Privatinsolvenzen verzeichnen einen Rückgang um 25 Prozent (Österreich: minus 12,5 %), die privaten Verbindlichkeiten sinken um 63 Prozent.

Zum österreichweiten Ausblick für das Gesamtjahr heißt es, dass die Zahlen gegenüber 2018 stark zurückgingen, aber noch über normalen Verhältnissen wie etwa im Jahr 2016 lägen. Es sei aber mit einem weiteren Abflachen zu rechnen, vor allem bei der Höhe der Schulden. "Sofort nach Inkrafttreten der Novelle am 1. November 2017 konnten wir beobachten, dass eine Reihe von Personen mit exorbitant hohen Schulden - typischerweise natürlich ehemalige Unternehmer - ihre Schulden regulieren wollte", so KSV-Experte Hans-Georg Kantner am Mittwoch laut Pressemitteilung. Diese Fälle mit besonders hohen Schulden würden nun abnehmen.

(SALZBURG24/APA)

(Quelle: SALZBURG24)

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